Material-Lexikon

Material-Lexikon: Von Madras-Karo bis Modal

Samstag, Mai 19th, 2012

Madras-Karo ist ein feinfädiges Baumwollgewebe mit großzügigen Farbkaros. Es wird für sommerliche Hemden, Blusen und Kleider verwendet.

Manchester ist ein dichter Rippensamt aus Baumwoll- oder Viskosegarn (21-43 Rippen pro 10 cm) und wird auch als Genuacord oder Rippensamt bezeichnet.

Merinowolle stammt vom Merinoschaf, einer Feinwoll-Schafrasse, die ursprünglich wohl aus Nordafrika stammt. Heute ist Australien der Hauptlieferant für Merinowolle. Die Tiere werden bis auf die Haut geschoren und geben zwischen 2 und 4 Kilogramm Wolle pro Jahr. Bis zu 10 kg Merinowolle können von Spitzentieren gewonnen werden.

Mikrofasern sind sehr feine chemische Fasern. Durch die feinen Poren ist das Gewebe atmungsaktiv und wird daher vor allem für Sport- und Outdoorbekleidung eingesetzt.

Modal wird oft als bessere Viskose bezeichnet, denn es hat eine verbesserte Reiß- und Scheuerfestigkeit, ist aber weicher. Modal besitzt ähnliche Eigenschaften wie Baumwolle und wird deshalb häufig in Mischungen für hochwertige Qualitätsprodukte verwendet. Ein weiterer großer Vorteil von Modal ist seine Pflegeleichtigkeit.

Material-Lexikon: Von Lambswool bis Loden

Sonntag, Mai 6th, 2012

Lambswool bezeichnet die besonders weiche, sehr feine Wolle der ersten Schur von ca. sechs Monate alten Lämmern sowie daraus gefertigten Strickwaren. Lambswool ist sehr elastisch und verschleißfest, muss aber beim Waschen schonend behandelt werden.

Leder ist eine durch Gerbung chemisch haltbar gemachte Tierhaut, deren natürliche Faserstruktur weitgehend erhalten ist. Jedes Tier liefert unterschiedliche Optiken. Außerdem haben Tierhäute zwei Seiten: Die äußere Seite ist die Haar- bzw. Narbenseite. Aus ihr wird das glatte Nappaleder gearbeitet. Wird dieses angeschliffen, entsteht feinstes Nubukleder. Die dem Tierkörper zugewandte raue Seite wird zu seidigem Veloursleder geschliffen. Kalbleder ist ein Spitzenleder mit elegantem Schliff und weichem Griff. Ziegennappa bietet neben dem seidigen Griff Formtreue und Eleganz. Lammleder ist sehr leicht und elegant. Schweinsleder ist ein strapazierfähiges, grobes Leder. Hirschleder ist ein echtes Wildleder mit rustikaler Oberfläche.

Leinen wird aus Fasern der Lein- oder Flachspflanze gefertigt. Der Anbau hat eine Jahrtausende alte Tradition. Schon 5000 bis 4000 v. Chr. wurde Flachs systematisch von den Ägyptern, Babyloniern oder Phöniziern angebaut. Leinen wird gerne für Sommerkleidung genutzt, denn es fühlt sich kühl und frisch an, ist sehr saugfähig und gibt die Feuchtigkeit auch schnell wieder an die Umgebung ab, was die Klimaregelung des Körpers unterstützt.

Liberty nennt man mit kleinen Blumen bedruckte Baumwollstoffe. Sie wurden erstmals 1875 vom britischen Händler Arthur Lazenby Liberty angeboten. Liberty bietet eine hohe Mustervielfalt in schillernden Farbpaletten. Liberty-Stoffe kann man wegen des auf der Stoffrückseite durchschimmernden Motivaufdrucks von anderen Stoffen unterscheiden.

Loden bezeichnete ursprünglich derbe, nicht gewalkte Wollstoffe aus Streichgarnen (Wolle, feine Tierhaare, Mischungen). Heute ist Loden die Sammelbezeichnung für vorwiegend aus Wolle gefertigte Streichgarngewebe. Durch verstärktes Walken sind sie dicht und strapazierfähig. Die klassischen Farben sind olivgrün, graubraun, schwarzmeliert oder rotbraun. Die älteste bestehende Firma ist der Lodenwalker in der Ramsau am Dachstein.

Material-Lexikon: Von Kamelhaar bis Kreidestreifen

Samstag, April 28th, 2012

Kamelhaar ist das Flaumhaar der zweihöckrigen Kamele, das ihnen im Frühjahr büschelweise ausfällt. Bedingt durch die Seltenheit wird es häufig mit Schurwolle gemischt. Besonders wertvoll ist das Babyhaar der Jungtiere, da ihr naturblondes Haar ausgesprochen weich und fein ist. Kamelhaar wird meistens in den natürlichen Farben beige/braun verarbeitet. Da es strapazierfähig ist und sehr warm hält, kommt es vor allem bei Mänteln zur Anwendung.

Kaschmirwolle ist eine feine und sehr weiche Faser, die durch Kämmen aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen wird. Pro Tier werden ca. 150 Gramm gesammelt und nach Farben sortiert. Dementsprechend ist Kaschmir eine der wertvollsten und teuersten Naturfasern und wird häufig mit Merinowolle oder anderer Schafwolle gemischt. Wichtigste Erzeugerländer sind China, die Mongolei, Iran und das mittelasiatische Hochland (Pamir). In Deutschland muss ein mit Kaschmir bezeichnetes Produkt einen Anteil von mindestens 85 % Kaschmirfasern beinhalten. Waren mit Kaschmiranteil sollen einen Mindestgehalt von 14,5 % Kaschmirfasern aufweisen. Nur Produkte aus reinem Kaschmir dürfen die Bezeichnung 100 % Kaschmir tragen.

Kammgarn ist ein aus Wolle, Baumwolle oder Chemiefasern gesponnenes Garn mit einer glatten, glänzenden Oberfläche. Es entsteht durch Kämmen des Rohmaterials, wobei die kurzen Faserstücke und Verunreinigungen wie Noppen oder Nissen entfernt werden. Es ist also ein „ausgekämmtes“ und daher hochwertiges Garn. Kammgarne werden vor allem für Strick- und Webwaren, Strumpfartikeln, aber auch zunehmend für Funktionstextilien verwendet.

Kattun ist ein mittelfeiner Baumwollstoff, der hauptsächlich für Schürzen und leichte Sommerbekleidung genutzt wird.

Kid-Mohair >Mohair

Kreidestreifen sind verschwommene helle Längsstreifen auf Flanell-Wollstoffen, die vor allem für Anzüge verwendet werden. Sie sind nicht so fein wie >Nadelstreifen.

Material-Lexikon: Von Ikat bis Jersey

Samstag, April 21st, 2012

Ikat ist eine Webtechnik, deren geometrische, verzogene oder ausgefranste Konturen mit Hilfe von partiell gefärbten Garnen erzeugt werden. Ikatmuster werden vor allem für Sommerkleidung verwendet. Ähnlich wie für >Batik wird auch für das Ikat-Muster immer wieder ein Comeback ausgerufen.

Jacquard ist ein aufwändig gemusterter Stoff, der nur auf einem Webstuhl mit Jacquardmaschine hergestellt werden kann. Erfunden wurde der Stoff 1805 von dem Lyoner Seidenweber Joseph Marie Jacquard. Jacquard wird vor allem für die  Herstellung von Gesellschaftskleidung genutzt.

Jeans sind Hosen, die gewöhnlich aus einem robusten, blauen Baumwollstoff, dem >Denim, hergestellt werden. Ursprünglich stammten die Baumwollhosen aus der Gegend um die italienische Stadt Genua in der USA. Aus der französischen Form des Städtenamens „Gênes“ schuf die amerikanische Umgangssprache den Begriff „Jeans“. Die Bezeichnung steht aber auch für den Stoff, aus dem diese Hosen (aber auch Jacken, Kleider, Mäntel) gefertigt sind.

Jersey kommt von der Kanalinsel Jersey. Die feine Wirkware wurde ursprünglich aus Wolle gefertigt und leicht gewalkt. Der elastische Strickstoff wird heute meistens aus Baumwolle oder Baumwollmischungen hergestellt. Coco Chanel stellte aus Jersey ihre ersten schlichten, funktionalen Kleider her.

Material-Lexikon: Von Garbardine bis Harris-Tweed

Samstag, April 14th, 2012

Gabardine ist ein dichtes Kammgarngewebe, das aus reiner Wolle, Viskose, Mischgarnen oder >Baumwolle besteht. Der Stoff wird hauptsächlich zu Mänteln, Anzügen oder Kostümen verarbeitet.

Gingan ist ein Karostoff und der traditionelle Stoff für Dirndl. Die Vielfalt der Karomuster reicht von verhaltenen Versionen in zwei gedeckten Farbtönen bis zu markanten Kombinationen in knallbunten Farben.

Glencheck ist eine traditionelle Musterung für Hemden, Anzüge und Kostüme. Über einem feinen Karomuster verläuft ein weiteres Überkaro in Kontrastfarben oder Ton-in-Ton. Grundsätzlich ist ein Glencheckmuster eher für Tagesbekleidung geeignet als für den abendlichen Auftritt. In England (wo diese Stoffmusterung sehr beliebt ist) ist es als Prince of Wales, in Frankreich als Prince de Galle und in Österreich als Esterhazy bekannt.

Hahnentrittmuster ist ein Karomuster, das entfernt an Fußspuren eines Huhns erinnert. Das Muster kann gewebt, gestrickt oder aufgedruckt sein und wird für Anzüge, Kostüme und Mäntel verwendet.

Harris-Tweed ist eine Form des >Tweeds, die nur auf den Äußeren Hebriden in Schottland hergestellt werden darf.

Material-Lexikon: Von Fake Fur bis Flanell

Samstag, April 7th, 2012

Als Fake Fur bezeichnet man modische Kunstpelze. Im Vergleich zum Echtpelz kostet er nur einen Bruchteil, sieht aber genauso stylisch aus, hält mindestens ebenso warm und ein Tier muss dafür auch nicht sterben. Ein traditionsreicher Hersteller dieser Kunstpelze ist das Maison de la Fausse Fourrure.

Zu Filz lassen sich fast alle Fasern zusammen mit Wolle verarbeiten: Baumwolle, Seide, Hanf und auch verschiedenste Tierhaare. Es gibt zwei Herstellungsverfahren: Beim Nadelfilz wird ein Faservlies auf einen Nadelbalken gelegt. Die Vielzahl der darauf befestigten Nadeln mit Widerhaken sticht immer wieder in das Vlies und verschlingt die Einzelfasern schließlich zu einem festen Filz. Beim industriellen Nadelfilzen trägt ein einzelner Nadelbalken bis zu 500 000 Nadeln, die den Filz gleichmäßig verdichten. Aus Filz werden robuste und wärmende Kleidungsstücke hergestellt, zum Beispiel Schals, Jacken, Westen, Hüte und Hausschuhe.

Fischgrat ist ein Stoffmuster mit Längsstreifen, vergleichbar mit der Form einer Fischgräte.

Flanell ist ein weicher, vorwiegend aus >Baumwolle oder Wolle gewebter Stoff, der auf einer oder beiden Seiten etwas aufgeraut und gewalkt wird. Flanelle sind vergleichsweise leicht, aber dennoch wärmend und saugfähig, außerdem haben sie einen sehr angenehmen weichen Griff.  Aus Flanell werden hauptsächlich baumwollene Flanellhemden, Schlafanzüge und wollene Herren-Anzüge für die kühleren Jahreszeiten hergestellt.