Auf Reisen: Städtetour durch den Indian Summer

Einmal den Indian Summer erleben – das war unser langgehegter Traum, und in diesem Jahr haben wir ihn uns nun endlich erfüllt. Es war eine wunderbare Reise! Allerdings war unser Indian Summer (zumindest in Kanada) verdammt kalt. Und bei unserer Rückkehr nach Deutschland stellten wir fest, dass sich der Herbst hierzulande hinter dem kanadischen bzw. nordamerikanischen Indian Summer keineswegs verstecken muss. Neben den Schönheiten der Natur gehörten auch einige Städte zu den Highlights unserer Tour. von Sybille

Als „Indian Summer“ bezeichnet man den Spätherbst in Nordamerika. Gewöhnlich ist es zu der Jahreszeit sehr trocken und warm, der Himmel ist strahlend blau und die Blätter sind besonders intensiv gefärbt. Doch auch wenn wir keinen typischen Indian Summer erlebten, sind Kanada und Amerika immer eine Reise wert. Vor allem die Gastfreundlichkeit der Kanadier und Amerikaner haben wir sehr genossen. Allerdings haben wir auf den Straßen auch viel Elend gesehen. An den Straßenkreuzungen in Montreal sprachen Obdachlose Autofahrer an. Auch wir wurden häufig – auf sehr nette Weise – auf der Straße um Geld gebeten.

Dass Geld und Elend dicht beieinander liegen, wurde vor allem in New York deutlich: In der 5th Avenue und auch der Madison Avenue saßen viele Bettler und Kranke am Straßenrand. Und wie sah die Mode aus? Bei den ganzen sozialen Problemen ein modisches Fazit zu ziehen, wirkt jetzt vielleicht etwas oberflächlich. Doch da viele der großen Blogger aus Amerika kommen, habe ich verstärkt auf „Streetstyles“  geachtet. Leider wurde ich enttäuscht: Ich habe keine besonders stylishen Frauen gesehen und frage mich, wo der Sartorialist seine Fotos schießt. In New York sind mir allerdings sehr gut angezogene Männer aufgefallen.

 

Einer der zentralen Plätze in Montreal: der Place d’armes

1. Montreal: Ich war bisher noch nie in Kanada und hatte große Erwartungen an das Land. Doch die wurden in Montreal leider eher enttäuscht. Das lag zum einen am schlechten Wetter, zum anderen an der Stadt selbst. Den architektonischen Stilmix kann ich nur als „Gotham City meets Disneyland“ bezeichnen, was nicht sehr einladend wirkte. Eine Wanderung auf den Mont Real lohnt sich allerdings, denn von hier aus hat man einen umwerfenden Blick über die Stadt. Unser persönlicher Tipp ist ein Besuch im Chateau Ramezay: Im ehemaligen Haus des kanadischen Gouverneurs erhaltet Ihr einen charmanten Einblick in die Geschichte Montreals.

Häuser in der Oberstadt, von der Zitadelle aus fotografiert

2. Québec: Diese nette, europäisch wirkende Stadt hat uns sehr gut gefallen: viele hübsche Häuser, nette kleine Geschäfte – das allerdings bei bitterkalten Temperaturen und diversen Graupelschauern. Nach einem Spaziergang in der Oberstadt von der Terrasse Dufferin über die Promenade de Governeur ging es zur Zitadelle, die noch heute militärisch genutzt wird. Nach einer großartigen Führung haben wir im stylishen Restaurant Le Pain Beni sehr gut gegessen. Eher antiquiert fanden wir das Chateau Frontenac. In diesem Hotel haben sich schon Winston Churchill und Teddy Roosevelt im 2. Weltkrieg zur Ersten Konferenz von Québec getroffen.

Am Hafen von Halifax befindet sich das Maritime Museum of the Atlantic

3. Halifax: Das kleine Hafenstädtchen spielt zwar in der Geschichte Kanadas eine wichtige strategische Rolle und auf den Friedhöfen der Stadt sind einige der Titanic-Opfer begraben. Aber ansonsten hat sie nicht viel zu bieten. Rein modisch gesehen erscheint mir Kanada eher als Ödland und sehr alternativ. Allerdings ärgere ich mich noch jetzt darüber, dass ich mir im einzigen Schuhladen am Ort nicht die roten Guess-Pumps mit der silbernen Metallspitze gekauft habe. Denn diese Schuhe habe ich leider nicht wieder gefunden!

Eines der wunderhübschen Holzhäuser im Ferienort Bar Harbor

4. Bar Harbor: Das kleine Städtchen mit den typischen amerikanischen Holzhäusern ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der oberen 10.000. Rockefeller & Co haben und hatten hier ihre Urlaubssitze. Kein Wunder, denn die Landschaft ist wunderschön, wie uns eine Rundfahrt durch den Acadia Nationalpark bewies. Wir besuchten außerdem das kleine Abbe-Museum, in dem eine schöne Artefakten-Sammlung von der Geschichte der ansässigen Ureinwohner erzählt.

Häuser in der Nähe des Bunker Hill Monument, umgeben von einem Hauch Indian Summer

5. Boston: Die Wiege der USA. Hier wimmelt es nur so von historischen Bezügen und Gebäuden. Der sogenannte Freedom-Trail, eine durchgezogene rote Linie auf dem Boden, macht es einem leicht, die wichtigsten historischen Orte zu entdecken. Boston hat mich vor allem durch seine sehr schöne Architektur überzeugt. Auch die Einkaufsmöglichkeiten sind groß. Besonders gut gefallen hat uns die Mall am Copley Place. Sie bietet alles von Louis Vuitton über Neimann Marcus bis hin zu J.Crew. Wir haben hier allerdings nur den teuersten Tee unseres Lebens gekauft: ein wirklich leckerer Beerentee für 30 Dollar.

Am Fuße des Rockefeller Towers in New York

6. New York: Heiß, voll und laut. Ein wirklicher Gegensatz zu den anderen Städten unserer Tour. Da wir bereits sehr viel Sightseeing gemacht hatten, wollten wir hier einfach mal nur bummeln. Ich war allerdings so satt von den vielen Eindrücken, dass mir gar nicht nach Einkaufen zumute war. Deshalb sind wir die 5th Avenue hoch- und wieder runtergewandert und dann in den South District gefahren. Unterwegs entdeckte ich dann nicht nur ein hübsches Seidentop im Sale bei Anthropologie, sondern auch Sex&theCity-Darstellerin Kim Cattrall mit ihrem Personal Assistant. „Samantha“ shoppte diesmal völlig unspektakulär gekleidet: rosefarbenes Shirt, schwarze Jeans und schwarze Samt-Loafer.

Da man den Ground Zero leider nur nach vorheriger Anmeldung besuchen kann, haben wir uns die im Bau befindlichen Freedom-Towers angesehen und sind dann noch im Outlet-Kaufhaus Century 21 gelandet. Zum Abschluss des Tages haben wir das Gewimmel auf dem Time Square genossen. Beim Regenwetter am nächsten Tag war ein Besuch im Metropolitan Museum of Art mit seinen fantastischen Sammlungen nahezu obligatorisch. Hier könnte man Wochen verbringen. Es war ziemlich frustrierend, das wir nur so wenig Zeit hatten und im Laufschritt an berühmten Gemälden vorbeieilen mussten. Mit einem Bummel über die Madison Avenue haben wir unseren New York-Besuch ausklingen lassen.

Habt Ihr die Städte schon besucht? Welches sind Eure liebsten Orte in Amerika?


5 Kommentare
  • Dani sagt:

    Wow liebe Sybille, da habt Ihr ja ein ganz schönes Programm hinter Euch! Ich kenne bisher nur New York, aber Neuengland und vor allem Boston interessiert mich sehr! Schade, dass Du keine schönen Streetstyles für uns festhalten konntest. :-)

    Liebe Grüße aus dem nebligen Würzburg
    Dani

  • Anna sagt:

    Oh, wie Sybille was für eine schöne Reise. Wie habt ihr dass denn gemacht – seid ihr von Frankfurt aus nach Montreal geflogen und dann mit dem Auto getourt durch Kanada und dann weiter geflogen? Hört sich sehr spannend und schön an. Werde dann von meiner Rundtour durch Australien berichten…

    Lg aus Down Under

    Anna

  • Alexandra sagt:

    Liebe Sybille,

    ich rate mal, ihr wart mit dem Schiff unterwegs? ;-) Genau die selbe Strecke habe ich nämlich zu genau der selben Zeit vor zwei Jahren mit meiner Familie gemacht. Besonders gut gefallen haben mir dabei auch Quebec , Bar Harbor und natürlich NYC im Herbst. In Bar Harbor haben wir damals einen Ausflug in den Arcadia Nationalpark und auf den Cadillac Mountain gemacht. Boston hat mir als einzige Stadt eigentlich gar nicht gefallen und das mit den Streetstyles sehe ich ähnlich. Ich war damals in NYC mit meinem Freund unterwegs, der seit vielen Jahren in den USA lebt, so habe ich zwar NYC von einer weniger touristischen Seite erlebt, aber bisher leider noch nie von der Fashion/SATC -Seite… da muss man eventuell echt einfach zu Fashion Week kommen, ansonsten sind das auch alles ganz normale Frauen ;-)
    Eine super schöne Tour schön beschrieben.

    Liebe Grüße
    Alexandra

  • Sybille sagt:

    Liebe Anna, liebe Alexandra,

    ja, wir waren mit dem Schiff unterwegs. Wir sind von Amsterdam nach Montreal geflogen und dort aufs Schiff gegangen. Und ich denke, dass du Recht hast Alexandra: Die wirklich stylishen Frauen sind nur zu Zeiten der Fashion Week unterwegs. Und das sind dann meist Editorialistas oder Bloggerinnen ;-)

    Und Anna – ich bin gespannt auf den Australien-Bericht!

    Liebe Grüße
    Sybille

  • uwe zimmer sagt:

    Wow das sind echt tolle Bilder von eurer Reise. In Kanada war ich noch nie, möchte aber auch bald mal dorthin reisen!

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