Schauen wir uns nicht alle schöne, aristokratische Hochzeiten aus der Ferne an? So wie die Hochzeit von Herzogin Kate und Prinz William natürlich oder auch die von Kates Schwester Pippa Middleton kürzlich in England. Genauso traumhaft, wenn auch schon Jahrzehnte zurückliegend, war die Hochzeit von Grace Kelly und Fürst Rainier aus Monaco. Sie wurde am 18. April 1956 von mehr als 30 Millionen Zuschauern über das Fernsehen verfolgt. von M.Daniela

„Natürlich möchte ich heiraten. Aber meine Karriere liegt mir mehr am Herzen als der Gedanke an die Ehe. Wenn ich jetzt aufhörte – und aufhören müsste ich, weil die Ehe nach meiner Auffassung eine Frau ganz beansprucht – dann würde ich mich womöglich mein Leben lang mit dem Gedanken quälen, welch große Schauspielerin ich hätte werden können“, sagte Grace Kelly noch im März 1955. Kaum zu glauben, dass die Schauspielerin jene Sätze sechs Wochen vor ihrem ersten Treffen mit Fürst Rainier III. von Monaco ausgesprochen hatte. Zu fremd erschien ihr noch der Gedanke, sich auf ewig zu binden und somit auf längere Sicht Hollywood Lebewohl zu sagen. Grace war zu diesem Zeitpunkt noch mit Oleg Cassini liiert, welchen sie später für Rainier Grimaldi verließ. Cassini war eben jener Modeschöpfer, welcher auch Jackie Kennedy ankleidete. Laut Cassini waren die zwei sogar heimlich verlobt.

Von Hollywood an die Côte d’Azur

Heute kennt jeder von uns Monaco als die schillernde Perle der Côte d’Azur. Aber dies war bei weitem nicht immer so. Zur Amtszeit von Fürst Louis Henri Maxence Bertrand Rainier Grimaldi alias Fürst Rainier III. stand es nicht gut um den Zwergenstaat. Das kleine Land mit seinen etwa 35.000 Einwohnern war hoch verschuldet und stand in Gefahr an Frankreich zurückzufallen. Eine Lösung musste her und diese fand ein bekannter griechischer Reeder namens Aristoteles Onassis – der zweite Ehemann von Jackie Kennedy. Er kaufte die Bäder- und Casinogesellschaft von Monaco auf und unterstütze den Staat somit unabhängig zu bleiben. Außerdem riet er dem Fürsten, eine Hochzeit mit der schönen Grace Kelly in Betracht zu ziehen und diesem Rat war Fürst Rainier ganz und gar nicht abgeneigt.

Auf den Filmfestspielen von Cannes bewarb Grace ihren Film Das Mädchen vom Lande und folgte im Anschluss einer Einladung zu einem Treffen mit Fürst Rainier, welches die Zeitung Paris Match in die Wege geleitet hatte. Die beiden waren sich auf Anhieb sympathisch und ein reger Briefwechsel begann. Zwar wahrte die Hollywood-Schönheit am Anfang noch Distanz zu ihrem neuen Verehrer, doch als dieser im Dezember 1955 zu ihrem Vater nach Philadelphia reiste und ihn persönlich um die Hand seiner Tochter bat, nahm sie schon drei Tage darauf seinen Heiratsantrag an.

Über den Dächern von Monaco

Kein Film hätte so glamourös inszeniert werden können wie die Hochzeit von Grace und Rainier. Kirchlich heirateten die zwei am 19. April 1956 in der Kathedrale von St. Nicholas, einen Tag nach ihrer standesamtlichen Hochzeit. Ihr traumhaftes, hochgeschlossenes Hochzeitskleid wurde von Designerin Helen Rose entworfen und von MGM Studios – ihrem damaligen Arbeitgeber – finanziert. MGM zählte sehr auf die Werbewirksamkeit der Vermählung – zu Recht. Monaco wurde zu einem magischen Märchenland und aus Grace Kelly die Fürstin Gracia Patricia. Als neue Landesmutter der Monegassen lebte sie von nun an in einem Palast. Noch heute schmunzelt man darüber, dass Rainier seiner Schwiegermutter immer wieder erklären musste, dass er nicht der Fürst von Marokko sei.

Bis zu Ihrem tragischen Unfalltod am 14. September 1982 wirkte Grace, abgesehen von kleinen Gastrollen, in keinem Film mehr mit. Das monegassische Volk war der Auffassung, dass es sich für die Fürstin nicht gebührt, weiterhin in Hollywood tätig zu sein und so widmete sie ihr ganzes Leben ihrem neuen Volk und ihrer Familie. Kurz nach dem Tod von Fürst Rainier veröffentlichte ihr Sohn Albert jedoch Teile eines Filmes, welcher nochmals das Herz viele Menschen berührte: Ein selbstgedrehter Dokumentarfilm von Grace über ihr Familienleben unter der Regie ihres Mannes. Der Film zeigt, dass Grace angekommen ist und einen Ort der Liebe und Geborgenheit im Kreise ihres Mannes und ihrer Kinder Albert II, Caroline und Stéphanie gefunden hat. Fürst Rainier hatte bis zu seinem Tod im Jahre 2005 offiziell keine Frau mehr an seiner Seite und mit ihm starben die letzten Spuren einer großen und wohl auch aufrichtigen Liebe.

Die wunderbaren Fotografien dieses Artikels stammen aus dem Bildband „Grace Kelly – Hollywood Collection – Eine Hommage in Fotografien“, der 2009 im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen ist. In dem 188 Seiten schweren Buch findet Ihr ca. 200 Abbildungen der Schönheit; Der Band kostet 29,90 Euro.

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7 Kommentare
  • Stefanie sagt:

    Schade, die Überschrift verspricht mehr als der Blogeintrag hält. Willst du uns den Bildband ans Herz legen? Denn der Artikel selbst enthält nur wenig Information über Fürstin Gracia Patricia und ihre Rolle als Mutter.

  • Vanessa sagt:

    Kann ich nicht bestätigen, ich finde den Artikel sehr gelungen und es hat unheimlichen Spaß gemacht ihn zu lesen

  • M.Daniela sagt:

    Liebe Stefanie,danke für Deine aufrichtige Kritik.Es stimmt,der Beitrag enthält wenig über Gracia Patricia speziell als Mutter.Dieser Artikel ist die Fortsetzung des ersten Artikels über ihr Leben…Ich muss gestehen,Grace Kellys-Gracia Patricias Leben war so facetten-und erlebnisreich,dass wirklich ein ganzes Buch nötig ist um alles zu erwähnen.Der Bildband ist sehr spannend geschrieben und auch schön anzusehen.Daher empfehle ich ihn Dir absolut.Liebe Grüsse M.Daniela

  • Sabrina sagt:

    Hi, mir hat dieser Artikel sehr gut gefallen. Ich war kurz entführt in dieses „Märchen“ und da ich noch nicht viel über Grace Kelly wusste habe ich nun ein schönes Bild von ihrem Leben vor Augen.
    Danke dafür.
    LG S

  • Rebecca sagt:

    Toller Artikel, tolle Frau, tolles Buch! Danke M.Daniela!

  • D.Elisabeth B. sagt:

    Ich finde den Artikel absolut gelungen, gibt er doch einen Überblick über Grace Kellys als Gesamtperson. Eigentlich ist dem Kommentar von Rebecca nichts mehr hinzuzufügen. Danke Daniela

  • Wienlady sagt:

    Der Artikel hat mir persönlich gut gefallen und Anregung gegeben sich intensiver mit dem Thema “ Gracia Patricia“ zu beschäftigen. Somit hat der Artikel für mich das erfüllt was seine Aufgabe ist. Großes Kompliment liebe M. Daniela und DANKESCHÖN das Du uns mit solchen Artikeln Freude machst.

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