Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Lady-Frage

Heute habe ich einmal eine Lady-Frage an Euch: Wie steht Ihr zum Fasten und wie weit geht Ihr, um Geist und Körper zu „reinigen“? Momentan ist ja Fastenzeit und das ist eine gute Möglichkeit seine Gewohnheiten etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Die einen fasten gerade Fleisch, die anderen Süßigkeiten, Alkohol oder schlechte Angewohnheiten wie das Fluchen. Bei mir stehen momentan Kaffee, Alkohol und Süßes auf der roten Liste, aber es ist wirklich nicht leicht für mich. Statt Kaffee trinke ich nun Schwarzen Tee und Club Mate, die Süßigkeiten versuche ich durch Nüsse und Obst zu ersetzen. Es gibt jedoch einige Fastenwillige, die noch viel weiter gehen und im Zuge des sogenannten Heilfastens komplett auf Nahrung verzichten. Doch ist das wirklich gesund? Habt Ihr es schon einmal ausprobiert?

Fasten ist momentan hoch im Kurs. Ob Fastenwandern, Fastenyoga, Fasten im Kloster, oder Fasten hoch zu Pferde – die Bionadegeneration verzichtet gerne für sieben, vierzehn oder sogar 28 Tage auf’s Essen. Schließlich soll Heilfasten nicht nur das Fett schmelzen lassen, sondern auch vor Diabetes, Herzinfakt und Infektionen schützen sowie chronische Krankheiten wie Arthrose und Rheuma dauerhaft bessern. Die Schulmedizin ist allerdings skeptisch. Kritiker warnen vor einem übermäßigen Verlust an Muskelmasse während des Fastens und dem Jojo-Effekt nach der Saftkur. Viele fühlen sich vor allem in den ersten Tagen matt, weil der Blutdruck schwächelt, oder haben Kopfschmerzen vom Koffeinentzug. Ich habe zu dem Thema hier einen interessanten Artikel gelesen. Was haltet denn Ihr vom Fasten? 1922147_275922309240339_1141813585_n
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Helfen mir gegen meine „Entzugserscheinungen“: Club Mate und Apfelringe

Die 10 wichtigsten Infos zum Heilfasten:

1. Fastendauer: Beim medizinischen Heilfasten dauert die Fastenkur in der Regel zwei Wochen. Sie kann aber auch auf vier Wochen ausgedehnt werden.

2. Anleitung: Heilfasten sollte unter kundiger Anleitung praktiziert werden. Ein Fastenleiter hilft über Tiefs hinweg und weiß Rat bei Beschwerden wie Kopfweh oder Schlappheit.

3. Urlaub: Für die Fastenzeit solltet Ihr Euch frei nehmen. Gönnt Euch eine Woche ohne Stress, macht Entspannungsübungen und haltet Euch in der Natur auf.

4. Entlastung: Heilfasten beginnt mit Entlastungstagen, in denen die Nahrung zunehmend reduziert wird. Auf diese Weise kann sich der Körper auf die nahrungslose Zeit einstellen.

5. Kopfschmerzen: Vor allem Kaffeetrinker leiden am Anfang manchmal unter Kopfweh. Dagegen hilft, viel zu trinken. Nach zwei Tagen verschwinden die Entzugserscheinungen.

6. Verwöhnen: Während des Fastens hat die Leber einiges zu tun, unterstützt das Organ nach dem Mittagssüppchen mit einer in ein Leinentuch gewickelten Wärmflasche auf Leberhöhe.

7. Verzicht: Auch auf bestimmte Getränke solltet Ihr verzichten, u.a. Alkohol, Cola, Kaffee und schwarzer Tee. Außerdem sollte der Nikotinkonsum zumindest drastisch reduziert werden.

8. Bewegung: Sport vertreibt die Müdigkeit und bringt den Kreislauf in Schwung. Zusätzlich kurbelt er den Fettabbau an und verhindert, dass unnötig viel Muskeleiweiß abgebaut wird.

9. Aufbau: Nach Fastenende solltet Ihr leichte Kost in kleinen Mengen zu Euch nehmen. Verdauungstrakt und Stoffwechsel müssen sich wieder an die feste Nahrung gewöhnen.

10. Lebenstil: Nach dem Fasten sind die Geschmacksnerven sensibilisiert. Genießt bewusster und esst weniger. Dann wird das Fasten zum Impuls für einen langfristig gesünderen Lebensstil.

Bild-Credit Füller: Shutterstock.com

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7 Kommentare
  • Laura sagt:

    Ich esse generell kein Fleisch und Fisch und trinke keinen Alkohol. Ansonsten verzichte ich auf nichts, da ich dafür keine Nerven habe. Gerade für Fastenkuren fehlt mir die Zeit und die Entspannung! Da ich mich aber fit, gesund und wohl fühle, sehe ich auch keinen Anlass dazu. Ich wünsche dir noch viel Erfolg beim Verzichten.

  • Schwedenlady sagt:

    Ich habe bereits 3 Wochen unterärztlicher Anleitung Heilfasten gemacht. Die Stimme klang (subjektiv) freier, ich habe (subjektiv) schöner gesungen. Das Anfangskopfweh kenne ich. Damals habe ich mich in dieser Zeit verändert. Ich konnte nicht mehr so laut und sonor auftreten, wollte mich bei einer Eigentümerversammlung gegen Ausländerfeinde für Mitbewohner einsetzen. Auch war es für mich kurz vor Schluss schwierig, in Begleitung wohlgemerkt, vom Kreislauf her, einer Straßenbahn hinterher zu rennen. Die Sinne sind für alles wacher. Man merkt, wie man mit Werbung überflutet wird und wie laut die Umgebung ist. Morgens habe ich mich mit einem nicht weichgespülten Handtuch abgerubbelt und eine halbe Zitrone in ein Glas Mineralwasser ausgepresst. Das brachte meinen Kreislauf in Gang.
    Regel 10 ist die schwerste von allen. Man kommt evtl. auf Jahre gesehen, wieder ins alte Fahrwasser.

    Wir hatten Wahlkampf und es stehen Stichwahlen an. Jetzt zu fasten wäre für mich der pure Wahnsinn. Auch gab es in den letzten Jahren wirklich traumatische Erlebnisse im Privatbereich und ich bin so unverschämt, auf gar nichts zu verzichten, sondern das Leben zu genießen. Ich bin froh, dass alle meine Lieben leben und gesund sind. Ich hatte schwere Stunden als Angehörige und jetzt wird gelebt! Sorry, aber, ich stehe dazu. Schöne Grüße und alles Gute allen Fastenden, Schwedenlady

  • Catarina sagt:

    Also für mich wäre das Heilfasten gar nichts, da das Hunger-Gefühl für mich unerträglich ist. Während meiner Studienzeit in Köln kam ich natürlich nicht um den Karneval herum. Daher habe ich die Fastenzeit danach als Anlass genommen, auf ein paar Sünden wie Alkohol und Süßigkeiten zu verzichten. Außerdem ist Ostern immer die perfekte Belohnung mit all den köstlichen Schokoladen-Eiern. Ich habe mir vorgenommen diese Phase auch in Zukunft dafür zu nutzen, mich wieder auf gesunde Ernährung zu berufen und die Bikinifigur vorzubereiten :)

  • Stil-Box sagt:

    Ich wollte das schon immer mal ausprobieren, allerdings habe ich Sorge, dass es einen Jojo-Effekt gibt, sobald man wieder „normal“ isst.

    Herzliche Grüße
    Anna

    http://stil-box.net/

  • Alica sagt:

    Naja, ich bin froh, genug zu essen zu haben, denn das ist historisch und gegenwartsbezogen leider immer noch ein Privileg. Ich finde es ladylike, das schätzen zu wissen, auch wenn ich die globale Hungerproblematik damit nicht lösen kann. Deshalb würde ich auf Nahrung nie verzichten und andere Sachen, die ich fasten könnte, um mich befreiter, gesünder oder spiritueller zu fühlen, gibt es nicht. Abgesehen davon halte ich es auch nicht für gesund, auf richtige Nahrung zu verzichten und habe da auch immer auch immer Angst vor der Essstörungsproblematik (Gemüsebrühe und Obstsaft sind kein Ersatz!)
    Stattdessen schlage ich vor, aktiv zu tätig werden: sei es meditieren, sei es sich mehr um die guten Freunde zu kümmern, die man so lange wieder nicht angerufen hat, sei es, eine neue Sportart auszuprobieren oder sich einen Balkongemüsegarten anzulegen. Gebote statt Verbote bringen meiner Meinung nach auch dauerhaftere Veränderungen über die Fastenzeit hinaus. Und es macht mehr Spaß!

  • Silke sagt:

    In letzter Zeit habe ich von Arbeitskollegen auch einiges über das Fasten gehört und dabei ist mir aufgefallen, dass vielen gar nicht bewusst ist, dass man zwischen zwei grundverschiedenen Formen von Fasten unterscheiden muss.

    Zum einen das Fasten aus gesundheitlichen und oft ästhetischen Gründen, bei dem die Verbesserung des Befindens und Gewichtsreduktion das Ziel sind.

    Zum anderen das Fasten (immer zusammen mit Gebet und Almosen) aus religiösen Gründen, bei dem die seelische Reinigung im Vordergrund steht. Im Christentum gibt es eine lange Tradition des Fastens, in dem Bibel wird auch Jesu‘ 40-tägiges Fasten in der Wüste erwähnt, ebenso bei Mose .

    Das Fasten aus gesundheitlichen Gründen ist sehr auf sich selbst gerichtet, während das Fasten aus religiösen Gründen auch das Wohl des anderen miteinbezieht.
    Wer sich über die katholische Fastenpraxis informieren möchte, findet informatives Material auf der Internetseite der „Karl Leisner Jugend“.

  • Anna sagt:

    Besser spät als nie. Ich habe die Fastenzeit mehr oder weniger als Grund zum Abnehmen genommen. Leider habe ich dann auch ungesund gefastet, d.h. nicht so wie es vorgesehen ist. Ich habe mich für drei Wochen nur von einem Apfel am Tag ernährt und auch viele Kilos (im Nachhinein weiß ich, dass es nur Wasser war) verloren. Durch das ungesunde Abnehmen habe ich auch viele Vitamine wie Vitamin D verloren und letztendlich einen JojoEffekt bekommen. Da ich weiß, dass andere Frauen auch so vorgehen wie ich, möchte ich diesen sagen: Fastet nur dann, wenn ihr es auch wirklich aus religiösen Gründen tut und fastet vor allem richtig.

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