Dani

Daniela ist promovierte Germanistin und freie Journalistin für verschiedene Magazine. Den Lady-Blog gründete sie nach einem Praktikum bei einem Berliner Start-up im Jahr 2010.
Locker, aber mit Stil: Die Hamptons

Die Hamptons sind das amerikanische Sylt. Am Ostende der Insel Long Island gelegen, bilden sie eine der reizvollsten Küstenlandschaften Amerikas. Nur etwa 150 Kilometer ist die Region von New York City entfernt. Mit der Long Island Railroad oder dem Jitney könnt Ihr sie in etwa 2 Stunden erreichen. Doch erwartet Euch plötzich eine andere Welt: Ruhe, Sauberkeit, Wohlstand, Unterstatement. Der Name Hamptons leitet sich von einigen Dörfern und Kleinstädten ab, die an der Küste Long Islands verteilt sind wie Southampton, East Hampton und Westhampton.

Zu den Hamptons gehören Orte wie Bridgehampton und Hampton Bays, aber auch North Sea, Water Mill, North Haven, Sag Harbor, Amagansett und Montauk. Die Hamptons sind vor allem als Reservat der Reichen bekannt. Vom Memorial Day im Mai bis zum Labour Day im September tauschen die Spielbergs und Schwarzmans („König der Wall-Street“) ihre Luxuswohnungen in der Park Avenue gegen einen Holzpalast am Meer. Filmstars wohnen nun Holztür an Holztür neben Börsengiganten. Das ist ungewöhnlich, galten die Hamptons doch immer als Domizil der alten New Yorker Society.

Expressionisten, Pop-Art-Künstler, Designer

Mittlerweile trifft man jedoch nicht mehr nur auf Tom Cruise, Sarah Jessica Parker oder Gwyneth Paltrow bei Babette’s, Nick & Toni’s oder im Golden Pear. Reiche Hedgefond-Manager verwandeln das Idyll in eine „Wall-Street-by-the-sea“. Doch der Reihe nach: Bis in die 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren die Hamptons nicht mehr als eine Ansammlung verschlafener Fischerdörfer. Ein paar wohlhabene New Yorker errichteten dort ihre Sommerhäuser. Mit dem zweiten Weltkrieg kamen allerdings die vertriebenen Künstler von Europa nach New York: Max Ernst, Marcel Duchamp, Fernand Léger oder die Kunstsammlerin Peggy Guggenheim.

Die Kunstförderer Gerald und Sara Murphy kannten vieler der Exilanten aus ihrer Zeit in Paris und luden sie ein, der drückenden Sommerhitze New Yorks zu entfliehen. Damit etablierten sie eine Kolonie der Kreativen in den Hamptons: Expressionisten wie Jackson Pollock und Willem de Kooning richteten sich in Scheunen Ateliers ein. Die Pop-Art-Stars Andy Warhol und Roy Lichtenstein erholten sich von ihren Exzessen in Montauk und Southampton. In den 80ern folgten die Superstars aus Pop, Film und Mode. Steven Spielberg, Billy Joel, Paul Simon, Donna Karan oder Calvin Klein – sie alle wollten weiße Strandhäuser am Meer. Die Künstler und Stars zogen das große Geld nach sich.

Die Hamptons

Die HamptonsDie Landschaft erinnert mit ihren Dünen und struppigen Büschen an die Nordsee.

Heimkino & Holzdielen

Heute muss man beim Kauf einer Hamptons-Villa mit einem achtstelligen Dollarbetrag rechnen. Die Saissonmiete fällt da mit etwa 600.000 Dollar noch vergleichsweise günstig aus. Innen modern ausgestattet mit Heimkino, WLAN und klimatisierten Weinkeller wünschen sich die Villen mit ihren Erkern, Gauben und Spitzgibeln von außen in das vorletzte Jahrhundert zurück. Zwischen den Strandhäusern liegen verträumt einige hochpreisige Designerläden, Restaurants und Kunstgalerien. Die Läden sind einfach gehalten, fast schon schäbig. Statt über teure Teppichböden laufen die Kunden über rohe Holzdielen. Die weiß gestrichenen Bretterwände zieren in den Lokalen einige maritime Erinnerungsstücke, gegessen wird auf Holzbänken.

Hamptons: Das Gegenteil von Manhattan

Auch die Landschaft ist eher karg. Die Strände sind viel wilder als in Florida oder in der Karibik und erinnern mit ihren Dünen und struppigen Büschen an die Nordsee. Die Surfer zieht es sogar im Januar auf die See. Abgesehen von den Wellenreitern sind die Strände allerdings einsam – selbst im Sommer. Das liegt vor allem an dem strikten Parkverbot entlang der Küste. In den Genuss eines Strandausfluges kommen also nur Einwohner, Radfahrer und Fußgänger. Die Hamptons sind das Gegenteil von Manhattan. Hier stehen nicht alle unter Strom, man kann sich gehen lassen. Das Motto lautet: Locker, aber mit Stil. Es gibt hier keinen Glamour, wie in St. Tropez oder Monte Carlo. Die Bewohner der Hamptons verbergen ihren Reichtum hinter einer fast protestantischen Schlichtheit. Siehe auch: Der Preppy-Stil

Die HamptonsDie HamptonsDie Hamptons

Mein Tipp: Leiht Euch (am besten außerhalb der Saison) ein Rad in Southhampton oder Amagansett und erkundet die Küste auf zwei Rädern

Bild-Credit Bild ganz oben: Shutterstock.com

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2 Kommentare
  • Klatsch und Tratsch sagt:

    Oh es gibt soviele schöne und wirklich sehenswerte Orte der Welt – man muss nur Zeit und Geld haben um die alle zu geniessen

  • N sagt:

    Oh wie schön :)
    Das sieht alles so idyllisch aus, da möchte man sofort ein paar Tage auspannen können! Toller Post!
    Liebste Grüße,
    N

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