Skandinavien: Mode machen statt kopieren

Schwedische Mode? Das war lange Zeit allerhöchstens ein Synonym für zwei rote Buchstaben: H und M. Mittlerweile ist Mode aus Skandinavien kein Insider-Tipp mehr, sondern geht auf Expansionskurs. Der größte skandinavische Online-Shop hat nun seine Pforten in Deutschland geöffnet: Nelly wurde 2004 gegründet und versendet neben Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark jetzt auch nach Deutschland. Ein guter Grund, die skandinavische Mode mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Von A wie Acne bis W wie Whyred

Mehr als 400 verschiedene Modemarken aus Skandinavien kann man bei Nelly finden. Bis vor einigen Jahren war Mode aus dem hohen Norden noch ein Geheimtipp. Derzeit wächst die Fangemeinde allerdings so ungemein, dass man schon von einem Hype sprechen kann. Nicht nur die Deutschen sind Marken wie Odd Molly, Fillipa K, Jimmie Martins, DAY Birger et Mikkelsen, Maison Scotch, Noa Noa, Arena Kopenhagen, By Malene Birger, Baum & Pferdgarten und Acne verfallen.

Die neuen Modemetropolen im Norden

Weltweit gelten die Skandinavier mittlerweile als trendgebend. Stockholm, Oslo und Kopenhagen heißen die neuen Modemetropolen, die weniger angestrengt sind als London, weniger opulent als Paris oder Mailand – immer aber sehr stilsicher. Ein Gespür für Ästhetik scheint den Skandinaviern nahezu in die Kinderwiege gelegt worden zu sein. Mode- und Designexperten schätzen den Mut der Skandinavier, ihr Gespür für Trends aber auch ihre Bodenständigkeit und ihren Realitätssinn.

Mischung aus Zweckmäßigkeit und Ästhetik

Auch wenn Mode aus Skandinavien sich erst seit einigen Jahren auf den Laufstegen der Welt durchsetzt, sprach man ihnen nie das Gespür für Design ab. Ob es die Möbel vom IKEA sind, die Bausteine von LEGO oder die Mobiltelefone von Nokia – die Nordlichter treffen mit der richtigen Mischung aus Zweckmäßigkeit und Ästhetik den aktuellen Zeitgeist. Die schwedische Mode ist funktional, klar und nüchtern aber in frische nordische Farben getaucht. Die Stockholmer perfektionieren den „Clean Chic“. Die Norweger greifen hingegen auch gerne auf romantische Motive zurück, sind beeinflusst von Ethno- und Hippie-Themen.

12.000 Mode-Blogger

Ein weiterer Grund, warum die Mode so erfolgreich ist, sieht Jakob Börjeson, Marketing Assistant von Nelly bei den erfolgreichen skandinavischen Bloggern: “The Scandinavian fashion also received lots of international attention thanks to the early rise of the fashion blogs up here.” Mindestens 12.000 Blogs soll es alleine in der Kategorie Mode und Design geben. Beliebte Blogs sind beispielsweise der von Caroline Lundh, Frida und Modette. Die schwedische Warenhauskette Kfem hat in ihren Stockholmer Umkleidekabinen extra 20 „Bloggomaten“ aufgestellt. Mithilfe des Computers und der Webcam können sich die Blogger beim Anprobieren fotografieren und die Bilder gleich auf dem hauseigenen Blog veröffentlichen.

Schweden-Dutt und Nerd-Brille

Die skandinavischen Bloggerinnen beeinflussen den weltweiten Streetstyle. So kommt nicht nur der „Schweden-Dutt“, bei dem die Haare streng am Oberkopf zusammengebunden werden, aus Skandinavien. Auch die „Nerd-Brille“ die man mittlerweile überall in Deutschland sieht, wurde schon vor Jahren im Norden getragen. Und was kommt als nächstes Herr Börjeson? „We will probably see lots of knitted garments. We will also see fur and leather imitations both in whole garments and as details.” Wir können gespannt sein.

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Eine Antwort zu “Skandinavien: Mode machen statt kopieren”

  1. Petra Sagte:

    der skandinavischen mode bin auch ich verfallen

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