Ausstellungstipp: „Mythos Chanel“ in Hamburg

Wohl jeder von uns kennt Chanel. Spätestens durch Karl Lagerfeld wurde die Marke weltweit berühmt und auch verehrt. Doch was steckt hinter dem Mythos? Wie ist ein derartiger Erfolg von Coco Chanel zu erklären? Diesen Fragen versucht die nicht sehr umfangreiche, aber umso eindrucksvollere Ausstellung Mythos Chanel im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg auf den Grund zu gehen. Sie erstreckt sich über insgesamt fünf Räume, in denen chronologisch die Geschichte des Unternehmens und die Entwicklung der Kleidung gezeigt wird. Ich habe die Ausstellung letzte Woche besucht und möchte sie Euch unbedingt ans Herz legen. von Anna

Die frühen Kreationen, das Chanel-Kostüm & das Kleine Schwarze

In der Mitte des ersten Raumes werden die frühen Kreationen Coco Chanels, geborene Gabrielle Bonheur Chanel, ausgestellt. An der Kleidung lässt sich schon sehr gut der typische Chanel-Stil erkennen. Die Designs sind weniger tailliert und feminin, sondern strahlen eine sportliche und zeitlose Eleganz aus, welche bis heute die Marke ausmacht. Coco Chanel hat einen neuen Typ Frau geschaffen und ihre Prinzipien setzten sich durch. In ihren Augen durften Frauen Hosen tragen aber niemals Röcke die das Knie zeigten. Laut Coco Chanel gab es nichts was „älter macht, als der Versuch sich zu verjüngen“. In einem Raum präsentiert sich das Chanel-Kostüm in unzähligen Variationen, ein anderer Raum widmet sich einem weiteren Klassiker Chanels: Das kleine Schwarze. Durch Coco Chanel wurde es berühmt. Die Vogue schrieb 1926 zu dem kleinen, schlichten, schwarzen Kleid: „The Chanel „Ford“ – the frock that all the world will wear.“ Und damit behielt die Zeitschrift Recht. Heute hängt das Kleine Schwarze in nahezu jedem Kleiderschrank.

Ausstellungstipp: „Mythos Chanel“ in Hamburg

Das Chanel-Kostüm aus Wolltweed mit der kastenförmigen Jacke ohne Kragen und dem kontrastierenden Bortenbesatz wurde zu einem weltweiten Klassiker. Noch heute ist der Stil ihres Kostüms so prägend, dass das reine Zitieren von einzelnen Stilelementen reicht, um an das Original zu erinnern.

Ausstellungstipp: „Mythos Chanel“ in Hamburg

In der Ausstellung waren leider nur sehr wenige Originale der „Kleinen Schwarzen“ von Chanel zu sehen, was ich etwas schade fand; dem Klassiker wurde zwar ein eigener Raum gewidmet, aber nur Kleider gezeigt, die dem Kleinen Schwarzen von Chanel nachempfunden waren

Karl Lagerfeld & Chanel No. 5

Ein Raum der Ausstellung ehrt natürlich auch die Arbeiten von Karl Lagerfeld. Sein Talent ist beeindruckend. Lagerfeld schaffte es – und es gelingt ihm noch heute – den Stil von Chanel immer wieder neu zu interpretieren, ohne die ursprünglichen Designs zu kopieren oder aus den Augen zu verlieren. Seine Mode ist jung, frisch aber trotzdem zeitlos schön. Lohnenswert ist auch ein Blick hinter die Modepuppen – im Hintergrund zieren nämlich mehrere Bilder von Andy Warhol die Wände und verweisen auf ein weiteres Phänomen Chanels: das Parfum Chanel No. 5. Den Flakon des Duftes entwarf ebenfalls Coco Chanel und die Duftkreation wurde bis heute nur minimal verändert. Das Parfum avancierte genauso wie ihre Kleidung über viele Jahre zu einem zeitlosen Klassiker. Die Stimmung in den Räumen der Ausstellung war übrigens sehr andächtig und still. Auf diese Weise entstand ein starkes Gefühl für das, was diese schöne Frau in ihrem Leben geschaffen hat. Und für das reiche Erbe, das sie der Welt hinterlassen hat.

 „Mythos Chanel“ in Hamburg

 „Mythos Chanel“ in Hamburg

Der letzte Raum wurde Gabrielle Chanel persönlich gewidmet; sie war auf unzähligen Fotografien, wie von Man Ray und Horst P. Horst, und auf einigen alten Vogue Covern porträtiert worden und strahlte eine unglaubliche Klasse und Schönheit aus

 „Mythos Chanel“ in Hamburg

Ich kann Euch die Ausstellung „Mythos Chanel“ nur empfehlen! Sie läuft noch bis zum 28. Mai 2014 und zeigt Euch auf eine wirkliche beeindruckende Art, was hinter der Marke Chanel steckt und was Coco Chanel zusammen mit Karl Lagerfeld geschaffen hat/Foto-Credits: MK&G

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