Lady-Frage

Liebe Dani, liebe Constanze (die ja Lehramt studiert),
ich arbeite seit einigen Jahren als Englischlehrerin an einem Gymnasium, das derzeit sein 425-jähriges Jubiläum feiert – Tradition wird folglich groß geschrieben. Tradition hat in meinem Beruf leider auch die häufig von Kollegen betriebene Ignoranz des Begriffs „Stil“. Jeder hat sicher entsprechende Bilder aus der eigenen Schulzeit parat. Kleidet man sich ladylike (was mein eigener Anspruch ist), sind abschätzige Blicke und herablassende Kommentare nicht ungewöhnlich. Da Kleidung die Visitenkarte eines jeden Menschen ist und wir täglich vor ca. 100 Schülern und vielen Kollegen stehen, ist es für uns Lehrer sicher umso wichtiger.

Was meint Ihr: Welches Outfit ist für Lehrer angebracht, um ladylike aufzutreten, ohne aber zu sehr so auszusehen, als wolle man ins Büro? Für Tipps bin Euch schon jetzt sehr dankbar – genauso wie für Euren wundervollen Blog!

Viele Grüße aus Hamburg,
Eure Sydney


Liebe Sydney,

genau diese Frage beschäftigt mich im Moment auch. Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich wohl im Blazer oder auch mal mit Rock und Bluse in die Schule gehen werde. Aktuell bin ich jedoch vor allem an einer Grundschule tätig und habe folgende Dinge festgestellt:
1. Röcke sind furchtbar unpraktisch, wenn man ständig neben den Schülern hockt.
2. Man braucht unbedingt Hosentaschen! Wohin sonst mit dem Schlüssel, den unvermeidlichen Hustenbonbons und dem anderen Kleinkram?
3. Man hat immer – ja wirklich immer! – irgendwo Kreidestaub an der Kleidung.
4. Ohne Armbanduhr ist man aufgeschmissen.

Viele Kollegen sind also aus gutem Grund praktisch gekleidet. Ein absolutes No-Go sind für mich allerdings nackte Männerbeine, Flip-Flops, Kapuzenpullover (außer es ist der schuleigene) und sehr kurze Röcke. Ich selber greife im Moment meistens zu Jeans, Stiefeln, Segelschuhen oder Budapestern und darüber Bluse oder Poloshirt und Pullover oder Cardigan. Dazu kombiniere ich den für Lehrer scheinbar obligatorischen großen Schal, ein wenig Schmuck – und schon kann es losgehen! Am Gymnasium in Hamburg kannst Du Dich aber sicherlich etwas schicker kleiden als ich an der „Dörpschule“ in Schleswig-Holstein. Du wirst ja wahrscheinlich eher selten auf dem Boden sitzen oder mit den Schülern in den moorigen Schulwald gehen.

Alles Liebe Constanze
P.S.: Gegenfrage: Welche Schultasche benutzt Du? Rolltrolleys sind nicht mein Fall und der Klassiker von Bree ist bei einer E11-Besoldung leider nicht drin.

Bild-Credit: Shutterstock.com

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29 Kommentare
  • Eva sagt:

    Auch ich sehe von Zeit zu Zeit eine Schule von innen und trage in den meisten Fällen Jeans, Jeans und nochmal Jeans. Ein schickes, nicht zu tief ausgeschnittenes T-Shirt oder auch ne Bluse, manchmal ein Blazer oder meine geliebten Fleecejacken. Nicht wirklich ladylike, aber mit vielen Taschen versehen, praktisch und bequem.
    Das Schuhwerk wechselt von Chucks über Schnürschuh zu Loafers- je nach Gusto und Anlass.

    Sollte ich, weil ich unmittelbar nach der Schule zu einem anderen Termin muss, mal im Anzug oder Kostüm kommen, fällt das meinen Kids immer (meist positiv übrigens) auf. :)

  • Dani sagt:

    Liebe Sydney,

    da ich noch nie an einer Schule gearbeitet habe, kenne ich mich natürlich mit den praktischen Gesichtspunkten weniger gut aus. Ich finde jedoch, dass der Preppy-Stil perfekt für den Schul- und Unialltag gemacht ist. Meine ideale Vorstellung sieht so aus: Cordhosen -und röcke, gerne auch mal eine Jeans, im Sommer farbenfrohe Stoffhosen kombiniert mit vielen fröhlichen Blusen, dazu Cardigans und Blazer mit Ellenbogenpatches. Im Sommer auch mal ein Kleid! Ich würde wie Constanze jedoch flache Schuhe wählen, also Segelschuhe, Loafers, Ballerinas und natürlich eine tolle alte Ledertasche, eine auffällige (Horn?-)Brille und dezenter Schmuck.

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Caroline sagt:

    Daumen hoch für Constanzes vier Feststellungen! Und nicht vergessen… Haare hochstecken oder zumindest zusammenbinden ;)

    Liebe Grüße,
    Caro

  • Katrin sagt:

    Liebe Constanze,

    vielen Dank für die pragmatische Antwort. Ich fühle mich sehr bestätigt. Vor allem nachdem ich Freitag wieder einmal feststellen musste, dass eine Strumpfhose im Werkunterricht eigentlich nichts zu suchen hat. Egal, dafür sah ich gut aus (;

    Übrigens ich benutze zur Zeit eine Reisenthel-Tasche. Der Allrounder ist äußerst praktisch, denn er hat viele kleine Innenfächer neben dem großen Fach, in das auch mal ein Ordner oder sogar der Laptop passt. Er ist günstig, hält bei mir etwa 2 Jahre und dann habe ich auch schon das Design satt und kann mir eine neue aussuchen.

    Viele Grüße,
    Katrin

  • Sol sagt:

    Und ganz wichtig: Nicht riechen! Weder ungewaschen noch überparfümiert. Sollte eine absolute Selbstverständlichkeit sein, aber aus meiner Schulzeit hab ich da ganz grausige Erinnerungen an beide Extreme.
    Und: Sich von seinen Schülern unterscheiden. Wir hatten supernette ReferendarInnen, aber jemand, der kaum älter ist als man selbst wird spätestens dan nicht mehr ernst genommen, wenn er die gleiche H&M-Strickjacke trägt.

  • Brockdorff sagt:

    Früher wollte ich auch Lehramt studieren. Habe mich letztlich dagegen entschieden und wurde Jurist. Während meines Schulpraktikums an einem altsprachlichen Gymnasium (im Sommer) trug ich Chinos, Polos und Timberland. Also ordentlich und altersgemäß. Denke ich an meine eigene Schulzeit zurück, so bleibt mir mein ehemaliger Sport und Französischlehrer besonders in Erinnerung: uralt Jogginganzug im Sportunterricht (100 Jahre alter Adidasjogginganzug) und oft trug der Lehrer diesen auch im Französischunterricht…schrecklich

  • Sonnenstrahl sagt:

    Liebe Ladys,

    Ich bin selbst nebenberuflich Lehrerin – allerdings an einer Berufsschule. Dahin verschwinde ich alle paar Tage raus aus meinem Büroalltag, was auch einen gewissen Spagat bedeutet.

    Für mich habe ich dabei herausgefunden, dass ich mich in klassischen Outfits, die aber immer eine moderne Komponente enthalten, am wohlsten fühle. So bin ich den Schüler nahe, hebe ich mich aber doch deutlich ab. Denn Sols Anmerkung finde ich sehr richtig – bloß nicht das gleiche tragen wie die Schüler.

    Blazer und Stoffhose kombiniere ich z.B. mit Shirt und Tuch. Chinohosen mit Blusen und Strickjacken, wenns im Büro ein ruhiger Tag ist, darfs auch mal eine Jeans sein, dann aber mit chicer Bluse und Perlenkette. Einzig Röcke und Kleider trage ich nicht, nachdem vor einigen Jahre mal bei den Herren des Kurses meine Beine höher im Kurs standen als der Unterrichtsinhalt :-).

    Von daher finde ich Danis Vorschläge schon gut – mit dem Preppistil macht man nichts verkehrt, genauso wie dem englischen Landoutfit an kühleren Tagen, z.B. ein Twin-Set. Ein Freund von mir ist Musiklehrer und trägt Tag ein, Tag aus (gut sitzende klassische) Jeans in dunkelblau oder schwarz, dazu immer ein Hemd und nach Lust und Laune auch ein Sakko. Ich finde ihn immer gut, aber passend gekleidet.

    Liebe Grüße aus Hannover

  • Sydney sagt:

    Liebe Constanze,

    Dir und allen anderen vielen herzlichen Dank für die Tipps, die ich zumeist gut in meinen Alltag „einarbeiten“ kann! Du hast recht, dass ich kaum neben den Schülern hocke und nur selten in den Wald gehe. Daher werde ich mit einigen Problemen weniger konfrontiert.
    Die Rock-/ Kleidlänge ist für mich äußerst wichtig – der Arbeitsplatz ist kein Laufsteg! Was man da manchmal so zu sehen bekommt… . Sehr wichtig ist es meiner Meinung nach auch, nicht immer gleich auszusehen, seinem Stil aber trotzdem treu zu bleiben.
    Die Tasche ist ein Thema für sich… sie muss groß genug sein, um auch Material für 6-8 Stunden beinhalten zu können, muss beim Pendeln auch noch gut zu transportieren sein (schwer!) und – natürlich – sollte sie schick sein. Ich habe die perfekte Kombination noch nicht gefunden und bin für Tipps sehr dankbar. Mein Rucksack verursacht zwar keine Rückenschmerzen, ist aber auch alles andere als stylisch… .

    Viele Grüße,
    Sydney

  • Amalia sagt:

    Wenn ich mich an meine Schulpraktika erinnere (ich bin letztlich nach dem Studium nicht ins Lehramt gegangen), dann wurde da manchmal regelrecht eine ‚Nahkampfausrüstung‘ benötigt, jedenfalls aber rutschfeste Schuhe.

    An einem Traditionsgymnasium in Hamburg ist das sicher anders! Sehr ‚angezogen‘ und doch alltagstauglich ist ja auch immer der ganz klassische ‚Hanseatenlook‘ mit blauem Blazer, Streifenbluse, Perlen (Ohrringe und/oder Kette), dazu je nach Bedarf Jeans oder graue Stoffhose und schwarze Pennyloafer.

    Beim Preppy-Look kann’s m.E. daneben gehen, wenn die Hamburger Kids mit den Clubklamotten der altehrwürdigen Segel-/Ruder-/Tennis-/Hockey-Vereine ankommen und man selbst bloß die Phantasiewappen von Ralph und Tommy auf der Brust trägt… ;-(
    Helfen kann da z.B. der Alumni-Shop der eigenen Uni, die haben inzwischen oft tragbare Polos mit Uni-Siegel!

    LG
    Amalia

  • Brockdorff sagt:

    Gerade als (angehender) Lehrer sollte man modetechnisch Understatement an den Tag legen. Alles andere wäre vollkommen unangebracht…

  • Bavaria sagt:

    Ich unterrichte an einer Grundschule und finde es wichtig, mich in meiner Kleidung wohl zu fühlen und mich auch zu meinem Stil zu bekennen. Hab ich von Anfang an so gemacht und bin damit gut gefahren.
    Chinos/ Jeans und schöner Strick sind tolle Alltagspartner. Aber je nach Lust und Laune kann`s auch mal ein Janker oder im Sommer auch ein Dirndl sein (Südbayern). Das liebste Kompliment meiner kleinen Schülerinnen ist dann oft: „Heit hast aber a scheens Gwand an!“
    Interessant ist auch, wie genau selbst die Kleinen Schuhe beobachten. Gerade die Jungs schauen schon sehr genau, wobei ich immer flache Schuhe, die dafür in allen möglichen Farben trage.

  • S.G. sagt:

    Als ich in der Schule anfing, war ich mir auch nicht sicher, was man dort tragen sollte. Zu Anfang habe ich den Rat beherzigt, den man auch in einem neuen Unternehemn bekommt: sich an den Kollegen orientieren.
    Allerdings kann ich meinen Vor-Kommentatoren nur zustimmen, dass es da manchmal ganz gruselige Erscheinungen gibt. Ich habe einige internationale Freundinnen und alle haben mir bestätigt, dass der Stil deutscher Frauen als recht unelegant und unfeminin gilt. Merkwürdigerweise scheint man bei anderen Kolleginnen teilweise negativ aufzufallen, wenn man ein farblich abgestimmtes Outfit aus Bleistiftrock, Bluse und Blazer trägt, das nicht gerade aus dem Schaufenster von „Bonita“ stammen könnte. Es scheint eine typische Attitüde des Schuldienstes zu sein, das als eine Form von Eitelkeit zu betrachten.

    Irgendwann habe ich mich aber entschieden, das zu ignorieren (ich bin selber auf eine Privatschule gegangen) und mich elegant, aber schlicht zu kleiden. Einige Kollegen scheinen auch nicht daran zu denken, dass die lieben Schülerinnen und Schüler uns tagein tagaus 45 min lang ansehen müssen – und da sollte man schon aus Höflichkeit dem Auge ein angenehmes Bild bieten.

    Als Tipp für alle Kolleginnen kann ich die Schuhmarke „Högl“ sehr empfehlen: elegant und sehr bequem. Denn gerade wenn man den ganzen Tag steht, sollte man auf gutes Schuhwerk achten. Das war einer der ersten guten Ratschläge der älteren Kolleginnen, als ich in der Schule anfing (die trugen allerdings Modelle mit Klettverschlüssen).
    Und bei dem leidigen Hosentaschen-Problem: mein Geheimtipp ist der „TimeTEX Schlüsselband-Aufroller mit Clip“, unglaublich praktisch und lässt sich mit einem hübschen Schlüsselanhänger optisch sehr aufwerten.

  • Horst sagt:

    um Gottes Willen keinen Blazer – ich glaube dann entspricht man ruck-zuck dem Klischee einer langweiligen, erzkonservativen Lehrerin. Preppy finde ich absolut over – da macht man sich ja vor Schülern zum Depp; in der Jugendkultur ist es dann doch eher ne Zielscheibe. Und Perlen wollen wir doch lieber den Perlenpaulas dieser Welt überlassen, non?
    Was mich etwas irritiert, ist die Aussage das man nicht das gleiche wie die Schüler anziehen soll?! Warum? Will man seine Autorität steigern? Macht man das nicht anders?
    Verstehe nicht warum ne Lehrerin automatisch oldfashioned durch die Schule laufen muss.

    Labels sollten wenig bis gar nicht eingesetzt werden und wenn sowieso nicht plakativ; Die Chanel-Tasche muss es einfach nicht sein. Auch so ein Kenzo-Tiger wirkt bei 14jährigen Schülerinnen ja ganz putzig, bei erwachsenen Menschen dann eher tragisch. Ich würde Jeans, gut sitzenden Pullover und hochwertige Schuhe/Sneaker den Herren empfehlen, der angehenden Lehrerin auch ne (gut geschnittene) Jeans, vielleicht auch nen Bleistiftrock, schöne Bluse, wenns etwas ernster sein soll nen Hermès Tuch (die nicht spießig aussehen müssen). Sneaker finde ich bei Frauen fast immer unsexy, daher Pumps mit nicht zu hohem Absatz oder Loafer.

  • Dani sagt:

    Im Grunde sind wir uns doch einig, dass Lehrer Labels vermeiden sollten, das gilt sowohl für Tommy und Co. (richtig Amalia), als auch für Chanel und Co. (stimme ich Dir zu, Horst). Trotzdem sollte man jedoch Wert auf hochwertige Kleidung legen, man muss dann m.E. nicht mehr bei H&M shoppen (ja, Sol). Ob man den Preppy-Stil und Kord-Blazer jetzt mag, ist wohl eine Geschmackssache. Hermès-Tüchlein und Pumps finde ich auch toll, aber das sollte man von seiner Schule abhängig machen. Für Constanzes Dörp-Schul ist das beispielsweise wahrscheinlich ein bisschen „too much“.

    Alles Liebe, Dani

  • Samt &Seide sagt:

    Liebste Sydney,
    Im Katalog von Peter Hahn findest Du alles was Du brauchst, vorallem Basler hat wunderschöne Sachen. Mein Favorit, dunkelblaue Jeans von NYDJ ( herrlich bequem, trotzdem in Form) dazu eine weiße Bluse leicht tailliert über der Jeans ( nicht reinstecken außer Du hast Größe 34/36) und dazu einen Blazer und die aktuellen tollen Pretty Ballerinas in Sommerfarben – alles vom Peter Hahn Katalog, Super Qualität, die Größen Stimmen genau und die Preise sind es Wert !

  • Amalia sagt:

    Ihr Lieben,

    ich möchte doch noch einmal versuchen, eine Lanze für den (gut geschnittenen, modernen) Blazer zu brechen – oder zumindest dafür, nicht dasselbe zu tragen wie die Schülerinnen:

    Unterrichten am Gymnasium heißt im Alltag oft, daß man desinteressierten (oder zumindest an ganz anderen Gegenständen interessierten) jungen Menschen bestimmte Inhalte nachhaltig vermitteln muß, daß man dabei für eine halbwegs ruhige und produktive Arbeitsatmosphäre zu sorgen hat und die Kategorien „richtig“ und „falsch“ ebenso wie Bewertungen von Leistungen glaubwürdig kommunizieren muß.

    Manchen mag diese Rolle ganz natürlich in die Wiege gelegt sein, aber selbst solche Glückskinder haben mal einen schlechten Tag – und da kann ein Outfit, das ein wenig Distanz schafft, doch hilfreich sein, eben: zweckmäßige Arbeitskleidung.

    LG,
    Amalia

  • S.G. sagt:

    Liebe Amalia,

    da kann ich Dir nur Recht geben. Ein Blazer verschafft auch ein gewisses Maß an Seriosität (und Professionalität), auch bei Gesprächen mit Eltern. Man darf die Wirkung von Kleidung nicht unterschätzen und ich finde den Blazer als „Berufsbekleidung“ äußerst praktisch. Übrigens schätzen das auch die Schüler, die im allgemeinen sehr viel Wert auch auf das Äußere der Lehrer legen, auch wenn das nicht immer so direkt kommuniziert wird.

  • Dani sagt:

    Eine Freudin von mir, eine recht junge Lehrerin, gilt unter ihren Schülern übrigens als Stilvorbild und die Mädels kaufen ihr ständig Schmuck, Gürtel und Taschen nach – so herum kann es also auch laufen. :-)

  • Amalia sagt:

    @ Dani: …oh ja, das kenne ich sogar von mir selbst! Als ich so ca. 11 Jahre alt war, habe ich meine Klassenlehrerin haltlos bewundert, sie hatte eine grüngefärbte Haarsträhne und trug Hippiklamotten – was war ich glücklich, als ich einen (nur einen, wohlgemerkt) Ohrring mit bunten Federn ergattert hatte, ganz ähnlich, wie sie einen besaß! – Inzwischen habe ich mich davon übrigens stilistisch ein wenig emanzipiert… ;)

  • Sydney sagt:

    Liebe Ladies,

    Ich persönlich lege großen Wert darauf, auf gar keinen Fall wie meine Schüler auszusehen. Zumindest bei uns wird das von Schülern – und auch Kollegen – als eher lächerlich, geradezu anbiedernd empfunden. Wir Lehrer müssen zwangsläufig Distanz wahren und dies gelingt u.a. durch unser Äußeres. Danke, Amalia, ich stimme Dir absolut zu!
    Ob man außerdem als Nicht-Teenager wie einer Teenie aussehen sollte, sei dahingestellt. Für uns ist es allerdings mehr als reine Geschmackssache. In gar keinem Fall aber trägt es zur Seriosität bei. Man geht doch auch nicht im Kapuzenpulli zum Banktermin – aber unsere Schüler sollen uns darin ernst nehmen?

    Viele Grüße!

  • S.G. sagt:

    Ich finde auch die Accessoires bei einem Lehrer-Outfit wichtig: als Mäppchen für meine Stifte hat sich auch von Longchamp die Le Pilage Kosmetiktasche (klein) bewährt. Einige Schülerinnen haben sie schon „nachgekauft“ und ich finde sie viel schöner als die Mäppchen aus Leder, die es in jedem Schreibwarengeschäft gibt.

    Für die praktischen, aber scheußlich-gelben Lehrerterminkalender von TimeTex basteln sich manche Kollegen eine Hülle, aber inzwischen gibt es dafür auch vom Hersteller sehr schöne aus Leder: ich habe meine seit Beginn des Schuljahres und die Qualität hat mich überzeugt.

  • Caroline sagt:

    Bei all diesen schönen Stildiskussionen nicht vergessen, dass es durchaus verschiedene Schularten gibt :) Die Frage drehte sich um Gymnasium, Constanze beschreibt ihre Grundschulkleidung… eigentlich zwei so unterschiedliche Situationen, dass man sie kaum vergleichen kann!
    So gerne ich mir Gedanken um meine Kleidung mache, in der Grundschule ist wichtig, dass ich mich bequem auf den Boden hocken kann (keine Hüftjeans), nach oben auf den Schrank fassen kann ohne Bauch blitzen zu lassen, um Himmels willen schneller zum Sport umgezogen bin als meine Schüler und sich die Klamotten richtig gut waschen lassen.

    Mein liebstes Seidentüchlein hab ich schweren Herzens weggeworfen als ich dummerweise Kindern die Augen damit verbunden hab. Die Triefnasen die daran abgewischt wurden konnte ich einfach nicht vergessen…

  • kiga sagt:

    Ich habe jetzt ein halbes Jahr Referendariatszeit hinter mir und habe unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Anfangs habe ich mich eher klassisch und erwachsen gekleidet, aber immer mit einem hauch Sportlichkeit (Blazer, schickes T-shirt,Stoffhose und Sneakers) damit die Outfits nicht bieder und alt wirken und ich mich von den Schülern abhebe. Das war mir persönlich für mein Gefühl anfangs sehr wichtig. Wenn ich ein sehr modernes jüngeres Outfit gewählt habe, ist es mir dann durchaus auch passiert das Schülerinnen angekommen sind und wissen wollten wo ich dieses oder jenes gekauft habe.

    Ich denke am Gymnasium kann mann durchaus einen Blazer oder auch mal Kaputzenpulli tragen, es muss nur alles ordentlich, gebügelt und sehr gut kombiniert werden. Außerdem sollte man sich in seinen Sachen wohl fühlen.

    Taschen: Ich kombiniere gerne Klassische Outfits mit einer Note sportlichkeit, weshalb ich die Kurriertaschen von Timbuk2 nur empfehlen kann. Da sie sicher nicht die Sache von vielen Lesern dieses Blogges sein werden, hier ein Link zu einer kleinen Auswahl klassischer Lehrertaschen.
    http://shop.4teachers.de/Lehrertaschen:::46.html?XTCsid=bcpb2n21u6c2b84ulk4mepmeh6

  • Constanze sagt:

    Hallo ihr,

    natürlich verlangen unterschiedliche Schultypen unterschiedliche Bekleidung. Aber vergleichbar ist es trotzdem. An meiner Schule sind Schüler von Klasse 1 bis 10 und ab nächstem Schuljahr gibt es hoffentlich auch eine Oberstufe. Ob ich an einem Tag mehr bei den Kleinen oder bei den Großen bin wirkt sich kein bisschen auf meine Kleidung aus. Hüftjeans und knappe Oberteile sind nie praktisch, geschweige denn angemessen. :) Am wichtigsten ist es mir, dass ich mich in der Kleidung wohlfühle – schließlich steht man den ganzen Tag vor Menschen und wird angeschaut.

    Nicht wie die Schüler auszusehen ist ebenfalls wichtig. Das heißt nicht, dass man nicht mehr bei H&M einkaufen darf, sondern dass man sich ein wenig von den Schülern abhebt. Denn nicht immer kommt es gut an, wenn man ihnen zu nah ist. Authentizität ist wichtig!

    Alles Liebe
    Constanze

    P.S.: Ich frage mich etwas warum ich ein Seidentuch mit in die Schule nehme und den Schülern gebe, wenn ich mich dann davor ekel?

  • NoraChris sagt:

    Intressante Diskussion, ich glaube man muss sich mehr in die Schüler reinversetzen, für die ist das schon ein Thema. Ich erinnere mich an meine Zeit am Gymnasium – noch nicht so lange her – und zumindest in den höheren Jahrgängen haben wir uns echt oft tot gelästert über manche Outfits besonders wenn sie betont jung wirken sollten (Halbglatze aber T-Shirt…) oder uns einfach nicht gefallen haben wie Ökomode o.ä. Schnell wanderten dann Zettelchen von Tisch zu Tisch oder zum Lehrer in die Tasche… Schüler können da eben schon mal übelst fies sein und fühlen sich in der Gruppe schnell über alles erhaben und wo Lehrer verwundbar wirken schnappt man eben schnell zu. Das wäre sicher anders wenn die Akzeptanz des Lehrerberufs bei Jugendlichen höher wäre, das wäre eine echte Aufgabe. Ich jedenfalls mochte immer die modisch dezenten Lehrer,von daher stimme ich den meisten zu, je nach Schule, Richtung kann casual preppy oder z.B. ein Hanseatenblazer und Jeans nie wirklich falsch sein.

    Auf keinen Fall würde ich mich extra für die Schule „verkleiden“ wenn es deinem Stil und deinen Ansichten nicht entspricht: eine Kuschelpädagogin im Kostüm wirkt auf Schüler genauso falsch wie eine strenge Paukerin in löchriger Jeans. Oder stell dir vor die Schüler sehen dich in der Schule mit Steckfrisur und Hornbrille und erwischen dich privat kaugummi kauend im Kapuzzenpulli oder noch schlimmer umgekehrt .).

    Nora

    PS. Wenn der Unterricht richtig gut ist, spielt Mode übrigens keine Rolle mehr, meiner super Sportlehrerin habe ich selbst ihr pinkes Pimkieshirt mit türkisem Strass verziehen.

  • Caroline sagt:

    Constanze, ich wollte durch meinen Kommentar nicht Deinen Artikel kritisieren, sondern nur darauf hinweisen, dass es doch nicht nur darum geht wie schön man in seiner Kleidung aussieht sondern dass bei beruflicher Kleidung auch der praktische Aspkekt betrachtet werden muss. Dafür hast Du in Deinem Bericht ja schon einige Beispiele genannt.
    Warum ich das Seidentuch mitgenommen hab? Na weil es halt schön ausgesehen hat… normalerweise hab ich keine Berührungsängste und daher natürlich gern mein Tuch zum Augen verbinden „geopfert“. Und an dem Tag waren eben viiiiele viele Schnupfennasen anwesend… hab daraus gelernt :) Und das meine ich… in einer 10ten muss ich mir eigentlich nur Sorgen machen ob ich selber mich eindrecke, bei den Kleinen ist das noch ein wenig anders.

    Liebe Grüße,
    Caro

  • Constanze sagt:

    Liebe Caro,

    meine Antwort kam wohl etwas bissig rüber. Entschuldige!

    Ich möchte gern auch noch einmal den Punkt „Markenkleidung“ aufgreifen. Ich denke, dass sichtbare Marken in der Schule gar nichts zu suchen haben, weder an Schülern, noch an Kollegen. Schwierig, wenn man gern Tommy oder auch einfach nur Esprit oder S.Oliver trägt.
    Ich bin ein großer Freund von Schuluniformen. Nicht so streng, wie an einigen Britischen Schulen, aber zumindest einheitliche Polos/T-Shirts, Pullis und dazu schlichte Hosen oder Röcke fänd ich super. Aber leider gibt es da zu viele Gegner, die Schuluniformen mit Gleichmacherei gleichsetzen und die Individualität bedroht sehen. Schade, denn ich denke, es würde nicht nur gegen den Markenwahn angehen, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl stärken. An der Schule von meiner Mama gibt es super Polos und kuschelige Kapuzenjacken und -sweatshirts mit Schullogo. Ein Polo bekommt jeder Fünftklässser zur Einschulung und es ist wirklich süß, wenn sie auf Ausflügen oder Klassenfahrten alle (freiwillig!) damit rumlaufen. So weiß man auch gleich, wer dazugehört. :)

    Alles Liebe Constanze

    P.S.: Zwei meiner Drittklässler haben übrigens Mützen mit Echtfellbommel… wie findet ihr das?

  • Dani sagt:

    Liebe Constanze,

    Schuluniformen oder Pulli/Polos mit Schullogo finde ich auch ganz toll! Ich glaube und hoffe, das wird sich in Deutschland in den nächsten Jahren auch stärker durchsetzen.

    Liebe Grüße
    Dani

  • Caroline sagt:

    Dann ists ja gut, Constanze, mein Kommentar war nämlich auch gar nicht bissig gemeint und ich hab mir schon Gedanken gemacht ob er wohl so zu verstehen war :) Eigentlich sind wir nämlich gleicher Meinung, denke ich!

    Die Echtfellbommel… puh… erschreckend.

    Schulkleidung find ich schön, nur leider kann das auch nach hinten losgehen… ich kenne da ein Beispiel mit schrecklichen unförmigen T-Shirts, die einfach keiner tragen will :) Polos wären wohl die bessere Wahl gewesen :)

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