Lady-Frage

Hallo erst einmal!
ich habe Eure Seite vor ein paar Tagen entdeckt und bin sehr froh darüber. Ich habe zu meinem sechzehnten Geburtstag erfahren, dass ich aus einer Grafenfamilie in Kiew stamme. Das hat mich natürlich sehr überrascht und jetzt wünscht meine Mutter, dass ich die vollständige Etikette erlerne, damit ich vielleicht irgendwann mal nach Kiew zurückkehren kann. Aber ich mache mir Sorgen, denn eigentlich bin ich so gar nicht Lady-like. Ich kenne nur durch das Tanzen ein paar Etiketteregeln, aber jetzt komm ich zu meiner Frage: Wie kann man innerhalb kürzester Zeit lernen eine Lady zu sein? Oder geht das überhaupt? Wir können uns keinen Benimmlehrer leisten, weil das ganze Vermögen der Familie in Russland liegt. Deshalb müsste ich das alles selbst erlernen.

Mit einem Dankeschön im Voraus und lieben Grüßen
Elisa

Liebe Elisa,

Deine Frage haben wir unter dem Stichwort „Plötzlich Prinzessin“ abgespeichert, denn die Geschichte klingt ja fast wie ein Märchen. Von heute auf morgen wird wohl niemand eine perfekte Lady, die alle Regeln und kleinen Kniffe beherrscht, da wird auch kein Benimmlehrer helfen. Wenn Deine Mutter heute viel Wert darauf legt, dass Du die vollständige Etikette lernst, dann wird sie Dir sicherlich schon einiges mit auf den Weg gegeben haben. Allein Dein Tanzunterricht ist sehr viel wert – um die Haltung musst Du Dir also keine Sorgen machen.

Natürlich gibt es ein paar Grundregeln, die Du kennen solltest: Achte am Tisch beispielsweise darauf, die Ellenbogen möglichst eng am Körper zu halten und das Besteck immer von außen nach innen zu verwenden. Gläser mit Stiel werden grundsätzlich an selbigem angefasst. Als Benimmratgeber kann ich Dir die Bücher von Sybil Gräfin Schönfeldt empfehlen. Lesenswert sind beispielsweise Anstand und Ladies First. Niemand wird von Dir verlangen, dass Du alles kannst und kennst. Doch mit Höflichkeit, Aufmerksamkeit und Authentizität, gepaart mit einem freundlichen Lächeln und einer klassischen Garderobe wird Dir Kiew sicherlich zu Füßen liegen!

Alles Liebe
Constanze, die genau weiß, dass auch der Adel nur mit Wasser kocht

Bild-Credit: Shutterstock.com

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13 Kommentare
  • T. sagt:

    Ich frage mich, ob bei dieser Geschichte nicht die Phantasie mit jemandem durchgegangen ist…

  • Amalia sagt:

    …na, und wenn schon? Se non è vero, è ben trovato – es wäre doch auch ein nettes Gedankenspiel: Was ist zu tun, wenn’s ganz schnell ladylike sein und dabei nicht wie eine aufgesetzte Maskerade wirken soll?

    Ein paar Regeln kann man nachlernen, wenn man sie nicht kennt, kein Problem. Mindestens ebenso wichtig ist aber eine grundsätzclieh Haltung, die nicht unbedingt regelförmig erlernbar ist. Ich würde sie in aller Kürze auf die Formel des Respekts vor anderen und sich selbst bringen.

    LG,
    Amalia

  • Eva sagt:

    Ich hatte, ehrlich gesagt, ähnliche Gedanken wie T.

    Da ich aber der Fragestellerin nichts böses unterstellen möchte, denke ich, dass sie sich auf ihre Mutter verlassen sollte. Wenn die Mutter tatsächlich um die Herkunft der Familie weiß, dann wird sie sicher von klein auf für die richtige Erziehung gesorgt haben.
    Ich bin meinen Eltern sehr dankbar dafür, dass sie auf gute Umgangsformen Wert gelegt und mir damit Wichtiges auf den Weg ins Leben mitgegeben haben. Auch wenn ich nicht über Nacht Prinzessin geworden bin.

  • Nika sagt:

    Ich würde erstmal klären, in welchem Land Kiew liegt? „…irgendwann mal nach Kiew zurückkehren kann…aus einer Grafenfamilie in Kiew stamme… …das ganze Vermögen der Familie in Russland liegt“. Was hat denn Kiew mit Rußland zu tun? Oder verstehe ich irgendwas falsch? Wenn nicht, dann doch als erstes in eine gute Ausbildung investieren.

  • Ob die nette Geschichte jetzt der Phantasie entsprungen ist oder nicht, sei mal dahingestellt…
    Benimmratgeber sind sicher eine gute Sache, doch Kinderstube hat man oder eben nicht. Eine gute Schulbildung ist auch essentiell ;-)

  • Mein Gott, die Geschichte ist super. Das Thema für den nächsten Groschenroman steht.

  • Jennifer sagt:

    Ich habe mich ebenfalls gefragt, was Kiew mit Russland zu tun hat :)

  • Billy sagt:

    1. Kiew liegt nicht in Russland.

    2. Das Vermögen russischer Adliger wurde 1917 verstaatlicht. Es gibt kein Vermögen mehr in Russland, auf das man Anspruch erheben könnte.

    3. Für eine Reise nach Kiew braucht man keine „vollständige Etikette“ :)

  • Dani sagt:

    Naja, immerhin sind 13 Prozent der Einwohner in Kiew russischer Abstammung. :-)

  • Brockdorff sagt:

    Knigges ,,Über der den Umgang mit Menschen“ ist auch in heutigen Zeiten empfehlenswert.
    Wobei ich den Zusammenhang zwischen Adel und guten Manieren nicht ganz nachvollziehen kann.
    Siehe Kaiserenkel Ernst August von Hannover. Ha ha (sehr polemisch).

  • mia sagt:

    Naja wenn das Mädels gerad erst 16 ist, lässt sich ein wenig was entschuldigen:
    Ich bin in Kasachstan geboren, aber die Sowjetunion (die es damals noch gab) hat in den Köpfen vieler Eltern noch das Synonym Russland. Auch wenn ich in Kasachstan geboren bin, sind meine Großeltern in Ukraine geboren und aufgewachsen (durch den 2. Weltkrieg verbannt nach Kasachstan) und deren Großeltern wiederrum aus Deutschland…. wir zählen als Russlandsdeutsche, obwohl wir nicht aus Russland kommen :-)

  • mia sagt:

    und Graf ist jetzt nichts besonders großes… von wegen Prinzessin…

    unter meinen Vorfahren gab es auch Adlige, allerdings stammten die aus Deutschland und bei der Auswanderung in die Sowjetunion mussten sie alle Titel ablegen, dafür bekamen Sie Religionsfreiheit und kostenlos Land…. (was unter den Kommunisten natürlich wieder aufhörte…)

  • Schmunzel sagt:

    bis jetzt war ich nur eine stille mitleserin, aber diesmal muss ich mich zu diesem thema äußern.
    1. ja, auch ich musste bei der geschichte schmunzeln, als ich sie gelesen habe. aber der text ist sehr höflich geschrieben und es könnte durchaus der wahrheit entsprechen.
    2. etwas peinlich finde ich dagegen ein paar kommentare hier, die viel eher auf eine schlechte erziehung und mangelnde bildung hindeuten.

    nehmen wir mal an, dass elisa wirklich aus einer kiewer grafen familie stammt und es erst jetzt erfahren hat, dann ist es doch etwas schönes. da die meisten adligen nach 1917 aus dem zarenreich geflohen sind und auch ihre titel und vermögen verloren haben ist die geschichte gar nicht mal so unrealistisch. und da wären wir auch schon der nächsten bildungslücke, die hier einige kommentatoren haben.: Kiew gehört zwar zur Ukraine, aber diesen Staat gibt es erst seit dem Zerfall der Sowjetunion. Vor 1917 war Kiew ein Teil des russischen Zarenreichs -also Russland. So viel zum Thema mangelnde Bildung und so… Naja, aber was dieser ganze Beitrag mal wieder zeigt: Gutes Benehmen, Höflichkeit und Anstand kann man eben nicht mal auf die Schnelle erlernen. Manche Dinge werden einem halt in die Wiege gelegt, wie man an der höflichen Email ablesen kann.

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