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Kaum eine andere Leuchte strahlt so viel Eleganz und Understatement aus wie die Bankers Lamp. Aus vielen Arbeitszimmern, Anwaltskanzleien und Bibliotheken ist die Messinglampe mit dem grünen Schirm kaum wegzudenken und das, obwohl der treue Begleiter der Banker schon auf einige Jahre Geschichte zurückblicken kann. Ihr spielt mit dem Gedanken, Euch eine Bankierlampe zuzulegen und wollt etwas über die Geschichte der Traditionsleuchte wissen?
Die Bankers Lamp: Banken, Börsen, Bibliotheken
Ihren Ursprung hat die Bankierlampe vermutlich im Amerika der 1930er. Bei der Entwicklung des Designs dürfte die Idee des Jugendstils eine entscheidende Rolle gespielt haben, also die Frage, wie man Design gestalten kann, sodass es richtig funktioniert und trotzdem schön anzusehen ist. Verbreitung fand die Banker-Lampe, oder auch Wallstreet-Lampe genannt, vor allem in Banken, an der Börse, in Bibliotheken, Anwaltskanzleien und Gerichtssälen. In den 20er und 30er Jahren verbrachten die Menschen erstmals lange Stunden am Schreibtisch. Um ihre Augen zu schonen, während sie in den Abend- und Nachtstunden ihre Papiere wälzten, benötigten sie ein dementsprechend gutes Licht. Durch die Querform des Lampenschirmes beleuchtet die Bankers Lamp die Breite des Schreibtisches optimal, Bohrungen an beiden Seiten des Schirmes ermöglichen zudem, dass dieser gedreht und abgeblendet werden kann.
Eine Bankers Lamp besteht typischerweise aus einem Messingfuß, einem grünen schwenkbaren Schirm, einem höhenverschiebbaren Riefenrohr aus Vollmessing und einem stoffumkettelten Stromkabel
Form Follows Function
Die weiße Farbe innen schafft eine optimale Beleuchtung für Papierarbeit, das Grün außen strahlt das klassisch-gemütliche Licht aus, das damals stark in Mode war und noch heute eine ganz spezielle Atmosphäre in jedem Arbeitszimmer schafft. Damit eine Bankierlampe Generationen überdauert und der sensible Glasschirm erhalten bleibt, ist übrigens ein schwerer Fuß unerlässlich. Eine Bankers Lamp eignet sich hervorragend für den klassischen Wohnstil und macht auf dem Schreibtisch oder dem Klavier, als Leselampe im Wohnzimmer oder auf dem Nachttisch eine elegante Figur. Bankierlampen sind auch eine der beliebtesten Filmrequisiten, und zwar nicht nur in britischen und amerikanischen Produktionen (z.B. Sterben für Anfänger oder Mad Men). Auch kaum ein deutscher Krimi möchte auf die Lampen mit Stil verzichten. Vielleicht liegt es daran, dass man die Leuchten stets mit etwas Herrschaftlichen in Verbindung bringt. Schließlich präsentieren selbst Staatschefs sie bei Pressekonferenzen vor sich auf dem Tisch und auch Frank Miller vergisst in seinen Comics nie die Bankers Lamp auf dem Schreibtisch des Weißen Hauses.
Erkennen kann man eine qualitativ hochwertige Leuchte auch an dem kleinen Zugkettchen, das aus dem Lampenschirm hängt und den schnöden Druckschalter im Kunststoffkabel ersetzt.
Sehr hochwertige Varianten mit mundgeblasenem Opalglas in verschiedenen Farben, geschliffenen Kanten und gußeisernem Fuß könnt Ihr zum Beispiel bei der Berliner Lampenmanufaktur Lamptique oder der Berliner Messinglampen GmbH erwerben; günstigere Modelle findet Ihr z.B. VivaLeuchten.de
Einen noch ausführlicheren Artikel von mir über die Bankers Lamp findet Ihr in der TWEED Ausgabe 02/2013
Bild-Credits: Lamptique
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