Auf der Suche nach Design-Klassikern begeben wir uns dieses Mal in die Schweiz. Das Schweizer Design ist zwar reich an Stuhlikonen. Bei den Tischen reduziert sich die Zahl, die in dieser Liga mitspielen, jedoch auf einige wenige. Dazu gehört Jürg Ballys „S.T.-Tisch“. Bally sah im Entwurf eines Tisches nicht bloß eine funktionale Angelegenheit, sondern „Schönheit aus Funktion und als Funktion“, wie der Designer Max Bill  dieses zeitgemässe Designverständnis 1949 so treffend umschrieben hat. Vielleicht wirkt der Tisch deshalb bis heute so elegant und zeitlos. von Sybille

Betrachtet man den S.T.-Tisch, stellt sich der Eindruck einer über dem Boden schwebenden Scheibe ein. Der Grund: Die drei Tischbeine stehen nicht senkrecht zum Boden stehen und ihre Verbindung zur Tischplatte bleibt im Verborgenen. Formal hat der Tisch Vorbilder. Etwa den Klapphocker, wie ihn Jäger seit jeher benutzen oder den zusammenklappbaren „Kolonialtisch“ von Hans Bellmann (1944), der aber eine fixe Höhe hatte. In der Bezeichnung „S.T.-Tisch“ blitzt Ballys Sprachwitz auf. Als Schriftbild passt das Kürzel „S.T.“ eher zu einem technischen Produkt, was der Tisch mit der unter der Tischplatte verborgenen Verstellmechanik letztlich auch ist.

Ein raffinierter Mechanismus ermöglicht es, die Höhe des Tisches mit einem Handgriff zwischen 72 und 40 cm einzustellen. Auf diese Weise verwandelt er sich, wie es in der Aussprache von „S.T.“ anklingt, vom Ess- zum Teetisch. Ein wesentliches Argument für die herausragende Designqualität des Tisches liegt darin, dass diese Multifunktionalität nicht auf Kosten ausgeglichener Proportionen geht, und er in jeder Position so aussieht, wie es das phonetische Lautbild von „Ess-Tee-Tisch“ implizit suggeriert: ästhetisch.

horgenglarus stellt den „ess.tee.tisch“ in zwei Versionen her: in Schwarznuss natur und in Esche schwarz gebeizt. Die Tischplatte wird in einem Durchmesser von 95 cm, einer Kante aus Massivholz und einer Beschichtung mit hochwertigem Linoleum von Forbo angeboten, der in 20 Farbvarianten zur Auswahl steht. Die Aufzugsmechanik wird aus Chromnickelstahl gefertigt und die zentrale Fussverbindung ist aus anthrazitfarbenem Gusseisen.

Bild-Credits: horenglarus

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