Skifahrer-Knigge

Der Winter ist da! Und er bringt uns nicht nur Weihnachtsplätzchen, Glühweinduft und kalte Füße, sondern auch das Skivergnügen. Ich habe zum Glück eine Mama, die den schönsten Stockeinsatz der Welt jedes Jahr unter Beweis stellen möchte und die ganze Familie mit in den Skiurlaub nimmt. Doch wie verhält sich die Lady in den Bergen? Heute erfahrt Ihr die wichtigsten Ski-Regeln, die bekannt oder unausgesprochen auf der Piste gelten. Im zweiten Teil stelle ich Euch morgen schöne und praktische Ski-Mode für die Lady vor. von Constanze

Wundert Euch nicht, wenn ich nur vom Ski fahren schreibe. Das Snowboarden hab ich mit 15 Jahren ausprobiert und den Rest der Reise mit einer Rippenprellung im Bett und auf der Hütte verbracht – mein Sport ist es definitiv nicht. Die hier aufgeführten Regeln gelten allerdings für Skifahrer genauso wie für Snowboarder. Die wichtigsten Verhaltensregeln sind die zehn FIS-Regeln. Es handelt sind dabei um die allgemein anerkannten Skifahrerregeln der Fédération Internationale de Ski, die jeder Wintersportler kennen und beherzigen sollte.

1. Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt. Ein ganz einfacher Grundsatz!

2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
Schätzt Euch bitte richtig ein! Nach zwei Tagen Skikurs schafft man die Schwarze Piste nicht, auch wenn die Hütte am Ende noch so schön sein soll! Kinder am Schlepplift solltet Ihr nur mitnehmen, wenn Ihr Euch das auch zutraut. Wenn Ihr zusammen aus dem Lift purzelt ist keinem geholfen. Bei Nebel macht Ihr Euch am einfachsten bemerkbar, indem Ihr die Stöcke hinter dem Rücken zusammenschlagt.

3. Wahl der Fahrspur
Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.
Wenn man jemanden umfährt, kann ganz schön was passieren. Bremst im Zweifel lieber ab und wartet auf eine breitere Stelle oder die kleine Pause des Vordermanns.

4. Überholen
Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.
Geübte Fahrer sollten nie vergessen, dass man den Bögelchenfahrer ganz schön erschrecken kann, wenn man durch seine imaginäre Spur pest.

5. Einfahren, Anfahren und hangaufwärts Fahren
Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

6. Anhalten
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.
Ist jemand an einer schlecht einsehbaren Stelle gestürzt, müsst Ihr diese absichern. Entweder die Skier weiter oben gekreuzt in den Schnee stecken oder (wenn schon Helfer vor Ort sind) selber stehen bleiben und die Stöcke über dem Kopf kreuzen.

7. Aufstieg und Abstieg
Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuss absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.
Das gilt übrigens auch für Wanderer, wenn der Weg nicht mehr sichtbar ist.

8. Beachten der Zeichen
Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.
Keine Piste ist ohne Grund gesperrt. Ihr gefährdet nicht nur Eure Ausrüstung, sondern auch Euch selbst und die Pistenrettung. Ein Lawinenabgang ist lebensgefährlich!

9. Hilfeleistung
Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.
Meist reicht es ja schon, die Skier zu sortieren und beim Aufstehen zu helfen. Fahrt im Notfall zügig zur nächsten Liftstation oder Hütte, dort gibt es Hilfe. Aber auch der Notruf funktioniert auf der Piste.

10. Ausweispflicht
Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.
Das ist nicht anders als im Straßenverkehr.

punkt

Zu den offiziellen FIS-Regeln kommen meiner Meinung nach noch fünf Verhaltensregeln hinzu, die unausgesprochen gelten:

11. Helmpflicht
In meiner Familie wird der Helm liebevoll „Klops“ genannt, seit eine 13-jährige meinen (wirklich ganz netten Helm) mit den Worten kommentierte: „Ich setz mir nicht so einen Klops auf’n Kopf!“

12. Auf den eigenen Körper hören
Fahrt niemals weiter, wenn Ihr müde seid, Euch sehr kalt ist oder etwas weh tut.

13. Nie alleine fahren
Ich halte es am liebsten so, wie früher auf Schulausflügen: Wir sind immer zu dritt unterwegs.

14. Genug essen und trinken
Apfelschorle, Almdudler oder alkoholfreies Weizen passen perfekt zu einer warmen Suppe oder einem Jausenteller. Ich habe auch immer einen „Ohnmachtshappen“ dabei – ein kleines Stückchen Schokolade macht fit und tröstet auch Krokodilstränen von kleinen und großen Skifahrern. Desweiteren gilt: Kein Alkohol auf der Piste (der Willi mit Birne schmeckt nach der letzten Abfahrt im Tal eh viel besser).

15. Der langsamste Fahrer bestimmt das Tempo der Gruppe
Und er macht gerne mal eine extra Pause, in der die anderen sausen können. Übrigens: Ein Funpark ist für Trickski, Snowboards und BigFoots gedacht – normale Skifahrer machen leider oft die mühevoll aufgebauten Hindernisse kaputt.


2 Kommentare

Hinterlasse doch einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.