Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Der Lady-Blog liebt Dirndl: Das kleine Bunte

Es ist nicht schwarz sondern rosa, lila, hellblau, hellgrün. Es ist nicht einfarbig sondern bunt gemustert. Es ist nicht klassisch elegant sondern traditionell und sehr figurbetont. Es wird wohl weniger im Theater und eher auf Volksfesten getragen. Trotzdem macht das Dirndl dem Kleinen Schwarzen Konkurrenz: Es lässt jede Frau bezaubernd aussehen, ist zeitlos und versprüht etwas Tradition in unserer schnelllebigen Welt.

Das Gewand für die Dirn

Die Bezeichnung „Dirndl“ stammt aus dem oberdeutschen, also süddeutschen, Sprachraum. Die „Dirn“ war eine in der Landwirtschaft beschäftigte Magd, ihr Kleidungsstück hieß „Dirndlgewand“. Die ersten bäuerlichen Trachten wurden also schon sehr früh, nämlich Ende des 15. Jahrhunderts getragen. Abseits der Berufskleidung und des Bauernstandes fand das Gewand allerdings keine Beachtung. Der Aufstieg des Trachtenkleides begann erst Ende des 19. Jahrhunderts: Im Zuge der Romantik und der Heimatbewegung erlangte nun der Schutz der Natur, regionaler Bräuche und Traditionen an Bedeutung.

Idealisierung der Landbevölkerung

Die industrielle Revolution und die Landflucht lehnten die Romantiker ab. Stattdessen gründeten sie zahlreiche Heimat- und Trachtenvereine, idealisierten die Natur und das unschuldige, aufrichtige Landleben. Liebstes Reiseziel der Landliebhaber: Die Alpen. Doch eine Sommerfrische in den Bergen ohne passendes zünftiges Gewand? Ausgeschlossen! Kurzerhand wurde die Kleidung der Landbevölkerung für die Städter angepasst. Ein bisschen schlichter, figurbetonter, farbenfroher waren sie nun – das Dirndl für das Madl und die Lederhosn für den Buam.

Übrigens: Die Schleife der Schürze symbolisiert den ehelichen Status der Trägerin: rechts bedeutet verlobt oder verheiratet, links ledig

Bavarian Style auf Erfolgskurs

Weltrum erlangt die Trachtenkleidung in den 1930er Jahren. Durch die Operette „Im weißen Rössl“ wurde das Dirndl zum Verkaufsschlager. Vor allem die Amerikaner waren vom „Bavarian Style“ begeistert. Nach dem zweiten Weltkrieg kommen auf das Dirndl allerdings harte Zeiten zu. Keine amerikanische, französische oder deutsche Lady wollte mehr aussehen wie eine Eva Braun beim Bergwandern. Trachtenmode galt der neuen Generation als Inbegriff von Engstirnig- und Spießigkeit. Heute wird das Dirndl wieder gerne getragen. Ausgelöst durch Volksfeste wie das Oktoberfest oder die Wasen man kann gar von einem Trachtenhype sprechen – auch außerhalb des Weißwurstäquators.

So tragt Ihr das Dirndl

Der Grund: Dirndl sind mittlerweile bundesweit in allen möglichen Stoffen und Farben, Mustern, Verzierungen und Längen erhältlich. Allerdings solltet ihr gerade bei den Stoffen auf Qualität achten und im Zweifel eher zu einem klassischen Dirndl greifen. Über dem Kleid könnt ihr eine normale Strickjacke oder einen Janker tragen. Die Schuhe sollten flach sein, am schönsten sehen Ballerinas aus. Eure Haaren könnt Ihr euch fesch flechten und hochstecken. Originelle Wiesn-Ketten und Taschen gibt es beispielsweise bei Thomas Sabo oder Dawanda.


2 Kommentare

Hinterlasse doch einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.