Audrey war ein eigenwilliger Mensch – in der Wahl ihrer Kleider, in der Eleganz, dem Chic und der Schlichtheit, mit der sie sie trug. Auf ausgesprochen persönliche Weise schuf sie ihren eigenen Look: den „Hepburn-Stil“. Ich bin stolz und glücklich, dass ich mit meiner lieben Audrey arbeiten und sie schmücken durfte. Sie war „einmalig“ und wird es immer sein.

Hubert de Givenchy über Audrey Hepburn im Vorwort des Bildbandes „Audrey Style“

Jeder kennt sie, die Szene aus Frühstück bei Tiffany: Audrey Hepburn alias Holly Golightly steigt aus dem Taxi und steuert das Schaufenster von Tiffany & Co. an. Es ist ein entspannter Moment in den frühen Morgenstunden. New York ist noch im Halbschlaf. Holly trägt ein schwarzes langes Abendkleid von Givenchy, Handschuhe, Perlenkette und ein Strasskrönchen im hochgesteckten Haar. An einem Kaffee nippend sieht sie sich die Schmuckstücke des Nobeljuweliers an. Stil und Geschmack besaß Audrey jedoch nicht nur im Film. von M.Daniela

Das Mädchen wird den Busen noch völlig aus der Mode bringen“ Billy Wilder

In einer Zeit, in der Frauen noch nicht zu ihrem eigenen Ich gefunden hatten, war Audrey eine der Damen, welche den Mut hatten, ihren eigenen Weg zu gehen. Durch den Krieg hatten die Frauen zwar gelernt, unabhängiger zu sein, mussten sie doch oft monatelang, wenn nicht gar jahrelang oder für immer ohne ihren Mann auskommen. Aber es dauerte noch eine Zeit, bis sich dieser Wandel in der Gesellschaft etablierte. Allerdings wurden immer mehr Frauen stark und kämpften für Ihre Unabhängigkeit. Sowohl öffentlich als auch privat, laut und auch leise… Damit begann ein neues Zeitalter, welches sich auch in der Mode widerspiegelte.

Bisher hatte Weiblichkeit zum allgemeinen Bild einer Frau gehört. Gerade nach den Hungerjahren fanden weibliche Rundungen einen neuen Höhepunkt im Schönheitsbild der Menschen. Die 1,71 Meter große Audrey mit ihrer knabenhaften Figur und der Schuhgröße 41 passte also eigentlich so gar nicht ins Bild der damaligen Welt. Es gelang Audrey jedoch in Sachen Aussehen und Mode Trends zu setzen, die bis heute anhalten: Unter dem „Audrey Stil“ kann sich fast jede Frau etwas vorstellen. Und selbst Designer wie Ralph Lauren benutzen bis heute die Aussage „Das ist wirklich Audrey Style“, wenn sie mit einer Kollektion zufrieden sind.

Buchcover zu ‘To Audrey with Love’, Skizze von Hubert de Givenchy, Audrey Hepburn trägt ein Ensemble aus ‘Breakfast at Tiffany’s’ (1961)

2016 widmete Givenchy seiner Muse in Den Haag eine Ausstellung unter dem Namen „To Audrey with love“. Mehr über die Ausstellung erfahrt Ihr bei unseren Kollegen von Horstson

Hubert de Givenchy: Ein Freund fürs Leben

Hubert de Givenchys und Audreys Freundschaft begann mit einem Missverständnis: Da sie ihm – während der Dreharbeiten zu Sabrina – unter dem Nachnamen Hepburn angemeldet wurde, ging er davon aus, dass es sich um Katharine Hepburn handelte. Umso überraschter war er, als die Frohnatur Audrey in sein Atelier trat. Anfangs noch skeptisch, eroberte sie bei einem gemeinsamen Abendessen in Paris sein Herz. Er entwarf für sie privat als auch für ihre Filme unzählige Kleider und stand ihr in den persönlichsten Stunden sehr nahe. Sowohl bei der Geburt ihres Sohnes als auch bei den Hochzeiten war er an ihrer Seite und selbst zum Schluss besuchte er seine kranke Freundin in der Schweiz. Dort bat sie ihn, einen seiner entworfenen Mäntel wieder an sich zu nehmen, damit ihm nach ihrem Tod etwas von ihr erhalten bliebe.

Der sportliche Audrey-Look

„Ich glaube, dass glückliche Mädchen die schönsten Mädchen sind“, sagte Audrey einst. Und beim Betrachten des Bildbandes „Audrey Style“ bemerkte selbst meine kleine Tochter, dass Audrey immerzu lächelte. Sie hat Recht: Ein Strahlen überzog stets Audreys ganzes Gesicht und die Ausstrahlung der ehemaligen Ballerina hatte immer etwas sehr Elegantes und Graziles an sich. Privat besaß Audrey einen ungezwungenen Stil: europäischer Chic trifft auf amerikanische Sportlichkeit. Das Fahrrad war schließlich eines ihrer liebsten Fortbewegungsmittel. Ein klassischer Audrey-Look besteht beispielsweise aus Caprihosen mit einem weißen oder schwarzen Shirt aus edler Baumwolle, Kaschmir oder Seide. Ballerinas ergänzen das Ganze, am liebsten die Vara Bow von Salvatore Ferragamo. Ein Seidentuch von Hermès trug Audrey gerne keck um den Hals gebunden oder auch als Band in ihrem Haar.

Der chice Audrey-Look

Der Tellerrock war ein Kleidungsstück, das Hubert de Givenchy in unzähligen Varianten für Audrey designte. In Kombination mit einem Gürtel setzte sie ihre ohnehin schon schmale Taille gekonnt in Szene. Ein bretonisches Shirt verlieh dem Ganzen einen Hauch französische Frische. Ihre Abendkleider besaßen in der Regel kaum Dekolleté, bestachen aber durch einen tiefen Rückenausschnitt. Der absolute Klassiker: Das Kleine Schwarze. Die perfekte Ergänzung für den feinen Audrey-Look ist eine große, dunkle Sonnenbrille und – an kühlen Tagen – ein Cardigan aus Kaschmir oder ein Trenchcoat. Der Schmuck darf beim Audrey-Style nie zu auffällig sein. Sie bevorzugte kleine zarte Stücke: Perlen oder zarte Brillanten, dezent und gerne von Tiffanys, unterstrichen den feinen Stil von Audrey. Aber am wichtigsten sind die Tugenden, welche ihre graziöse Erscheinung komplett machten: Bescheidenheit, Würde und Anstand.

Hier geht’s zu den anderen Teilen unserer Stilvorbild-Serie

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3 Kommentare
  • Anna-Magdalena sagt:

    Liebe Dani,

    vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel. Audrey Hephurn war wirklich ein ganz besonderer, inspirierender Mensch, eine wirkliche Dame (oder auch Lady ;)).
    Überhaupt gefällt mir die ganze Stilvorbild-Reihe sehr gut! Hoffentlich kommen noch mehr Artikel dazu.

    Herzliche Grüße aus Peking!

  • d.elisabeth.b sagt:

    Liebe Dani,

    ich kann mich Anna-Magdalena nur anschließen und hoffe auf eine Fortsetzung der Reihe.

    Liebe Ostergrüße

  • Wienlady sagt:

    Liebe M.Daniela, herzlichen Dank für den weiteren Artikel über Audrey Hepburn. Sie war ein absolutes Stilvorbild, stets von Kopf bis Fuß geschmackvoll gekleidet- eben eine Lady- ! Viele liebe Grüße, Wienlady

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