Lady-Frage

Liebe Ladys,
vor einiger Zeit habe ich Euren Blog entdeckt, mir viele Tipps geholt und eine schöne Zeit mit Lesen verbracht. Jetzt möchte ich auch eine Frage stellen: Was muss man für einen Kaschmirpulli ausgeben? Im letzten Winter habe ich mir zwei Kaschmirpullover für 80,00 € das Stück gekauft (bei Galeria Kaufhof). Meinem Mann habe ich zu Weihnachten einen Pulli beim Herrenausstatter für 230,00 € gekauft. Im Vergleich fühlen der teure und die preiswerteren Teile sich gleich an. Da wo die Arme am Pulli reiben, bildet sich Pilling und das auch bei beiden Preisklassen. Ich wüsste jetzt gerne, ob Ihr Qualitätsunterschiede festgestellt habt. Für den nächsten Winter möchte ich mir noch weitere Sachen anschaffen und frage mich, ob z.B. der Cardigan, den ich für einen Preis ab ca. 100,00 € bei Peter Hahn gesehen habe, qualitativ in Ordnung ist, oder ob man mehr investieren sollte. Wie sind da Eure Erfahrungen?

Danke und liebe Grüße
Nicole

  Liebe Nicole,

Kaschmirwolle ist wohl eine der schönsten, edelsten und gemütlichsten Materialien überhaupt. Allerdings hat sie auch ihren Preis. Wie schreibt Thomas Rath in seinem Fashion-Ratgeber so schön: „Wenn es so viel Cashmere gäbe, wie uns die Etiketten von Schals und Pullovern und die Werbung der großen Modehäuser weismachen wollen, dann würden auf unserem Planeten tatsächlich Millionen von Kaschmirziegen rummeckern.“ Original Kaschmir stammt vom Bauch der Kaschmirziege, denn dort wächst das feinste Fell. Nach dem Auskämmen der Wolle wird diese gewaschen und die Grannen – das gröbere Deckhaar – aussortiert. Je länger, krauser, heller und feiner die Haare sind, desto höher ist die Qualität. Diese Prozesse finden entweder maschinell statt oder werden von Hand erledigt, was sich ebenfalls im Preis widerspiegelt. In Deutschland muss ein Stoff zu mindestens 85 % aus Kaschmirwolle bestehen, um überhaupt als Kaschmir bezeichnet werden zu dürfen. Leider handelt es sich nicht immer nur um das Unterfell der Ziegen.

Auch jeder andere weniger gute Teil der Wolle, wie das struppige Rückenhaar der Kaschmirziege, darf als Kaschmirwolle bezeichnet werden. „Mit Kaschmiranteil“ bedeutet, dass der Stoff zu mindestens 14,5 % aus Kaschmir besteht. Ergänzt wird die Kaschmirwolle beispielsweise mit Merinowolle, Baumwolle oder auch mit Kunstfasern. Der Preis eines Kaschmirpullis hängt, wie Du siehst, von verschiedenen Faktoren ab: der Menge der Handarbeit, der Qualität und dem Anteil der Kaschmirwolle. Schlechtere Qualitäten neigen in der Regel sehr viel ausgeprägter zum sogenannten Pilling, also zur Knötchenbildung. Ich denke um die 100 € sind ein angemessener Preis für einen Kaschmirpullover, eine Garantie kann ich Dir allerdings nicht geben, denn hochwertiges Kaschmir kann man leider nicht auf den ersten Blick identifizieren. Ein Pullover, der sich im Geschäft toll anfühlt, kann sich beim Tragen als Reinfall erweisen. Es bleibt einem daher nur übrig, traditionellen Marken zu vertrauen, die beim Kaschmir keine Kompromisse eingehen. Meine hochwertigen Kaschmirstücke haben mich selten enttäuscht.

Alles Liebe
Constanze, die im Outlet einen knallgrünen Kaschmirpulli für sage und schreibe 10 € geschossen hat. Er wurde von einer Kundin umgetauscht, weil er nach dem Waschen Knötchen gebildet hatte. Der Originalpreis lag bei über 200 €.

Bild-Credit: Shutterstock.com

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25 Kommentare
  • JL sagt:

    the sky is the limit – es gibt Kaschmir, da würde man für 100,- EUR evtl. einen halben Ärmel bekommen…
    Aber ich habe auch einen reinen Kaschmirpulli für rund 100,- EUR vor sage und schreibe zwölf Jahren gekauft und trage ihn immer noch! Nach ein paar Jahren mussten allerdings so Ellbogenfleckerl drauf, weil die Ärmel in dieser Zone durchsichtig wurden … Nach meiner Erfahrung ist es in der unteren bis mittleren Preisklasse (Pulli von ca. 100,- EUR bis ca. 300,- EUR, abgesehen von Schnäppchen) einfach Glückssache mit der Qualität. Also viel Glück : )
    LG Julia
    http://www.dieblauenstunden.com

  • Bavaria sagt:

    Das mit dem Preis ist so eine Sache – hatte mir auch schon italienische High-End-Strickteile (vom Preis her) gekauft und wirklich schonend getragen, aber selbst die zeigten sehr rasch Pilling-Spuren, was mich dann schon enttäuscht hatte. Bei einem Strickteil im höheren dreistelligen bzw. vierstelligen Bereich hätte ich mir einfach mehr erwartet. Insofern ist der Preis nicht unbedingt das Kriterium.

    Hingegen haben sich weitaus günstigere Pullis teilweise toll gehalten.
    Gute Erfahrungen habe ich hingegen mit dem batteriebetriebenen Kaschmirrasierer von Iris von Arnim gemacht. Wenn man ihn vorsichtig einsetzt, zeigt er eine wirklich gute Wirkung.
    Liebe Grüße

  • Sol sagt:

    „Bei einem Strickteil im höheren dreistelligen bzw. vierstelligen Bereich…“

    Sorry, aber finde nur ich das dekadent? Qualitätsdebatte und sich-was-gönnen hin oder her. Jeder kann sein Geld ausgeben wofür er will, und das ist gut so, aber wenn ich sowas lese, sträubt sich etwas in mir.
    Im Grunde mag ich den Blog und lese ihn gern und drücke ein Auge zu, wenn hier Produkte empfohlen werden, bei denen der Preis nicht mehr nur durch gute Qualität, sondern einfach nur durch Prestige zu erklären ist. Gut. Aber manchmal frage ich mich, in was für einer fremden Welt man leben muss, dass man ohne schlechtes Gewissen solche Produkte kaufen kann.

    Ganz davon abgesehen frage ich mich manchmal, wie die überwiegend jungen/studierenden Leserinnen solche Summen überhaupt ausgeben können. Sicherlich nicht von Bafög und einem 450€-Job. Aber das ist ein ganz anderes Thema und tut hier nichts zur Sache.

  • Dani sagt:

    Liebe Sol,

    der Kommentar von JL oben sagt doch eigentlich alles: Sie hat ihren Kaschmirpullover 12 Jahren getragen und sogar geflickt. Du kannst natürlich auch jedes Jahr einen Pullover für 50 Euro kaufen, wirst damit aber letztlich mehr bezahlen, niemals das wunderbare Gefühl von Kaschmir auf der Haut haben und keine persönliche Bindung zu dem Kleidungsstück aufbauen. Aber jeder wie er mag.

    Herzliche Grüße
    Dani

  • JL sagt:

    Liebe Dani,
    danke : ) und er hat damals nicht wie ich oben geschrieben habe 100,- EUR sondern 100,- Deutsche Mark gekostet. Ein schwarzer Rolli ohne Schnickschnack, ein Evergreen. Den ich immer noch trage : )

  • Schwedenlady sagt:

    @Sol, ich verstehe sehr gut, was Du meinst. Und es gibt eben auch Student/Innen der Oberschicht, die können und wollen sich das leisten und ausschließlich Markenkleidung kaufen. Die wird zwar oft in den gleichen Fabriken wie die des Designers Vonderstange hergestellt, kommt halt ein Label drauf. Klar, man kann sich schon fragen (habe ich auch getan am Anfang, als ich meinen Stil etwas korrigiert habe), ob das Ladysein nicht eine Nummer zu groß für mich ist.
    Dann kam ich drauf, es sind meist nur die Marken, die nicht passen, in deren Liga ich nicht spiele, aber nicht die inneren Werte. Vor allem, immer Haltung in jeder Situation bewahren, ist eine Herausforderung für einen Temperamentsbolzen wie mich. Auf diese Arbeit habe ich zur Zeit den Focus gelegt, weniger auf Marken.

    Liebe Leserinnen, liebe Sol, ich meine das jetzt überhaupt nicht negativ oder böse, sondern als sachliche Feststellung: Wer meint, Kleidung und Marken sind alles und nur von dieser oder jener Marke darf alles (aus Prestigegründen, ich rede nicht vom Umweltschutz) sein, der handhabt es so. Ich war darüber früher auch empört, evtl. sogar neidisch. Die oder der kauft nur da und da. Ist aber wirklich Vergangenheit. Wenn jemanden das zu mehr Sicherheit und Ausstrahlung verhilft, weil er oder sie daran glaubt, ist es OK. Oder, weil der oder die eben nur auf diese und jene Marke schwört oder nur diese und jene Preisklasse. Ich habe eben andere Marrotten. Bei mir müssen die Instrumente für meine Studiosoftware eben gut klingen – und zwar echt und nicht künstlich. Meine Ansprüche sind eben da sehr hoch. Auch wenn ich nebenher nur die eine oder andere Hochzeit Solo singe und das Brautpaar die CD mit just seinen Liedern dann von mir hier aufgenommen bekommt oder ich mal eine Verschenke-CD rausbringe. Das ist mein Spleen. Er ist nicht billig, tut aber auch keinem weh. Aber auch da würden viele sagen „ist die bescheuert“.
    Liebe Sol, ich weiß, was Du meinst und weiß auch, wie es gemeint war.
    Die Leute, die gut aussehen und denen Marken stehen, sollen das gerne zeigen. Die sollen mir aber bitte keinen Doppelfrauenchor komponieren und aufnehmen. Das klappt vielleicht in 3 % der Fälle. Was ich sagen will: Ja, es gibt Ladys, die haben Stil und Vermögen, so was wär wahrscheinlich meine Chefin. Und von mir aus spiele ich nicht in deren Liga. Ich schäme mich nicht mehr, zur Mittelschicht zu gehören. Freunde, Feste feiern, den Kopf voller Musik in der Freizeit, die Familie, der Partner, das ist das pralle Leben. Heute ziehe ich (schwedischer Nationaltag) meine Schwedentracht an, Marke, Keine-Ahnung und kriege schwedischen Besuch. Wir feiern, ich habe schwedisch gekocht, die Freundin bringt auch was Schwedisches mit. Da können die Leute ruhig mehr Geldwerte haben. Gerade ich würde gerne oftmals tauschen. „Ein Lamm kann kein Löwe werden und ein Spatz keine Nachtigall, aber jeder kann ein Prachtexemplar seiner Art sein.“ Frei nach Kyrilla Spieker. Bin jetzt zu bequem, nachzuschlagen.

    Bei Kleidung muss man einfach Glück haben. Manches hält nach Jahren super, manches ist seinen Preis nicht wert. Leider kenne ich mich mit Kaschmir nicht gut aus, war schon als Kind auf viele Wollsachen allergisch, kann die Islandjacke meines Mannes beim Einhängen nicht mit der Handoberseite oder dem Arm berühren, sondern nur höchstens mit den Fingern. Also, sorry, Kaschmir muss ich erst mal mit einem kleinen Teil ausprobieren. Habe mir einen Schal gekauft, darf das aber nicht unterwegs, sondern muss mal daheim dran denken.

    Liebe Ladys, ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Tag, ich hoffe, Ihr könnt ihn genießen.

    Grüßle Schwedenlady

  • Horst sagt:

    100€ erscheint mir etwas günstig für einen Kaschmir-Pulli… Da fehlt noch ne 0 ;-)

  • Amalia sagt:

    Ihr Lieben,

    mir erscheint die Vorstellung absurd, um die 1000 Euro für einen Pullover auszugeben. Ich habe solche Objekte hier und da schon einmal gestreichelt, sie sind in der Tat sehr weich und leicht und edel: Aber was, wenn ich beim ersten tragen irgendwo damit hängenbleibe? Was, wenn während der ersten Einlagerung für den Sommer trotz aller Vorsicht ein Mottenschaden entsteht? Was, wenn ich ihn in die Reinigung geben muß und er ganz struppig zurückkommt?

    Von einem Kaschmirjäckchen für ca. 300 Euro, ein Preis, für den man m.E. einen grundsätzlich anständigen Pullover erwarten kann, egal ob Bauch- oder Rückenhaar, war ich übrigens sehr enttäuscht: Nach nur einer Saison waren die Ellenbogen durchgescheuert und das Pilling sproß nur so. Kaufe seither bevorzugt Merino extrafine, das ist sogar waschmaschinentauglich.

    Aber: Jedem Tierchen sein Plaisirchen. Vor einiger Zeit war ich einmal bei den Soldes von Hermès, und nachdem die Dame vor mir an der Kasse vier Blusen, einen Gürtel, eine kleine Tasche und eine Jacke abgelegt hatte, fiel der großartige Satz: „Das macht dann bitte 17.650 Euro – kleines Tütchen, oder geht’s so mit?“

    LG
    Amalia

  • Felina sagt:

    Liebe Ladies,

    eine interessante Frage, die hier angestossen wurde: Wie teuer ist es, eine Lady zu sein? Pullover aus Kaschmir, der Gürtel von Hermès, die Gummistiefel von Burberry, das alles geht ganz schön ins Geld. Ist das Ladydasein also eine Frage des Geldbeutels? Das wäre fast einen eigenen Beitrag wert, wie ich finde.
    Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich stehe vollkommen hinter der Idee, lieber weniger zu kaufen, dafür aber bessere Produkte zu wählen. Das heißt für mich allerdings nicht, 17.650 Euro für vier Blusen, einen Gürtel, eine Jacke und eine kleine Tasche auszugeben, um mal das Beispiel von Amalia aufzunehmen. Und ich denke auch, dass sich gute Produkte nicht immer am hohen Preis oder an dem Markenlogo erkennen lassen. Übrigens: Ich besitze seit mehr als 10 Jahren einen schwarzen Rollkragenpullover aus einem Baumwollgemisch, der treue Dienste geleistet hat.

  • Dani sagt:

    Liebe Amalia, liebe Felina,

    ich hoffe, dass ich/wir auf dem Lady-Blog nicht den Eindruck vermittelt haben, dass 17.650 Euro für vier Blusen, einen Gürtel, eine Jacke und eine kleine Tasche auszugeben, erstrebenswert wäre… Ich versuche eigentlich auch immer die Qualität und nicht die Marke in den Vordergrund zu stellen. Natürlich streite ich nicht ab, dass es toll ist, wenn man ein paar „Luxus“-Teile (Montblanc-Füller, Cartier-Uhr, Prada-Tasche, Hermes-Tuch) besitzt, aber das ist wirklich etwas, dass man sich zu besonderen Anlässen gönnen/schenken/vererben lassen kann und das zeichnet ganz sicher keine Lady aus.

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Felina sagt:

    Liebe Dani,

    da möchte ich Dir auch gar nicht widersprechen!

    Herzliche Grüße,

    Felina

  • Amalia sagt:

    Ich auch nicht!

    Aber ich würde, ganz persönlich, 1000 Euro lieber in langlebigeren Luxus investieren als in Kaschmir ;)

    LG,
    Amalia

  • Horst sagt:

    Natürlich gibt es langlebigeres als nen Kaschmir-Pulli für 1000€, obwohl so ein Pulli bei guter Pflege auch hält. Vielleicht muss es nicht der handbemalte Jil Sander Pulli sein, der dann doch zu modisch ist und den man nach einer Saison weglegt und nie nie nie nie wieder aus dem Schrank holt (da sprech ich aus eigener Erfahrung ;-) ), aber hochwertiges Kaschmir hält im Grunde immer.
    Das dolle bei zeitlosen Sachen (zb von Hermès oder so) ist doch aber auch, dass Nachfolgegenerationen noch was von den Tüchern, Taschen etc. haben und die Kelly von Oma vermutlich nicht nur aus sentimentalen Werten gerne trägt.
    Preis/Leistung von Kaschmir ist übrigens bei Iris von Arnim großartig.

  • Sophia sagt:

    Hallo liebe Dani,

    Schön, dass Du hier nun auf eine Cartier Uhr verweist… Hatte ich ja bei
    Deiner Uhrenvorstellung…..da war die Meinung noch eine andere….

    @ sol: bei Deinem Problem mit Statussymbolen frage ich mich warum Du hier überhaupt liest und
    postest….fährst Du Dacia ;-)?

    Zum Thema: nach meiner bisherigen Erfahrung ist das immer Glückssache, einiges hält
    länger, anderes hat schneller die ungeliebten Kügelchen…
    Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass die Reinigung eher schadet und wasche daher
    alle mit der Hand, ein schöner Nebeneffekt ist, dass man so den Duft beeinflussen kann.

  • Dani sagt:

    Liebe Sophia, Du schriebst damals: „Eine Lady trägt eine Cartier, Rolex, Omega …., Ansonstwn lieber keine als so etwas billig aussehendes“. Und ich habe Dir geantwortet, dass die Must de Cartier auch in meinen Augen eine der schönsten Damenuhren ist. Der Ansicht bin ich nach wie vor. Allerdings bin ich auch nach wie vor der Meinung, dass solche Statussymbole keine Lady auszeichnen. Tut mir leid, aber dieses Denken ist mehr als oberflächlich.

    Herzliche Grüße
    Dani

    PS: Ich würde auch keine 1000 Euro für einen Kaschmirpullover ausgeben und stimme Constanze zu: Für 100-150 Euro bekommt man schon tolle Varianten.

  • Sol sagt:

    „@ sol: bei Deinem Problem mit Statussymbolen frage ich mich warum Du hier überhaupt liest und
    postest….fährst Du Dacia ;-)“

    Ich weiß nicht wie selektiv deine Wahrnehmung ist, aber dieser Blog bietet auch ganz nette Artikel zur Etikette, stilsicherem Auftreten, nette Café-Empfehlungen oder Reisetipps. Oder siehst du darüber großzügig hinweg, weil ein (vielleicht sogar hier empfohlenes?) Buch im Regal nicht als Statussymbol taugt?
    Den Kommentar mit dem Dacia ignoriere ich mal ganz.

    Dani, in ein haltbares Kleidungsstück zu investieren, ist sicherlich sinnvoller, als Saisonware zu kaufen, da stimme ich voll zu. Aber der von dir zitierte Pulli, der 12 Jahre hielt war JL´s 100-€-Pulli und nicht der im „höheren dreistelligen oder vierstelligen Bereich“ (Bavaria), den ich kritisiert habe ;)

  • Samt &Seide sagt:

    Ich liebe Kaschmir Sachen von Kate Storm alles ca. um 100.- € Pulli, Cardigan… extrem haltbar, Super waschbar im Wollwaschprogramm 30 Grad.
    Gekauft bei Keller Warth in Biberach an der Riß, das wird es aber auch sonst wo geben, jedes Jahr ein, zwei Teile und die sind nach Jahren noch schön.
    Ein Drama erlebte ich hingegen mit einem Repeat Jäckchen für 269.- € das ich vorsorglich in die Reinigung gab und in Mini klein zurück bekam. Da will natürlich keiner verantwortlich sein, die Reinigung verweist auf den Hersteller und umgekehrt, doch dann kam der gute alte Schwiegermutter Tipp. Waschbecken voll Handwarmes Wasser, eher kühl, Jäckchen rein sanft das Wasswer wieder ausdrücken, auf ein Handtuch legen und leicht in die alte Form ziehen ( lang und breit) hat geklappt ! Und ab dann selbst gewaschen in der Maschine im Wollprogramm, war bis jetzt bei allem besser wie in der Reinigung. Also günstiger im Preis war bei mir nicht so empfindlich wie die teureren (doppelter Preis) Stücke. Das wunderbare an Kaschmir ist eben auch die natürliche Klimatisierung, kühlt bzw. reguliert bei warmem Wetter und wärmt herrlich bei kaltem Wetter.Ich Sage immer es gab ein Leben vor meinen Falke Kuschelsocken mit Kaschmir 12.-€ und ein Leben danach ! Ist auch ein Super Geschenk für Frauen und Männer, gibt es auch mit Noppen an der Sohle… herrlich !

  • Bavaria sagt:

    Interessant zu lesen, welche Kreise mein Beitrag gezogen hat.
    Eigentlich wollte ich ja damit nur ausdrücken, dass der Preis bei Kaschmir nicht das alleinige oder Hauptkriterium sein kann.
    Manche Reaktion konnte ich daher nicht wirklich nachvollziehen.
    Aber sei´s drum.

    Kurze Anmerkung zu einem Beitrag: Iris von Arnim-Teile gehören bei mir definitiv zu den „Keepern“; da bin ich eigentlich noch nie enttäuscht worden.
    Außerdem bevorzuge auch ich die eigene Wäsche (Waschmaschine) bei Kaschmirteilen gegenüber der Reinigung. Da kommen die Sachen nur bei schwerwiegenderen „Unfällen“ hin.

    Übrigens liegen meine Studienzeiten schon einige Zeit zurück (Insofern liegt auch keine Zweckentfremdung von Bafög vor :-) Den Blog besuche ich trotzdem sehr gerne

    Einen schönen Sonntag

  • Lina Tiarella sagt:

    sorry habe die Lady Frage erst jetzt gesehen.

    Der Preis ist nicht das Kriterium. Man muss einfach suchen und sich dann gute Marken merken. Ich habe auch einen Kaschmirpulli von Peter Hahn. Der ist einfach toll bei fast jedem Wetter (wo es nur noch Kapriolen schlägt). Ich habe auch schon einen Kaschmir-Seide-Pulli bei Aldi gekauft, auch der war toll.

    Zwei Wermutstropfen hat Kaschmir:

    1. Die Pullis etc gehen furchtbar schnell kaputt, noch schneller wenn sie Lieblingsstücke werden

    2. Sie sind ein gefundenes Fressen für Motten. Tiefkühltruhe (da ist der Schaden schon da), Mottenpapier (ist ziemlich giftig), Mottenschmetterlinge o.ä. aus Zedernholz (alles riecht danach wie aus Großmutters Mottenkiste), Lavendel (hilft nichts) – habt ihr einen guten Tipp?

    Zum Thema „Wie teuer ist es eine Lady zu sein?“:

    Wenn auf einem Kaschmirpulli für 100 Euro und auf einem für 1.000 beide Male steht: Made in China, dann halte ich die 1.000 Euro für Abzocke. Aber: Die Pullis z.B. Made in Italy werden weniger und weniger – auch bei teuren Labels.
    Oder kennt ihr noch welche?

    Ein schönes Wochenende!

  • B. Schrade sagt:

    Wenn Menschen erstklassige Leistung erbringen und z. B. erstklassige Waren herstellen so ist das
    eine kulturelle Leistung: Diese ist anzuerkennen und zu loben und zu preisen. Billig meint gut, recht und
    einer – hohen Norm – entsprechend. Ramsch ist also unbillig. Kommt Jedem à la longue teuer zu stehen.
    Und damit zur Wolle: Ich habe einen Wintermantel aus Hundehaar. Er ist schwer, er hält Kälte und Regen ab.
    Wenn ich nachts in eine Schneewehe falle, werde ich den Morgen erleben. In einem Pkw mit Sitzheizung
    und vier Klimazonen brauche ich ihn nicht. Ein Cashmerepullover auf der Haut ist ein Genuß.
    Wer zehn Paar Schuhe samt Kaschmirsocken, wer 80 Oberhemden oder Blusen, sehr viele andere Kleidung
    hat, muß sehr viel Pflege betreiben oder betreiben lassen oder immer wieder neu kaufen.
    Ein T-Shirt aus Baumwolle ist mit einem Teil aus Hanf zu vergleichen: Die Unterschiede, Funktion und Lebensdauer gilt es zu beachten. Seidenstrümpfe einer Frau oder Blue Jeans? Alles zu seiner Zeit und an seinem Platz. Qualität bedeutet, daß Menschen nicht Schund herstellen, sondern optimale Arbeit leisten und beste Werke herstellen. Meine Zeilen sind ein Gebrauchstext. Ein Gedicht hat hier keinen Platz. Und den Unterschied zwischen zweifädrig und vierfädrig Kaschmir werde ich auch noch herausfinden.
    Wer Kamelhaar liebt, soviel weiß ich aber schon, liebt oft auch die Höckerli darunter…
    Und das schreibt einer aus Bayern? Ja, dort wo die Unterhosen der Männer seit 200o Jahren aus Leder sind, weil die römischen Soldates sich dereinst nicht am eignen Kampfpanzer aufreiben wollten.
    Liebe Brüderinnen und Brüder! Seide, Tweed, Kaschmirwolle, Leder, Polyester, Gummi, Latex:
    Ihr müßt Euch entscheiden. Und wenn Ihr nicht nackt sein wolltet, so
    habt Ihr noch ein weiteres Problem: die Muster, die Webart, den Schnitt, die Farben, die Mode. Handarbeit oder Maschine?
    Ich finde damit kann die Menschheit sich gut und gern die nächsten 4000 Jahre befassen.
    Wär doch besser als mit Waffen sich auszurotten…Obwohl Kleider können auch Waffe sein:
    Man denke nur an High heels mit 15cm Stiletto. Gefährlich auch Tangastrings aus Zahnseide.
    Männer Unterhosen mit achtzehn Nähten. Ein langer Seidenshawl im offenen Cabrio mit Speichenrädern.
    Ich muß schließen, muß überlegen, was ich unter den „pull-over“ und was über den „pull-under“ mir anlegen lasse. Dann geh ich ins Hermes-Luxuslädchen und stelle ein Päckchen auf die Ladentheke und sage:
    Sie versenden auch Motten? Und: Kann das Päckchen offen bleiben? Wenn nicht legen sie bitte zuvor etwas Kaschmir drauf. Schnell dann noch meine Visitenkarten verteilt auf denen mein Beruf steht:
    Kunststopfer. Das macht Laune. Es ist halt alles „Ermessenssache“…

  • Marc sagt:

    Liebe Lina Tiarella,
    Gott sei Dank gibt es auch im Bereich Kaschmir noch bestes Made in Italy, als führender Hersteller von Schals und Pullovern ist hier ohne den Hauch eines Zweifels Colombo zu nennen. Die Erzeugnisse sind zwar alles andere als billig (Schal für 200€ bis 800€, Pullover für 400€ bis 2000€), aber für die Qualität kann man die Hand ins Feuer legen. Der Stoff wird, wie beim Wettberwerber Loro Piana, der ebenfalls weltweit spitze ist, nur aus langfaserigen Garnen hergestellt. Diese sind besonders wertvoll, weil sie nur im 2-Jahres-Rhythmus am Bauch der Ziege herausgekämmt werden, und kosten auf dem Rohstoffmarkt bis zum Zehnfachen der ’normalen‘ Kaschmir-Garne. Weil sie länger sind, hält der Stoff aber auch deutlich länger – der Preis ist also durch die längere Lebensdauer durchaus gerechtfertigt. Wichtig ist es, beim Kauf darauf zu achten, dass Traditionsunterehmen den Stoff liefern, die mit ihrem Namen für die Herkunft der Materialien bürgen.
    Liebe Grüße,
    Marc
    PS: Erlaube mir, einen Artikel von mir dazu zu empfehlen: http://www.europolitan.de/Leben/Cashmere/Cashmere-Schal-Colombo-und-Loro-Piana-einsame-Spitze-in-Sachen-Qualitaet/278,17690,0,0.html

  • Karina L. sagt:

    Rechnen wir mal nach. 100EUR -19% MwSt. -30% Händlermarge -Logistik&Vertrieb -Marketing -Herstellergewinn -Herstellungskosten = Rohstoffkosten für den Hersteller des Endproduktes, darin ist noch nicht eingerechnet das der Rohstoff aufwendig gewonnen wird und dessen Kostenstruktur ähnlich aussieht. Und jeder in der Herstellungskette möchte am Abend etwas essen und ein Dach über dem Kopf haben. Wir sprechen hier in weiten Teilen von Hand- und Manufakturarbeit, da entstehen höhere Einzelstückkosten.

    Bei 200…400g für ein Strickoberteil (Sweater, Cardigan) kann sich jeder selbst ein Bild machen was ein 100% Kaschmirbekleidungsstück im Normalfall (also kein Sale) kosten muss. Wenn es weiter hilft kann man auch nach Hawick in Schottland reisen und sich vor Ort bei den Herstellern hochwertigen Kaschmirstricks informieren, oder nach Italien. Ein einfacher Pullover in 2-ply V-Neck unifarben, von einem Hersteller der auf hochwertige Qualität setzt, kostet im Einzelhandel 200…250EUR unter dem Preis ist es nicht zu machen. Wer das nicht bereit ist zu zahlen, kann auf Marino oder Lammwolle ausweichen oder wer es ganz preiswert möchte: Baumwolle.

    Bei ordentlicher Pflege, und da fängt das Problem an, denn die meisten haben zu wenig Kaschmir damit sich eine Reinigung schonend durchführen lässt, hat man den Standard Pullover in 2-ply V-Neck unifarben, für 20…30 Jahre. Das sind pro Jahr keine zwei Flaschen guter Wein, eine zu Ostern und eine zu Weihnachten. Tolle Aussicht!

    Ich besitze geerbten Kaschmirstrick der ist ca. 30 Jahre alt, keine ausbuddeln, kein Geruch, sehr weich. Verglichen mit so einigen Baumwollstricksachen, die keine zwei Jahre alt sind, ist mir ein klassischer Kaschmirstrick tausend mal lieber. Weniger ist in der Regel oft mehr.

  • Anna sagt:

    Ich finde die Artikel zum Teil sehr interessant, ich wollte herausfinden, woran ich echten Kaschmir erkenne. Ich habe mir einen großen Schal von Jette gekauft ,er soll zu 100% aus Kaschmir bestehen. Da sich aber nur ein Jette Etikett am Schal befindet und kein Kaschmir Etikett, bin ich jetzt doch verunsichert, ich habe einfach geglaubt, von Jette, das wird auch stimmen, eigentlich doch ein guter Name. Kann mir jemand helfen?

  • Maria-Theresia sagt:

    Erst heute finde ich diesen interessanten Artikel. Ich teile größtenteils die Meinung „weniger ist mehr“.
    Beschreiben kann man die Vorzüge von guter Qualität nicht, man muß es erleben.
    Lina Tiarella du frägst „Made in Italy werden weniger und weniger – auch bei teuren Labels.
    Oder kennt ihr noch welche?“
    Ja ich habe eines entdeckt: WALTER WERNER in Bad Aibling Oberbayern. Ein Modeatelier wie es in Deutschland kaum zu finden ist. Da kostet ein schönes Cashmere Teil aus orig. Loro Piana Stoffen etwa halb soviel wie in den Loro Piana Boutiquen.
    Die Kollektion umfaßt aber auch Teile aus Stoffen von Colombo, Piacenza und anderen.
    Eine große Auswahl von Jacken und Mäntel sind aus wunderbaren Doubleface-Stoffen und werden in Handarbeit gefertigt.
    Ich denke genauso wie Dani schreibt: „Du kannst natürlich auch jedes Jahr einen Pullover für 50 Euro kaufen, wirst damit aber letztlich mehr bezahlen, niemals das wunderbare Gefühl von Kaschmir auf der Haut haben und keine persönliche Bindung zu dem Kleidungsstück aufbauen.“

  • Kathrin sagt:

    Oh vielen Dank für den Tip „Walter Werner“… da hab ich 5 Jahre in Aibling gelebt und WW nie entdeckt, Schande über mich.

    Generell gilt, dass ich bereit wäre (konjunktivus financialus), Loro piana (also Louis Vouitton;)) zu kaufen denn die Tierhaltung / das Auskämmen gilt bei LP als vorbildlilch. Wer billigen Kaschmir kauft, kauft Tierleid, und zwar unermessliches. Das wäre mir persönlich dann zu teuer. Somit geht dann halt leider nur hochwertig und ethisch korrekt zu kaufen und da ist man recht flott im realen 4stelligen Bereich angelangt. LP hat iÜ ein Outlet in noventa di piave. Immer noch teuer, aber zumindest braucht man keinen reanimationserfahrenen Begleiter bei den Preisen.

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