Die 10 wichtigsten Dresscodes

Ob Uni-Seminar, Vernissage, Konzert oder Geburtstagsparty – für viele Veranstaltungen des öffentlichen und privaten Lebens gelten heute keine Kleidervorschriften mehr. Einige Bereiche haben sich jedoch Dresscodes erhalten. Und da es ziemlich unangenehm sein kann, wenn man bei der Kleiderwahl völlig daneben gegriffen hat, haben wir Euch heute einmal die zehn wichtigsten Dresscodes zusammengestellt. von Constanze

1. Anzug – formell

Geht gut: Dieser Dresscode erklärt sich für den Herrn von selbst. Dunkler Anzug (auch mit Weste), weißes Hemd, Krawatte mit ordentlichem Knoten, optional Manschettenknöpfe, Lederschuhe. Die Lady hat hier eindeutig mehr Auswahl. Vom Hosenanzug, über ein Kostüm bis zum Businesskleid ist alles möglich.

Geht gar nicht: Abgewetzte oder schmuddelige Kragen und Manschetten, Hemden mit geöffneten Knöpfen (Ist Ihnen Ihr Hemd zu eng, kaufen Sie sich eins mit der passenden Kragenweite!), zu viel Dekolleté und ungeputzte Schuhe.

2. Kleiner Gesellschaftsanzug/Black Tie

Geht gut: Der Dresscode „Black Tie“ gilt auf Bällen genauso wie auf Cocktailpartys. Für den Herrn bedeutet dies Smoking, Smokinghemd, Manschettenknöpfe, Lackschuhe, selbstgebundener Querbinder (salopp Fliege) und Kummerbund – gerne farblich passend zum Kleid der Begleitung. Die Dame richtet sich nach der Veranstaltung: Bei einer Cocktailparty trägt sie das Kleine Schwarze oder ein anderes kurzes und festliches Kleid (er darf in diesem Fall auch im Anzug erscheinen). Bei einem Ball sollte es ein langes Abendkleid oder Ballkleid sein. Hochgesteckte Haare, Make-up, Schmuck und Tanzschuhe gehören selbstverständlich dazu.

Geht gar nicht: In Deutschland wird der Smoking erst nach 17 Uhr getragen. Früher am Tag gilt entweder Cut oder Anzug. Ein Sommerkleid ist auf einer Cocktailparty unangemessen.

3. Großer Gesellschaftsanzug/White Tie

Geht gut: Einen Frack trägt der Gentleman auf einem Ball und, wenn er vorher Cut getragen hat, nach 17 Uhr. Zum Frack gehören neben Weste und weißer Schleife optional ein Zylinder oder Chapeau Claque, weiße Glacéhandschuhe und ein Stock. Der Frack wird außerdem von Musikern (Pianisten) auf Konzerten getragen. Dort wird die Weste häufig durch einen Kummerbund ersetzt. Für die Lady bedeutet die Große Abendgarderobe, dass alles eine Nummer festlicher ausfällt: ein wirklich prunkvolles Kleid, auffälliger Schmuck, eine aufwendige Frisur und stärkeres Make-up. Dies darf sie aber auch tragen, wenn er im Smoking erscheint.

Geht gar nicht: Ein tolle „kleine“ Abendgarderobe geht notfalls, alles andere ist underdressed.

4. Business – hochoffiziell

Geht gut: Männer tragen einen Dreiteiler, Hemden mit Doppelmanschette und Krawatte mit Windsorknoten. Damen tragen Kostüm oder Hosenanzug mit heller Bluse, Strumpfhosen, Pumps, ein dezentes Make-up und eine Frisur. Mit Accessoires wird hier sehr sparsam umgegangen. Eine hochwertige Uhr, eine schlichte Kette und Ohrstecker sind Ablenkung genug. Eine elegante Aktentasche und ein schöner Füller runden das Outfit ab.

Geht gar nicht: Zu viel Farbe, nackte Beine, Modeschmuck und extrem gemusterte Krawatten.

5. Business – offiziell

Geht gut: Businesskleidung bedeutet in erster Linie Anzug. Das Hemd darf gerne farbig sein und auch der Anzug kann hell sein. Die Bandbreite ist hier allerdings sehr groß. Während in einigen Berufen auch Jeans und Bluse ok sind, ist man in anderen Büros ohne Blazer völlig underdressed. Ein klassisches Businessoutfit für die Lady ist ein Kostüm mit Bleistiftrock, eine Bluse und Pumps. Achtet am besten auf Eure Kollegen und die Corporate Identity der Firma.

Geht gar nicht: Nackte Beine, kurzärmlige Hemden und alles, was männliche Kollegen von der Arbeit ablenkt. Das Büro ist kein Laufsteg!

6. Casual Friday

Geht gut: Der Casual-Friday wurde eingeführt, damit die Menschen vom Büro aus schneller ins Wochenende starten können. Die Bürokleidung kann hier etwas aufgelockert werden. Die Lady trägt beispielsweise ein Sommerkleid oder im Winter einen Kaschmirpullover anstelle des Blazers. Bei Kunden-/Mandanten-/Klientenkontakt sollte das Outfit auch am Freitag nicht zu leger sein. Bitte klärt vorher ab, ob und in welcher Form der Casual-Friday in Eurem Büro gilt.

Geht gar nicht: Freizeitkleidung, der Casual-Friday ist immer noch ein normaler Arbeitstag.

7. Smart Casual

Geht gut: Der Gentleman trägt hier Kombi, auch gerne mit Kaschmirpullover unter dem Sakko und Lederschuhe. Die Krawatte kann durch einen Krawattenschal ersetzt oder weggelassen werden. Die Lady ist mit Jeans, Blazer und Pumps oder Ballerinas, einem Twinset oder einem Kleid gut gekleidet. Diesen Look könnte man auch einfach als den Preppy-Stil bezeichnen. 

Geht gar nicht: Sneakers.

8. Come As You Are

Geht gut: Der wohl missverständlichste aller Dresscodes. „Komm wie du bist“ heißt, dass man direkt aus dem Büro kommt und gerne die Krawatte ablegen oder in ein paar bequeme Ballerinas schlüpfen darf. Der Dresscode ist eine Mischung aus Smart Casual und Business.

Geht gar nicht: Come as you are, direkt vom Sofa oder aus dem Garten.

9. Cut/Morning Dress

Geht gut: Männer im Cut sieht man heute (leider) nur noch selten. Die wenigen Anlässe sind die eigene Hochzeit und auf das Pferderennen in Ascot, bei dem Frau scheinbar hauptsächlich Hut und Weinflasche trägt.

Geht gar nicht: Cut nach 17 Uhr.

10. Casual/Legere Freizeitkleidung

Geht gut: Hier gilt fast: Jeder, wie er mag. Je nach Anlass kann Casual unterschiedlich ausgelegt werden. Bei einer Party am Strand sieht man die Lady eher im Sommerkleidchen, als im Bikini, bei einem netten Essen mit Freunden tragen wir gerne Jeans und Bluse oder Seidentop und bei Radtouren oder Segeltörns sind kurze Hosen absolut ok.

Geht gar nicht: Zu viel nackte Haut und Jogginghosen außerhalb von Sport und Mädchenabend.

Habt Ihr noch Fragen? Dann schreibt mir Eure Lady-Frage an info@lady-blog.de. Im zweiten Teil stelle ich Euch verschiedene Anlässe und die geeignetste Kleidung vor

Bild-Credit: Shutterstock.com

6 Kommentare
  • Sandra T. sagt:

    Vielen Dank an Constanze für diesen gut recherchierten und übersichtlich dargestellten Artikel zu einem – wie ich meine – nicht ganz so einfachen Thema !
    Ich finde die Ausführungen sehr hilfreich und man erhält einen prima Überblick zu der Frage:
    was ziehe ich wann und zu welcher Gelegenheit passendes an?

    Zugegeben: ich stelle mir diese Frage auch des öfteren … aber die vielen hier angebotenen Hilfen & Tipps und die kreativen Einfälle erleichtern die Kleiderfrage doch erheblich,
    so auch die Checkliste & die Shoppingliste. Damit findet die Lady endlich den manchmal doch so dringend benötigten Style-Guide.

    Bin eine begeisterter Leserin dieses Blogs, finde die Posts einfach bezaubernd und schaue gern täglich herein, welcher Artikel mich heute wieder inspiriert :o)
    Großes Lob also an alle fleißigen Lady-Blogger,

    Sandra

  • Sandra T. sagt:

    … es muss natürlich heißen:
    ‚eine begeisterte! Leserin‘
    Leider zu schnell abgesendet, sorry.

  • lici sagt:

    Wunderbar! Kurz aber dennoch gut erklärend, sehr gut gemacht!
    Grüße, lici

  • Danke auch für den Hinweis, dass Casual Friday nicht Freizeitkleidung bedeutet und die Unterscheidung zwischen Smart Casual und Casual. Manchmal ist’s eben nur ein feiner Unterschied ob man stilgerecht gekleidet ist. Super geschrieben!

  • Maja sagt:

    Constanze, Danke für den Beitrag! Das eine oder andere kann man ja im Netz finden aber solch eine ausführliche Übersicht habe ich noch nicht gesehen.
    Liebe Grüße
    Maja

  • Alex sagt:

    Zu Punkt 1 (formell). Das muss immer zum Anlass passen. Also ich bin sogar der Meinung, dass 1 Anzug reicht aber dann ein Anzug nach Maß und ordentlich. Der Casual Friday gefällt mir aber auch sehr.

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