Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Dani
Die #Zerowastewoche auf dem Lady-Blog!

Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe ihn sogar sehr und kann mir kaum etwas vorstellen, was mir mehr Freude bereiten würde. Ich genieße es, mich mit schönen Dingen zu umgeben, kleine feine Labels zu entdecken, die einer Vision für’s Schöne folgen und mich mit Menschen auszutauschen, die die gleiche Leidenschaft für wertige Produkte besitzen. Doch in letzter Zeit werden für mich Themen wie Nachhaltigkeit und Zero Waste immer wichtiger. Nach der Kaschmirwoche im letzten Jahr möchte ich darum dieses Jahr eine Zero-Waste-Woche mit Euch starten.

Verleitet der Lady-Blog zu Konsum? Ja.

Solange ich denken kann, hatte ich eine Vorliebe für Ästhetik. Es bereitet mir so viel Freude, über weiches Kaschmir, Seide oder Holz zu streichen und den Duft von guten Lederschuhen einzuatmen. Doch in letzter Zeit zweifele ich manchmal, dass wirklich gut ist, was ich hier tue. Ich verleite schließlich zu Konsum, in einer Welt, die zu platzen droht. Natürlich predige ich immer wieder: Kauft Euch einen guten Kaschmirpullover statt fünf günstiger, investiert in langlebige Klassiker, kauft Mode und Produkte lokal. Doch letztlich füllen auch diese schönen, fairen Produkte die Schränke, die Meere, verwenden unsere immer knapperen Rohstoffe. Und was mindestens genauso schlimm ist: Ich komme mir so oberflächlich dabei vor. Als würde ich Champagner trinken, während das Boot „Erde“ sinkt.

Die Welt ein Stückchen besser machen

Vieles, mit dem ich mich täglich beschäftige, kommt mir dann lächerlich vor: Die perfekte Welt auf Instagram, das Philosophieren über Reichweiten und Algorithmen – sollten wir uns nicht lieber mit den wirklich wichtigen Dingen beschäftigen? Unsere Welt steht kurz vor dem Kollaps, die Meere sind voller Plastik, die Insekten und Vögel sterben aus, der Meeresspiegel und auch die durchschnittliche Jahrestemperatur steigen unaufhaltsam. In einer aktuellen Zukunftsstudie warnt die EU gar vor einem Aussterben der Menschheit, wenn sich bis 2030 nicht grundsätzlich etwas ändern sollte. Nun möchte ich natürlich nicht dazu auffordern, dass Ihr als Asketen in den Wald ziehen sollt. Doch wenn wir alle ein bisschen über unser Konsumverhalten nachdenken, wird die Welt schon ein Stückchen besser. Und vielleicht kann diese Zero-Waste-Woche ja dazu beitragen! Wir werden uns mit Minimalismus beschäftigen, ich zeige Euch ein tolles Deo-Rezept zum Selbermachen und die liebe Virginia hat wunderbare Ideen für ein Ostern ohne Müll.

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So kennt man mich: Immer klassisch-farbenfroh gekleidet und so oft es geht mit dem Radl unterwegs

Ihr könnt Euch auch wieder bei Instagram oder per E-Mail (info@lady-blog.de) beteiligen: Verwendet Ihr Jutebeutel statt Plastik, baut Ihr Euer Gemüse selbst an, stellt Eure Reinigungsmittel selbst her oder geht in Unverpackt-Läden einkaufen? Zeigt uns unter dem Hashtag #zerowastewoche wo Nachhaltigkeit in Euren Alltag eingezogen ist.

BEITRÄGE DER ZERO-WASTE-WOCHE

UND NOCH MEHR ZUM THEMA


13 Kommentare
  • Gaby sagt:

    Liebe Dani,

    dein Artikel spricht mir aus der Seele!
    Eine Freundin hat mal zu mir gesagt „Ich weiß ja, dass du ,grün‘ bist, aber man sieht es dir nicht an“
    Jeder kann was tun und muss trotzdem nicht auf ein gepflegtes Äußeres verzichten…

    Liebe Grüße

    Gaby

  • Gaby sagt:

    …und noch ein Tipp:
    da ich viel nähe, hab ich immer Stoffreste (hauptsächlich Dirndlstoffe), die ich zum Geschenkeverpacken verwende.
    Das sieht gut aus und die/der Beschenkte kann sie wieder verwenden. Das geht natürlich auch mit hübschen Schachteln und Dosen.
    Hochglanzpapier muss hergestellt und entsorgt werden!
    Und wenn ich schon bei Hochglanz bin: ich kaufe auch keine (Frauen-) Magazine mehr. Auf Vorschläge für Fernreisen und Kreuzfahrten kann ich verzichten…

  • Dani sagt:

    Liebe Gaby,

    naja solange Du den Lady-Blog noch liest… :-) Danke für den tollen Tipp mit den Dirndl-Stoffen – magst Du mir ein Foto davon per E-Mail schicken?
    info@lady-blog.de

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Miriam sagt:

    Liebe Dani,

    für mich war der Einstieg in das Thema Müllvermeidung ein abwaschbarer To Go-Becher für die Uni. Nicht nur, dass man den Becher wiederverwenden kann, er sieht auch deutlich besser aus als der Pappbecher aus der Cafeteria.

    Liebe Grüße,
    Miriam

  • Dani sagt:

    Liebe Miriam,

    ich verwende auch seit Jahren einen Thermobecher (von Starbucks) und bin sehr happy damit. Magst Du mir ein Foto von Deinem Becher schicken?

    Herzliche Grüße
    Daniela

  • Anna sagt:

    Liebe Daniela,

    ich finde es großartig, dass Du diese Zero-Waste-Woche planst!!!

    Wenn mich eines umtrieb in der letzten Zeit, dann die Frage, wie wir es schaffen, unseren Lebensraum, unseren Planeten, unsere Umwelt zu schützen. Ich bin dabei zu folgender Erkenntnis gekommen: Wir werden es mit größter Wahrscheinlichkeit gar nicht schaffen. Das hat viele Gründe. Einer ist sicherlich, dass der Mensch, obwohl er es im Grunde ja besser weiß, es trotzdem so gar nicht mag, aus seiner Komfortzone rauszukommen, dass der Mensch es gar nicht mag, zu verzichten, dass der Mensch es gar nicht mag, an etwas anderes zu denken außer an sich selbst und an die Mehrung von Dingen, von Macht und sicherlich auch von Bewunderung.

    Es müsste schon bei ALLEN ein ganz massives Umdenken und Handeln einsetzen. Aber es fängt schon im Kleinen an. Wir haben die falschen Politiker in der Regierung (Scheuer), viele Menschen, denen es wirtschaftlich und sozial entweder zu gut geht oder zu schlecht geht (und die dementsprechend keinen „Kopf“ für Umweltthemen haben), wir haben Influencer mit bedenklichen Wertvorstellungen. Allein dieser enorme Flugkonsum, der vorgelebt wird, regt mich dermaßen auf. Für eine Nacht jettet man hier hin und dort hin. Sitzt viermal in der Woche in einem Flugzeug, zeigt einen Lebensstil, der hauptsächlich auf „!Kaufen!Kaufen!Kaufen!“ ausgelegt ist. Es ist so unfassbar schrecklich und deswegen folge ich schon seit Jahren den typischen Influencern von Blogger Bazaar, Journelles, Daur, Heiler & Co. nicht mehr und bin froh, nichts mehr von denen zu sehen und meine Gedanken auf ganz andere (wichtigere) Dinge gerichtet zu haben.

    Trotzdem: Aufgeben ist auch keine Option. Und es macht sogar Freude und ist sinnerfüllend, einen reduzierteren, bewussteren und naturverbundenen Lebensstil zu haben. Wir werden dieses Jahr zwei große bzw. lange Familienurlaube machen und dafür nicht ins Flugzeug steigen und auch nicht den Kontinent verlassen. Wir ziehen seit Wochen diverse Gemüsepflanzen in unserem Haus vor, damit wir ab Juni unsere eigenen Tomaten, Gurken, Paprika, Kürbisse und viele andere Lebensmittel haben. Beim Anlegen unseres Gartens habe ich auf diverse Obstbäume bestanden. Das Resultat: leckere Pfirsiche, Pflaumen und Sauerkirschen sowie einige Äpfel. Frisch geplant ist ein winterhartes Feigenpflänzchen. Im Moment (drückt mir die Daumen) habe ich zudem eine Bewerbung offen für einen Garten bei mir um`s Eck. Sofern es HOFFENTLICH klappt, möchte ich dort mich im größeren Stil um meine Lebensmitteln selbst kümmern (Thema Selbstversorgung). Jutebeutel zum Einkaufen, faire Produkte, Bambus-Coffeecups, sinnvolles Konsumieren, wenig mit dem Auto fahren … das sind meine persönlichen Ansätze.

    So und nun: Genug geredet. Ich freue mich auf Deine Artikel zu dem Thema.

    Liebe Grüße aus dem Hessenländle
    Anna
    http://www.salon-stories.de

  • Charlotte sagt:

    Liebe Dani,

    ich finde es toll, dass du das Thema mit der Zero-Waste-Woche aufgreifst und so nochmal verstärkt in das Bewusstsein rufst. Wir alle sind in der Verantwortung etwas für unsere Erde und Umwelt zu tun.

    Mein Mann und ich versuchen so gut es geht unsere Einkäufe und Konsum immer wieder zu hinterfragen und nach Optimierung zu suchen.

    Generell versuchen wir nur hochwertige Sachen einzukaufen – weniger ist mehr und gerade bei Kleidung ja auch viel langlebiger.
    Wir beide nutzen Starbucks-Thermobecher, haben uns letztes Jahr Gemüsenetze aus Jute zugelegt und damit auch gleich die ganze Familie ausgestattet. Leider findet man ja in den meisten Supermärkten immer noch Plastik und auch viele Menschen, die danach greifen.
    Der Gang zum wöchentlichen Markt, ein Besuch im Unverpacktladen oder auch der bewusste Griff nach Lebensmitteln im Glas helfen sicherlich auch.
    Darüber hinaus leben wir auch seit mehreren Jahren vegan, tragen allerdings Ledergürtel und -schuhe – das muss natürlich jeder selbst entscheiden, auch in welchem Ausmaß .

    Ich denke, dass wir letztendlich alle wissen, was wir tun könnten. Leider wird es uns Verbrauchern nicht immer leicht gemacht, dennoch denke ich, dass wir die Macht haben und schon jeder kleine Schritt zählt. Ich werde die Zero-Waste-Woche mit Spannung verfolgen.

    Herzliche Grüße
    Charlotte

  • Gaby sagt:

    Liebe Anna,

    auch ich habe immer wieder das Gefühl, dass es ein aussichtsloser Kampf ist unseren Planeten zu retten, da die meisten Menschen mit sich selbst, ihrem Wohlergehen und ihrer Außenwirkung (z. B. sinnfreie Prollpelzkrägen, trotz Aufklärung woher die Pelze stammen) beschäftigt sind.
    Aber das Volksbegehren ,Artenvielfalt/Rettet die Bienen‘ in Bayern hat doch gezeigt, dass die Menschen (jedenfalls ein großer Teil) aufwachen und umdenken.
    Meine Mülltonne ist zur Zeit voll, da ich bei jedem Gassigehen den Müll anderer Leute einsammle und mit nach Hause nehme…

    … und liebe Dani,

    Foto kommt, hab die Geschenke bisher leider nicht fotografiert ;-)

    Liebe Grüße

    Gaby

  • Andrea sagt:

    Liebe Dani, herzlichen Dank für diese tolle Themenwoche! Du machst das so klasse! Ich folge Dir quasi schon fast seit Anbeginn Deines Blogs und Du schaffst es immer wieder die richtigen Themen aufzugreifen. Dieses Thema Nachhaltigkeit bewegt mich auch sehr, seit ich eine Tochter habe. Ich habe Sorge, dass sie mich irgendwann mal fragen könnte „Mama, warum hast Du nichts gegen Müll/Klimawandel etc etc getan?“.
    Ich habe über Kleiderkreisel die Menstruationstasse kennengelernt und bin wegen dieses einen kleinen Schrittes schon so stolz auf mich, weniger Müll zu produzieren.
    Du bist das Thema echt umfassend angegangen. Meinen Respekt! Dein Artikel übers plastikfreie Badezimmer hat mich auch inspiriert, seither gibt es bei uns nur noch feste Seife und Haarseife bei uns im Bad. Vor einigen Monaten habe ich mir im Zero-Waste-Laden Abschminkpads und waschbare Slipeinlagen gekauft – und ich bin restlos begeistert davon! Als ich mir kürzlich Stofftaschentücher kaufen wollte, meinte meine Mama, dass sie noch ganz viele von meiner Oma hat. So toll! Jetzt verwende ich die.
    Kürzlich war ich bei einem Vortrag von Nadine Schubert über plastikfreies Leben. Dieser Vortrag von ihr war so inspirierend, lustig und lehrreich! Ich kann es sehr empfehlen! Ich habe mir jetzt vorgenommen, keinen Süßkram mehr zu kaufen, sondern wieder selber mehr zu backen oder im „Notfall“ was beim Bäcker – mit meinem Stoffbeutel – zu holen :)
    Danke Dani! Ich bin auf die Artikel in dieser Woche sehr gespannt!
    PS: Hast Du den Vortrag bei der Bundespressekonferenz gesehen „Argumente für eine sofortige, radikale Klimaschutzpolitik“. Dauert nur 5 Minuten. Sehr interessant und auf den Punkt!

  • Dani sagt:

    Liebe Anna,

    ich kann Dich gut verstehen, auch ich verliere manchmal den Mut, wenn ich wieder neue Hiobsbotschaften lese. Inzwischen spricht man ja vom 6. großen Artensterben, dieses Mal allerdings vom Menschen ausgelöst. Bis zu 200 Tierarten sterben täglich aus. Das ist unfassbar traurig, aber wir dürfen trotzdem nicht „den Kopf in den Sand stecken“. Jeder Schritt – und ist er noch so klein – ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und manchmal wird aus vielen kleinen Schritten eine richtige Bewegung – siehe die Friday for Future Bewegung. Noch ist (hoffentlich) nicht alles verloren.

    Herzliche Grüße,
    Dani

  • Dani sagt:

    Liebe Charlotte,

    toll, dass Ihr vegan lebt. Ich faste momentan Milchprodukte und muss sagen: Die Milch fehlt mir (dank leckerer Ersatzmilch) gar nicht, aber auf den Käse freue ich mich doch schon wieder sehr. Käse ist einfach was feines… Aber ich denke, bewusster Milchkonsum ist auch schon ein Schritt in die richtige Richtung.

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Dani sagt:

    Liebe Gaby,

    ja, das gerade Bayern mal das fortschrittlichste Umweltschutzgesetz in Deutschland bekommen wird, damit hätte ich auch nicht gerechnet. Toll!

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Dani sagt:

    Liebe Andrea,

    herzlichen Dank für Deinen Zuspruch, ich habe wieder lange darüber nachgedacht, ob diese Themen das Richtige für den Lady-Blog sind. Aber letztlich beschäftigen sie mich zu sehr, als das ich sie hier nicht erörtern könnte. Und Authentizität ist wohl das Wichtigste auf einem Blog. Es ist so gut zu hören, dass ich Dich mit meinen Beiträgen inspirieren konnte. Manchmal fühlt man sich „als kleines Lichtlein“ auf dieser Welt doch etwas hilflos und so nutze ich wenigstens die Reichweite, die mir der Blog bietet, um etwas Gutes zu tun. Dass Amalia mich eines Tages fragen wird: „Mama, warum habt Ihr nichts getan, als noch die Möglichkeit dafür bestand?“, stelle ich mir nämlich auch häufig vor.

    Herzliche Grüße
    Dani

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