Die Lady-Frage: Wo shoppt eine blinde Lady?
Dienstag, Juni 19th, 2012Liebe Lady-Bloggerinnen,
ich bin seit Geburt blind und habe daneben noch einen anspruchsvollen 8-Stunden-Job. Oft habe ich keine Energie mehr für kompliziertes Fahnden nach Kleidung. Zumal im Internet die Links oft nur mit “Bluse” beschriftet sind, ohne entsprechende Beschreibung. Im Geschäft habe ich oft Angst, Opfer für Ladenhüter zu werden, die verkauft werden müssen. Hinzu kommt: Ich bin mittlerweile eine Frau von Format, im Augenblick Gr.50. Wo fände ich das Kleine Schwarze überhaupt? Es ist nicht einfach, als Blinde wirklich zur klassischen Lady zu werden.
Zumal sich noch andere Probleme ergeben: “Als Blinde ist man beim Einkaufen einarmig”, drückte es eine Freundin treffend aus. Angenommen, ich trüge in der rechten Hand den Blindenstock und hätte bei Regen eine Barbour-Jacke an, dann bräuchte ich einen Schirm. Den hielte ich in der linken Hand und mit welcher Hand könnte ich Ampeln bedienen, S-Bahnen öffnen? Barbour-Jacken haben, soweit das Internet in Worten mir Klarheit verschuf, keine Kapuze, die vor Regen schützt? Überhaupt sind Tüten und Koffer für mich nicht empfehlenswert, da sie mich, in einer Hand getragen, sehr belasten. Ich muss also zum Rucksack greifen und als Regenbekleidung habe ich mir Fahrradcapes zugelegt. Damit sehe ich allerdings alles andere als ladylike aus.
Liebe Grüße
Sandra











