Die AAF oder: Wie starte ich eine Kunstsammlung?

Die Geschichte der Affordable Art Fair begann 1996 mit Will Ramsays Galerie „Will’s Art Warehouse“ in London. Die Kunst, die dort angeboten wird, konzentriert sich auf die Werke junger, aufstrebender Künstler zwischen von 50 £ bis 2500 £. Da sich dieses Konzept als erfolgreich erwies, entwickelte Will Ramsay drei Jahre später die erste Affordable Art Fair im Battersea Park in London. Heute findet die Messe in vielen großen Städten in Amerika, Asien und Europa statt, zum Beispiel in Amsterdam, Brüssel, New York und – in Hamburg. Ich habe sie dieses Jahr besucht. von Anna

Kunst für die breite Masse zugänglich gemacht

Die Idee der Affordable Art Fair: Kunst der breiten Masse zugänglich machen. Mit etwas Glück hat der „Kunstneuling“ sogar die Möglichkeit vor Ort mit den Künstlern zu sprechen und sie zu ihren Werken zu befragen. Die Voraussetzung an die teilnehmenden Galerien ist, dass keines der Originalwerke mehr als 7500 € kosten darf. Außerdem müssen unter den ausgestellten Künstlern mindestens drei noch leben – egal, ob schon berühmt oder gerade erst entdeckt. Insgesamt stellten 75 Galerien zeitgenössische Kunst aus. Aber wer jetzt denkt, dass die Messe nur Künstler und Galerien aus Hamburg und Umgebung zeigte, liegt falsch! Zwar gab es dieses Jahr in Hamburg eine kuratierte Sonderschau mit elf Hamburger Galerien. Doch die restlichen Aussteller kamen aus allen Teilen der Welt, so waren beispielsweise die Galerien Art Platinum aus Singapur oder Betty Snaps aus Kopenhagen vertreten. Ich selbst war zum Late View am Donnerstag dort – dank Beleuchtung und DJ-Klänge eine wirklich faszinierende Atmosphäre.

Affortable Art Fair Hamburg 2015

Affortable Art Fair Hamburg 2015

Die AAF ist genau das Richtige für diejenigen, die bis jetzt nicht allzu viel mit Kunst am Hut hatten, aber eigentlich schon immer daran interessiert waren. Oder für diejenigen, die einfach etwas Abwechslung in ihr heimisches Wohnzimmer bringen möchten. Oder auch für diejenigen alteingesessenen Kunstsammler, die sich neu orientieren wollen. Vor allem aber für alle, die mit einer eigenen Kunstsammlung starten wollen – den das kann jeder, der eine Leidenschaft für Kunst hegt. Oder wie es die AAF ausdrückt:

Jeder kann eine Kunstsammlung aufbauen. Schritt für Schritt – Kunstwerk für Kunstwerk. Um eine Sammlung aufzubauen braucht man vor allem eines: Neugierde, Geduld und den Mut zum ersten Schritt. Und dieser Mut lohnt sich. Kunst bereichert ungemein und ist eine wundervolle Möglichkeit sich selbst auszudrücken, Lebensqualität zu gewinnen und gleichzeitig Kunst und Künstler zu unterstützen.

Außerdem gibt Euch die Affordable Art Fair folgende Tipps: Es empfiehlt sich klein anzufangen, beispielsweise mit Grafiken, kleineren Originalen oder auflagenstärkeren Foto-Editionen. Diese sind preislich erschwinglicher und geben Euch die Möglichkeit verschiedene Künstler und Kunstrichtungen kennenzulernen um die eigenen Vorlieben zu entdecken. Es ist sehr hilfreich sich zu informieren, kunstgeschichtliche Literatur zu durchstöbern oder in Kunstzeitschriften zu blättern, sich in die Mailinglisten von Museen oder Galerien einzutragen oder auch im Internet zu recherchieren, z.B. auf Portalen wie artinfo und artnet. Und denkt immer daran: Ein Kunstkauf ist eine sehr emotionale Entscheidung – lasst also auch Euren Bauch mitentscheiden.

„Luftblasen Altonaer Balkon“ des Fotografs Jo Röttger

Gefiel mir persönlich sehr: Das Werk „Luftblasen Altonaer Balkon“ des Fotografs Jo Röttger aus der Hamburg Section/Bild-Credits: Galerie Angela Holzhauer

Restliche Bild-Credits: Affortable Art Fair

1 Kommentar
  • Vanessa Brinkmann sagt:

    Toller Bericht über die AAF! Ich möchte auch schon lange mit einer eigenen Kunstsammlung starten aber habe mich nicht daran gewagt. Die AAF baut keine Barriere auf sondern senkt die Hemmschwelle in Kunst zu investieren. Damit ist allen Beteiligten genützt – Sammlern und Künstlern.

Hinterlasse doch einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.