Lady-Frage

Hallo, meine lieben Damen!
Hier wird sehr oft über hochwertige Markenprodukte diskutiert. Ich finde es auch toll, wenn man so etwas dann auch einmal günstiger ergattert. Trotzdem würde ich hier gerne einmal eine Frage einwerfen, die so manche Lady bestimmt mit einem lauten „No-Go“ beantwortet: Was haltet Ihr von den Modelabels Mango und Zara? Ich persönlich muss nämlich sagen, dass ich total hingerissen bin. Vor allem Mango schneidet wie maßgeschneidert für meine Figur und ist 1 zu 1 mein Stil. Egal ob schwarzes Satin-Kostüm, ein weißer langer Woll-Mix-Mantel mit goldenen Knöpfen oder andere hübsche Teile. Ich fühl mich damit einfach wohl. Nun wollte ich gerne Eure Meinung einholen. Kann eine Lady mit solch einer 0815-Markenkleidung umherlaufen oder sollte man doch auf hochwertigere Kleidung umsteigen? Wobei ich sagen muss, ich behandle meine Lieblingsteile sehr gut und sie sehen auch nach Jahren top aus.

 Mit ganz lieben Grüßen Denise

punkt

Liebe Denise,

bei dieser Frage sind Dani und ich etwas unterschiedlicher Meinung. Dani vermeidet Labels wie Mango und Zara schon seit längerem komplett: „Schon seit einigen Jahren kaufe ich bei keiner der großen Modeketten mehr ein, weder H&M, noch Mango oder Zara. Ich bekomme leider häufig schon schlechte Laune wenn ich die Läden betrete, mit dieser stickigen Luft, den ramschigen Wühlbergen und den Schlangen vor der Umkleidekabine – von den miserabeln Arbeitsbedingungen, unter denen die Kleidungsstücke hergestellt werden, einmal ganz abgesehen.“ Ich denke, wie immer im Leben kommt es auch hier auf die „inneren Werte“ an. Gute Kleidung ist aus gutem Material und von anständig bezahlten und behandelten Angestellten hochwertig verarbeitet. Leider trifft der zweite Punkt auf fast gar keine Kleidung vollends zu, egal ob teuer oder günstig, fast jede große Firma hat irgendwie Dreck am Stecken.

Da wir die Arbeitsbedingung selten zu sehen bekommen, können wir uns deshalb nur am Material und an der Verarbeitung orientieren. Und da schneiden die günstigeren Firmen durchaus manchmal besser ab als die teuren Marken. Ich denke da an eine Jeans für ca. 130€, bei der sich beim zweiten Tragen die Nähte gelöst haben und Polos für 15€, die ich schon seit Jahren trage. Allerdings: Am schönsten sind Naturmaterialien wie Seide, Kaschmir oder auch Biobaumwolle und die sind einfach hochpreisig. Ob ein Kleidungsstück gut verarbeitet ist, kannst Du beispielsweise an der Verarbeitung der Nähten oder der Knöpfe erkennen. Du fragst konkret nach Mango und Zara. Zur Qualität von Zara kann ich Dir persönlich nicht viel sagen, vielleicht hat ja die eine oder andere Leserin hier Erfahrung? Mango trage ich auch ganz gern. Meine Lieblingsbluse des letzten Sommers hat allerdings leicht ihre Form verloren, meine „Ausgehtops“ sind jedoch nach wie vor super. Lass Dich nicht vom Markenwahn irritieren!

Alles Liebe
Constanze, die vom günstigen Sport-Shirt bis zum Burberrymantel alles im Schrank hat

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31 Kommentare
  • Dani sagt:

    Liebe Denise, liebe Constanze,

    ich möchte noch einiges ergänzen: Mag sein, dass viele große Firmen Dreck am Stecken haben (wobei es auch hier Alternativen gibt, z.B. viele Outdoormarken und Traditionslabels), aber mit der Konsequenz, die Herstellungsbedingungen dann zu vernachlässigen, macht man es sich m.E. doch etwas leicht. Auf Zara, Mango und Co. zu verzichten, bedeutet ja nicht gleichzeitig, nur noch bei Luxusmarken wie Burberry und Louis Vuitton einzukaufen. Es gibt so viele kleine (deutsche) Labels, die wir hier immer wieder auf dem Blog vorstellen und die Produkte liebevoll in Handarbeit herstellen – ist das nicht toll? Wir unterstützen damit ein Nachwuchslabel, wissen woher die Produkte stammen und dass sie mit Leidenschaft und Begeisterung gefertigt wurden. Häufig sind die Sachen nicht einmal teurer als die Klamotte von Zara. Erwähnt sei hier z.B. Linodi – meine Tasche trage ich gerade fast täglich und werde immer wieder darauf angesprochen. Denn das ist ein weiterer Aspekt: Wer möchte denn in diesem Einheitslook herumlaufen, den Zara und Co. propagieren? Und noch etwas, das mir an den Ketten gewaltig stinkt: Sie verführen dazu, Kleidung nicht mehr wertzuschätzen, sich ständig neuanzukleiden und die Schränke überquellen zu lassen – kostet ja nichts.

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Horst sagt:

    Es kann nicht ladylike sein, bei einem Label einzukaufen, wo es bekannt ist, dass Menschen drunter leiden. Es zeugt eigentlich nur davon, dass man sich selbst nichts wert ist.
    Das Dani sich klar von solchen Labels distanziert, finde ich nur konsequent, auch weil ich mir denken kann, dass solche Labels ihr die Bude einrennen, um hier auf dem Blog zu landen.
    Das Argument mit dem mangelnden Geld, was oft kommt, lass ich nicht gelten – wie hier auch schon oft genug geschrieben wurde, sind zeitlose Teile die schönsten und von nem Hermès Tuch hat im besten Falle auch die nachfolgende Generation was – setzt das mal in ein Kosten-Nutzen-Verhältnis …

  • Anja sagt:

    Nur ein kleiner Hinweis Dani deine Shorts beim Outfitpost auf der Insel Lido ist auch von H&M. Hattest du zumindest unter dem Bild so angegeben ;-)

  • Dani sagt:

    Das stimmt liebe Anja, aber die Hose ist bestimmt schon 6 oder 7 Jahre alt. Werde meine Sachen von H&M oder Zara natürlich weiter tragen und sie nicht wegwerfen. Ich kaufe allerdings nichts mehr dort.

  • Sisyphee sagt:

    Ich bin sehr froh, dass ihr euch hier bei euren Antworten ganz klar auf die Herstellungsbedingungen bezieht, obwohl darauf in der Frage nicht explizit eingegangen wurde. Ich bin auch absolut der Meinung, dass es rein gar nichts ladylike-es hat, wenn man hier nicht über die eigenen (Stil-)Bedürfnisse hinausgeht. Mittlerweile ist ja wirklich hinreichend bekannt, dass den Näherinnen fürchterliches Unrecht getan wird. Leider passiert das auch und noch viel schlimmer in den Webereien (unabhängig davon, wo oder unter welchem Namen ein Artikel hergestellt wird, das Garn für den Stoff kommt meist von dort), vor allem in Bangalore. Man erkundige sich hierzu unter dem Stichwort „Sumangali-Prinzip“. Wie Dani aber bereits sagte: Wenn mehr Wert auf Qualität (nicht nur des Materials) gelegt würde, hätten sich solche Bedingungen in Kürze erledigt.

  • MissAnn sagt:

    Wer garantiert, dass die „teureren“ Unternehmen unbedingt besser sind? War nicht Hilfiger auch mal in schlechten Schlagzeilen wegen schlechter Arbeitsbedingungen? Bangladesch Produktion? Und ich müsste mich gewaltig täuschen, wenn dieses Label NICHT zu den Lady-liken gehören würde.

  • Sandra T. sagt:

    Es gibt auch Hersteller, die sich ganz klar auf die Produktionskette und die Bedingungen, die innerhalb dieser Produktionskette herrschen (das fängt ja schon bei der Baumwollproduktion an), beziehen. Mit dem Kauf von preiswerten Basics (ich sage bewusst: preis – wert, nicht günstig, nicht billig) kann man nichts falsch machen und ist dort auch mit einem kleineren Budget gut und qualitätsbewusst beraten. Ich denke da z. B. an hessnatur, die aktuell auch auf der fashion week Berlin mit einer ‚upcycling collection‘ wieder vertreten sind oder auch Grüne Erde und wie sie alle heißen. Die ‚grünen‘, fairen Hersteller haben längst ihr spießiges, unmodisches Image abgelegt und bleiben dennoch bezahlbar. Wer suchet, der wird sicher fündig.
    Ich bin auch froh, dass wir hier im Blog darüber diskutieren, denn es bedeutet ganz klar, dass die meisten sehr wohl für dieses Thema ‚zu haben sind‘ und sich Gedanken machen. Das ist richtig und wichtig.
    Ich betrete die Billig-Ketten auch schon sehr lange nicht mehr, allein der chemische Geruch der Kleider in ihrer Fülle, die ach so kurzen Halbwertszeiten der Kollektionen und diese Grabbeltischmentalität verleidet mir das Einkaufen, ganz zu schweigen von den Berichten aus den Herstellungsländern.
    Ist es ladylike, auf dem Rücken der Arbeiter und Arbeiterinnen Kleidung zu horten, die man nur kurz trägt und die sehr austauschbar ist? Darüber denken wir doch alle nach, nicht wahr?

    Schön, dass hier im Blog die ‚inneren Werte‘ ebenso zählen.
    Danke dafür, Sandra T.

  • Johanna sagt:

    Ich habe diesen Blog immer sehr geschätzt, nur Kleidung von Zara und Mango als ein „NoGo“ zu bezeichnen finde ich ziemlich hart. Ich bin junge 18 Jahre alt, schätze auch Markenkleidung und hochwertige, angenehme Stoffe, nur kann ich mir das einfach nicht immer leisten. Andere gar nicht. Vorallem bedeutet Marke nicht gleich gute Qualität und humane Produktionbedingungen!
    Etwas als NoGo zu bezeichnen schlließt für Verurteilung ein und Menschen aufgrund von Marken zu beurteilen, DAS ist für mich nicht Ladylike.

  • Dani sagt:

    Liebe Johanna,

    bitte versteh mich nicht falsch: hier wird niemand verurteilt, weil er sich eine bestimmte Marke nicht leisten kann – ganz im Gegenteil (siehe mein Kommentar oben)! Mir persönlich ist es einfach sehr wichtig, dass man hinterfragt, was man da trägt und nicht „kopflos“ jede Saison zu den großen Ketten pilgert und Stücke kauft, die nach wenigen Monaten nicht mehr gefallen, passen oder kaputt sind. Kleidungsstücke, für die u.U. Menschen leiden mussten, Stücke die sich, z.T. kaum getragen, irgendwann auf riesigen Müllbergen ansammeln.

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Dani sagt:

    Liebe MissAnn,

    Du hast vollkommen Recht, auch Tommy Hilfiger gilt nicht gerade als Vorzeigeunternehmen, was die Herstellungsbedingungen angeht. Allerdings habe ich das Gefühl, dass Kleidung hier nicht in den Dimensionen produziert und verramscht wird wie bei H&M oder Zara. Letztlich muss jeder selbst herausfinden, wo seine „Schmerzgrenze“ liegt. Bei mir fängt die ganz unten bei Kik und Primark an, über New Yorker, Pimkie, Orsay, H&M, Tally Weijl und wie die ganzen Läden heißen und endet bei C&A, Mango und Zara. Glaubt mir, der Verzicht auf Zara fiel mir nicht leicht – ich habe einige hübsche Kleidchen und Blazer im Schrank. Aber gerade Zara tut sich durch besonders mieserable Bedingungen hervor:

    http://www.zeit.de/lebensart/mode/2013-04/mode-zara-argentinien-vorwurf-zwangsarbeit
    http://www.welt.de/lifestyle/article13777414/Zara-zahlt-Millionenstrafe-wegen-Sklavenarbeit.html

    Schön dazu auch folgender Beitrag bei Jane Wayne: http://www.thisisjanewayne.com/news/2013/09/19/warum-ich-zara-hasse/

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Nina sagt:

    Ich mag diesen Blog genau wegen solchen respektvollen (auch zwischen den Autorinnen des Blogs) Diskussionen so gerne lesen! Zara betrete ich auch nicht mehr gerne, vor ein paar Jahren kamen mir die Läden und die Kleidung viel hochwertiger vor als heute. Zum Thema weniger kaufen hab ich letztens das Buch „Lessons from Madame Chic“ gelesen und dabei öfter an diesen Blog hier gedacht. In dem Buch geht es unter Anderem darum, eine Garderobe aus zehn „Core Items“ zu besitzen, die alle miteinander kombinierbar sind. Auf ihrem Youtube-Channel „Daily Connoisseur“ stellt die Autorin ihre Kleidung und Kombinationen vor, das echt toll und hat mich zum Nachdenken gebracht.

    Liebe Grüße
    Nina

  • Kathrin sagt:

    Ich finde, man muss hier differenzieren zwischen der Daseinsberechtigung dieser ganzen Highstreetketten an sich und dem (zurecht) angeprangerten Kaufverhalten, das viele Käufer an den Tag legen.
    Es ist vollkommen daneben, dass viele junge Mädchen Shopping bei billigen Ketten nur noch zum Selbstzeweck betreiben und Klamotten nach einmaligem Tragen auf dem Müll landen. Wenn sich aber jemand von seinem knappen Studentenbudget für 200 € einen Mantel bei Zara oder Mango kauft (und 200 € sind in diesem Fall dann immer noch viel Geld und keine Summe, die man so im Vorbeigehen ausgibt) und diesen dann mehrere Jahre lang trägt (was solche Sachen bei entsprechender Behandlung durchaus hergeben) ist das meiner Meinung nach anders zu bewerten.

    Gruß
    Kathrin

  • Julia sagt:

    Eine sehr interessante Frage und Diskussion!!!

    Ich kann es sehr gut verstehen, warum Zara, Mango und Co. so erfolgreich und beliebt sind: Die Sachen sind hübsch, günstig und bedienen unterschiedliche Geschmäcker. Einige Teile haben auch eine ganz annehmbare Qualität. Zudem haben Schüler/ Studenten/ Azubis häufig tatsächlich ein ehr knapperes Budget und wollen trotzdem ordentlich angezogen sein.
    Ich selber habe in meinem Kleiderschrank auch noch H&M, Zara und Mango Kleider, aber mittlerweile kauf ich bei den großen Ketten auch nicht mehr ein (seit knapp 2 Jahren), da
    a.) ich die Produktionsbedingungen nicht nachvollziehen kann und nicht vertreten will.
    b.) ich die Qualität häufig zu schlecht finde.
    c.) ich mich doch etwas vom modischen Einheitslook, der bei Mango und Zara leider doch recht schnell entsteht, absetzen möchte.

    Die Ketten, die Produktion usw. sind eine Sache, aber der individuelle Umgang und Wertschätzung der Kleidung sind nochmal eine andere: Ich freue ich mich darüber, dass in der Frage ein guter, pfleglicher Umgang mit den Kleidern angesprochen wurde und die Lieblingsteile auch über einen langen Zeitraum getragen werden!

    Es gibt mittlerweile ja auch viele Labels, die unter besseren Umständen produzieren und nicht nach muffigem Ökozueg aussehen. Unter http://www.modeaffaire.de findet man viele Onlineshops und Läden in den unterschiedlichen Städten.

    Unterm Strich kaufe ich nicht bei den großen Ketten, aber ich versteh es, warum viele dort einkaufen. Ich hoffe auf einen guten Umgang mit den Kleidern, auf gezielten und bedachten Einkauf im Gegensatz zu kopflosem Konsum und ich hoffe auch, dass man trotzdem den ein oder anderen Blick in andere Läden wirft.

    Liebe Grüße, Julia

    P.S.: Ich stehe aktuell auch noch nicht in Brot und Lohn und habe auch ehr wenig Geld zur Verfügung. Dennoch habe ich es in den letzten zwei Jahren auch geschafft nicht „Mainstream“ einzukaufen, sondern qualitativ hochwertig und teilweise nachhaltig zu shoppen. Das Argument mit „kein Geld für teure Klamotten“ lass ich zwar gelten, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es auch anders geht :)

  • Sophie sagt:

    Ich weiß nicht, ob man das Argument mit dem „kleinen Budget“ so gelten lassen kann: Wir leben in einer Gesellschaft von Überfluss. Ich habe wirklich wenig (bis gar keine) Azubis, Studenten o.ä getroffen, denen ausdrücklich und ernsthaft etwas Essentielles im Kleiderschrank fehlt.

    Wenn jemand mit einem Azubi-Gehalt allerdings dringend einen Mantel oder Schuhe braucht, dann soll sie ihn kaufen, wo sie möchte und wo sie ihn bezahlen kann.

    Und auch die „Kauflust“ darf man nicht unterschätzen, die habe ich ja auch. Und da ist es natürlich viel verlockender, Teile für 10 oder 15 € zu bekommen, statt für das Drei- oder Vierfache. Allerdings sehe ich es wirklich als unsere Verantwortung, vernünftig und mit Bedacht zu kaufen. Wer einfach der Lust nachgibt, finde ich, macht es sich zu einfach. Das kann ja auch bedeuten, bei Kleiderkreisel oder im Second-Hand-Laden zu kaufen. Da findet man das meiste- man muss nur ein wenig länger suchen.

  • Franziska sagt:

    Eine sehr interessante Diskussion und soviele spannende Tipps und Links! Ich persönlich war während meiner Ausbildung/Studium Stammkundin bei H&M und Co. einfach weil hochwertigere Ware finanziell kaum möglich war. Inzwischen versuche ich aber (auch inspiriert durch euch hier) immer öfter kleinere Labels zu unterstützen und achte bei klassischen Teilen auf eine besonders hochwertige Verarbeitung.
    Ich stimme Horst voll und ganz zu das hochwertige Kleidung meistens das bessere Preis-Leistungsverhältnis hat. Trotzdem muss man erstmal die z. B. 300Eur für einen Ferragamo Schuh zur Hand haben.
    Was mir in den letzten Jahren besonders negativ aufgefallen ist, ist diese „Wahllosigkeit“ mit der viele Einkaufen gehen. Die Kleiderschränke völlig überfüllt mit zum teil nie getragenen Klamotten, einfach nur weil sie billig waren…
    @Nina: Danke für den Tipp mit dem youtube Channel, der gefällt mir sehr gut!

  • Gretchen sagt:

    Es wundert mich, dass S.Oliver und Esprit in dieser Diskussion noch keine Erwähnung gefunden haben.

  • Dani sagt:

    Liebe Franziska,

    ja! Diese Wahllosigkeit stört mich auch sehr. Das sind keine Lieblingsstücke die viele sich da kaufen. Das ist kein sorgsam gespartes Teil, das ist einfach pure Kauflust. Und das ist schade, denn es ist wunderbar, wenn man seine Kleidungsstücke schätzt und liebt. :-)

    Herzliche Grüße
    Dani

  • Meredith sagt:

    Ich kann Dani in allen Punkten nur zustimmen. Ich hatte es auch sehr schwer mich von ZARA zu verabschieden, aber im nachhinein bin ich sehr glücklich solche Ketten nicht mehr zu unterstützen. Ich achte jetzt genau was ich mir kaufe und das hat dann auch den Effekt, dass ich richtig grosse Freude an meinen Kleidern habe, und mein Kleiderschrank platzt nicht mehr aus allen Nähten :).

  • Mariam sagt:

    Ich bin durchaus auch der Meinung, dass man Billigmarken vermeiden sollte. Allerdings tue ich das momentan nicht komplett, weil mir das Geld fehlt. Ich habe gerade kalkuliert, dass ich nach allen anderen notwendigen Ausgaben nur noch 500 € pro Jahr für Kleidung übrig habe. Als ich noch zur Schule gegangen bin, habe ich auch relativ häufig neue Sachen gekauft, weil ich das Geld von meinem Vater hatte. Da habe ich nicht viel darüber nachgedacht. Als ich mit meinem Bachelorstudium angefangen habe, wollte ich aber meinen Vater nicht mehr so sehr belasten und habe kaum noch etwas Neues gekauft. Als Folge davon war der Durchschnittsalter meiner Garderobe, als ich für mein Masterstudium nach Deutschland gezogen bin, 4 Jahre. Natürlich sind fast alle Sachen in diesem Alter kaum noch zu tragen. Ich hatte beim Umzug nur dieselbe enzige Hose, die ich an hatte. Da war ich super glücklich, dass ich in H&M schöne, gut sitzende Jeans für nur 40€ kaufen konnte. Auch das Geld musste ich in dem Moment von meinem Freund leihen, war aber froh, keine noch grösseren Schulden bei ihm machen zu müssen. Aber ich werde nicht wieder Jeans von H&M kaufen, weil die noch ein halbes Jahr lang gefärbt haben.

    Momentan besitze ich ausreichend Kleidung für 12 Tage und bin mit den meisten Outfits recht gut zufrieden. Wenn es möglich wird, werde ich diese Menge auf 14 Tagen ergänzen, um nicht so oft für Wäsche waschen bezahlen zu müssen. Aber dann werde ich auch zufrieden sein.

    Wenn ich Einkaufen gehe, weiss ich fast immer schon, was ich kaufen will. Leider findet sich manchmal das eine oder andere Stück nicht. Z.B. suche ich schon seit 2 Jahren nach einer schönen, gut sitzenden, dunkelgrünen Bluse. Für die würde ich bis zu 50€ ausgeben, wenn ich sie nur finden könnte.

    Einen guten Tipp für geringe Budgets hätte ich noch. Auf Amazon kann man Kleidung von guten Marken (wie z.B. SIR Oliver) sehr einfach zu günstigen Preisen finden. Blusen, die 50€ gekostet haben, kann man da teils nur für 20-30€ kaufen. Mir gefällt es, dass man nach Grösse filtern kann. Bei Sales ist es sehr oft depressiv, dass man schöne Sachen zu guten Preisen findet, aber die passende Grösse ist nicht mehr dabei…

    Sobald ich es mir aber leisten kann, werde ich mindestens alle meine Blusen massschneidern lassen. Es ist einfach so schwer, gut sitzende Blusen zu finden. Mit anderen Sachen scheint es noch irgendwie zu gehen…

  • Susi sagt:

    „…von nem Hermès Tuch hat im besten Falle auch die nachfolgende Generation was – setzt das mal in ein Kosten-Nutzen-Verhältnis …“ Wirklich sehr witzig! Sorry, aber Luxuslabels wie Hermès sind nun mal nichts für den Durchschintssverbraucher. Das will sicherlich ein Label wie Hermès auch nicht. Wenn sich jeder ein Tuch kaufen würde, wo wäre denn da die Exklusivität? Es geht hier doch eigentlich um die Frage, ob es heutzutage möglich ist sich mit „normalen“ Labels auch ladylike zu kleiden. Anscheinend ja nicht. Und genau da wären wir bei dem Punkt. Es wird immer Kleidung geben, die qualitativ gut oder besser ist, aber für den Durchschnitssverbraucher nicht erschwinglich ist. Und seitdem es immer mehr Modeblogs gibt, die ständig neue Trends bzw. neue Outfits posten, wird es auch solche Massenlabels geben, die die Trends vom Laufsteg für den kleinen Geldbeutel herstellen. Ist das nicht der Sinn von Mode? Das ist doch auch das Erfolgsgeheimnis von Zara und Co. Ich verstehe natürlich die Problematik und die Pro und Contra Argumente von beiden Seiten, aber vor allem ihr als Modeblogger solltet euch immer im klaren sein, was ihr mit euren täglichen Modebeiträgen nach außen für eine Botschaft sendet, die gerade bei vielen jüngeren Leserinnen anders interpretiert werden kann… Und machen wir nichts vor, aber der Ladystil kommt aus einem Kulturkreis in der die Abgrenzung zu ‚unteren Schichten‘ immer noch sehr stark zelebriert wird. Angefangen vom College Style bis Preppy Look. Darum geht es doch letztendlich oder etwa nicht? Wenn man den Begriff Individualität negativ interpretiert, bedeutet es auch, sich vom ‚Rest‘ zu unterscheiden. Ich weiß, dass das ein schwieriges Thema ist, aber genau deshalb sollte man mehr darüber reden. Denn ein guter Kleidungsstil ist das eine und die Bedingungen unter denen Kleidung für den Durchschnittsverbraucher hergestellt werden das andere…

  • Elena sagt:

    Ich sehe das etwas anders.
    Preppy bedeutet doch eigentlich auch, dass die Sachen immer gleich/ zeitlos sind. Wenn du bei Hilfiger einkaufen gehst sind es jedes Jahr immer die gleichen Poloshirts – die Farben ändern sich etwas aber ansonsten ist es immer das gleiche. Ein 5 Jahre altes Teil passt immer noch zum Preppy Look. Es ist eben nicht „neuster Trend“. Und eine weiße Bluse kann ich, wenn ich sie pfleglich behandle, jahrelang tragen und sie kommt nicht aus der Mode.

    Es muss nicht unbedingt das Hermès Tuch sein. In meinen Augen kann es auch durchaus Kleidung von H&M oder Zara sein, gerade für jüngere Mädels, oder Studentinen mit wenig Geld.
    Aber braucht man wirklich das 20. T-Shirt? Genau das unterstützt doch die schlechten Arbeitsbedingungen – gäbe es weniger Konsum und Nachfrage würden doch nicht immer mehr Billiglabels aus dem Boden schießen.
    Was spricht im Übrigen gegen Kleidung mit Freundinen tauschen, oder Kleiderkreisel und co. Man muss nicht gleich alles wegwerfen. Was spricht dagegen zu gucken ob der Teil was man sich kaufen möchte wirklich gut sitzt und gut verarbeitet ist, auch bei H&M. – Egal wie gut etwas gefällt – wenn es nicht passt, passt es nicht. Da gibt es auch kein „ist ja nicht teuer“.
    Bewusstes Einkaufen, das ist wichtig. – Und danach kann man dann gucken ob es wirklich Zara sein muss, ob man sich nicht ein teures Teil schenken lassen möchte, oder auf etwas hinspart etc.

  • Odile sagt:

    Hallo in die Runde!

    Mädels: man kann auch seine Kleidung selber nähen! Es macht Spaß, es ist schön und gar nicht so schwierig wie man denken könnte. Vor allem für Kleider und Röcke lohnt es sich. Und preiswert kann es auch sein: ein schlichtes, bürotaugliches Kleid für 10€, eine gute Nähmaschine bekommt man ab ca. 100€.

    Viel Spaß!

  • Stil-Box sagt:

    Weniger konsumieren, ordentlich investieren!

    Herzlichst
    Anna

    http://stil-box.net/

  • Laura sagt:

    Hallo Ladies!
    Passend zum heiß disskutierten Thema empfehle ich jedem die aktuelle Ausgabe des „ÖKO TEST“ (Sonderheft N1496) zu kaufen. Da werden die oben angesprochenen Punkte aufgegriffen und auch auf Schmuck und Kosmetik übertragen.
    Ich bin ebenfalls der Überzeugung, dass es in erster Linie darauf ankommt mit Sinn und Verstand einzukaufen. Und das bei jeglichen Gütern. Qualität sollte dabei für eine Lady jedes Mal über Quantität stehen. Vor allem bei Lebensmittel kaufe ich sehr sensibel. Aldi, Lidl und Co haben mich schon lange nicht mehr gesehen. Ich gehe zu Denn´s, Alnatura und jede Woche auf den Wochenmarkt.
    Ein schönes Wochenende auch allen

  • Constanze sagt:

    Hallo ihr Lieben,

    ich hatte mir schon gedacht, dass wir mit dieser Lady Frage wieder ein Fass aufmachen. :) Ich denke, ich muss meine Position noch mal klar stellen.

    Selbstverstädlich ist es nicht in Ordnung, schlechte Arbeitsbedingungen zu unterstützen, aber sofern man das Unternehmen nicht genau kennt, kann man sich nie sicher sein, dass die Bedingungen auch wirklich gut sind. Bei Produktionsstätten in (Südost)Asien kann man sich fast sicher sein, dass es nicht in Ordnung ist. Auch Made in Europe heißt noch gar nichts, auch in Osteuropa sind die Bedingungen oft schlecht. Sicherer ist es bei kleinen heimischen Firmen, aber auch auch S.Oliver mit Hauptsitz in Deutschland lässt nicht hier produzieren.

    Auch vom Preis kann man sich nur bedingt leiten lassen. Immer wieder erzähle ich gern, dass die Wellensteyn Jacken im Werksverkauf bis zu 300€ günstiger sind, als die UVP vorschlägt. Da kann es ja nicht die Qualität der Ware oder der Produktion sein, die den Preis diktiert.

    Ein großes Problem sehe ich auch beim aktuellen Bio-Trend. Bio heißt nicht automatisch gut! So werden z.B. die Hühner bei Freilandhaltung häufig besser gehalten, als die Tiere, die zwar Biofutter bekommen, aber trotzdem in Bodenhaltung leben. Und auch der „Bauer“ auf dem Wochenmarkt kauft auf dem Großmarkt ein und produziert nicht alles selbst.

    Eigentlich kann man bei sämtlichen Konsumgütern nur absolut sicher gehen, wenn man sie selbst herstellt oder die Bedingungen vor Ort kennt. Am Ende laufen selbst bei vermeintlich „sauberen“ Firmen die Fäden bei einem der Großkonzerne zusammen. So läuft die Wirtschaft nun einmal und jede Firma will Geld verdienen und nicht ausschließlich die Welt verbessern.

    Alles was wir tun können, ist bewusster zu leben und zu kaufen. Die Qualität muss entscheidend sein und nicht der Preis. „Mein“ Lidl zum Beispiel bezieht sein Fleisch aus der Region und die Qualität ist wirklich klasse.

    Ich freue mich, dass so viele von euch bewusst konsumieren und muss sagen, dass auch ich meine Kleidung und besondere Lebensmittel und Kosmetik mehr zu schätzen weiß, seit ich mein eigenes Geld verdiene.

    Alles Liebe
    Constanze

  • Amalia sagt:

    Ihr Lieben,

    zur den Fragen der Ethik und der Nachhaltigkeit kommt noch etwas hinzu: Mit jeder Konsumentscheidung geben wir eine „Stimme“ ab dafür, wie unsere Einkaufswelt beschaffen sein soll. – Als ich kürzlich in Rom war, wünschte sich meine Tochter, ich solle ihr etwas Hübsches zum Anziehen mitbringen. Vor Ort musste ich feststellen, dass sich das Angebot im Wesentlichen auf drei Arten von Läden reduziert hat: italienische high end fashion (Gucci, Prada und dergleichen), billige Chinaläden und – Ketten, die allerdings im Überfluss. Das kommt davon!

    Liebe Grüße sendet Amalia, die in ihrer Ratlosigkeit letztlich doch ein Kleidchen von Zara gekauft hat.

  • Annika sagt:

    @Horst: Du hast es bestens ausgedrückt!

    So ist es! Man pflegt und schätzt hochwertige Stücke im ganz anderen Maße.

  • Anne sagt:

    Hallo!

    Ich glaube das bewusstes und Nachhaltiges einkaufen wichtig ist. Die Gleichung das ein hoher Preis gleich Qualität/gute Arbeitsbedingungen bedeutet geht meines Erachtens nicht auf.
    Als Student, Schüler oder Azubi mit seinem Geld hauszuhalten und auch mal ne Jeans für 50€ zu kaufen finde ich gut. Was ich abscheulich finde sind Teenager die vollbepackt mit Primarktüten durch die Innenstädte wandern. Maßloserkonsum ist jedoch nicht nur ein Primarkproblem auch in gehobenen Schichten wird gekauft bis zum Umfallen und der Schrank aus allen Nähten platzt.

    @Constanze:
    Das Beispiel mit Bioprodukten, insbesondere der biologischen Haltung ist leider schlicht weg falsch. Wichtig ist sich zu informieren was man konsumiert, klar. Das Biohühner zum Teil keinen Auslauf haben niemals korrekt.

    Liebste Grüße
    Anne

  • Catarina sagt:

    Dear all :)
    Ich habe heute einen sehr interessanten Artikel zu diesem Thema bei der Heritage Poste gefunden:

    http://www.huffingtonpost.com/shannon-whitehead/5-truths-the-fast-fashion_b_5690575.html

    Eigentlich finde ich schon, dass man sich auch mit kleinem Geldbeutel ladylike kleiden kann. Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, werde ich auf jeden Fall versuchen „slow fashion“ für mich umzusetzen. Gut, dass eine ladylike Kleidung meist zeitlos ist und man sich nicht nach den wöchentlichen Trends richten muss. Trotzdem kennt das glaub ich jeder, das da ein gewisses „Haben-wollen“ Gefühl geweckt wird…

    Liebe Grüße, Cata

  • Marie sagt:

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Diskussion zwar interessant und insgesamt sehr wichtig. Ich finde sie aber auf einem Blog der ständig neue Ware anpreist und angibt was man im Kleiderschrank haben sollte (teilweise Sachen in doppelter Ausführung) doppelmoralisch. Es tut mir leid, aber auch dieser Blog lebt allein durch Konsum. Das zeigen schon all die Werbegeschenke…

  • LaMontanara sagt:

    Zara und Mango sind Billigketten mit schlechter Qualität. Ich habe noch nie verstanden warum erwachsene Frauen sich für so was interessieren.
    Ich habe lange Zeit in London gelebt und eine spanische Nachbarin hat mir einmal gesagt, daß sie überhaupt nicht versteht warum erwachsene Frauen bei Mango und Zara einkaufen. Sie meinte, daß in ihrem Heimatland Spanien nur Teenies bei diesen Ketten einkaufen und keine Frau auf die Idee käme solche Läden zu betreten.
    Genau so sehe ich das auch. Genau so lächerlich finde ich es, wenn ältere Frauen bei H&M einkaufen – jünger wird man dadurch trotzdem nicht.
    Diese Ketten verkaufen einfach nur modischen Billig-Wegwerf-Ramsch. Ladylike ist so etwas ganz und gar nicht. Aber wer sich heutzutage chic und ladylike anzieht gilt doch als out und madamig. Als richtig „chic“ gilt doch heute nur noch edgy Streetstyle, also Klamotten aus richtig billigem Material in Sackform, kombiniert mit schrillen Tattoos. Ladylike? Wo gibt es das noch?

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