Anitas Woche: Ein Liebesgeständnis…

fahrrad

… an mein Fahrrad. Und ja, das ist mein voller Ernst. Ich liebe es durch die Stadt zu radeln, gemütlich in die Pedale zu treten und dabei auch noch immer den kürzesten Weg von A nach B nehmen zu können – meistens bin ich sogar schneller unterwegs als mit der U-Bahn. Außerdem sind die öffentlichen Verkehrsmittel in München ziemlich teuer, eine Einzelfahrt kosten 2,40 € und wir haben kein Semesterticket. Mein Rad hingegen bringt mich zuverlässig überall hin, jeden Morgen zur Arbeit, in die Bibliothek, zu Freunden, in die Oper und zum Sport.

Wenn es mal einen Platten hat, so wie vor zwei Wochen, dann ist immer alles unglaublich umständlich: Ich muss früher los zur Arbeit, ich bin nicht so schnell bei einem Treffpunkt, ich laufe mir bereits auf dem Weg zur Oper eine Blase. Im Vergleich zu unserer Bundeshauptstadt ist München auch eine radl-freundliche Stadt, zumindest sind die Fahrradwege ganz gut ausgebaut. Nur Kontrollen gibt es hier viele, Ihr solltet Euch also am besten immer an die Verkehrsregeln halten und auch für eine Strecke von 50 Metern lieber die Straßenseite wechseln als aus praktischen Gründen mal schnell auf der falschen Seite zu fahren.

Neulich ist mein Weltbild von der radl-freundlichen Stadt München allerdings ziemlich ins Wanken geraten, denn ich habe ein Wochenende in Münster bei Freunden verbracht. Noch nie habe ich so viele Fahrradfahrer gesehen wie dort. Selbst in der Innenstadt dürfen sie radeln (in München ist das aufgrund der Menschenmengen strengstens verboten), es gibt überall Fahrradwege, fast alle Einbahnstraßen sind für Radfahrer in beide Richtungen freigegeben und Fußgänger weichen den Fahrradfahrern aus. Leider konnte ich das Fahrrad fahren dort nicht testen, nur zu gerne hätte ich mich in den Sattel meine Rades geschwungen.

Ist Eure Stadt fahrradfreundlich? Und fahrt Ihr auch wie ich das ganze Jahr über mit dem Rad durch die Stadt oder nutzt Ihr lieber die öffentlichen Verkehrsmittel?

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10 Antworten zu “Anitas Woche: Ein Liebesgeständnis…”

  1. Dani Sagte:

    Liebe Anita,

    da haben wir sie mal wieder, die weibliche Polyamorie. :-) Also Würzburg ist nicht besonders fahrradfreundlich, trotzdem schwinge ich mich so oft es geht in den Sattel meines tollen Hollandrades. Apropros Holland: Ich meine Kopenhagen hat Amsterdam mittlerweile als fahrradfreundlichste Stadt abgelöst. Dort sind die Räder mit den schicken Körben ein richtiges Statusobjekt, selbst die Helme sind stylisch.

    Liebe Grüße
    Dani

  2. T. Sagte:

    Kein Wunder, dass die Fußgänger in Münster den Radfahrern ausweichen! In Münster muss man als Fußgänger aufpassen, das man von den Fahrradfahrern nicht über’n Haufen gefahren wird! Außerden stehen überall, speziell vor den Uni-Gebäuden immer so viele Räder rum, dass man kaum durchkommt! Ich selbst fahre überhaupt nicht gerne Rad, ich hab mich auf dem Rad nie sicher gefühlt.

  3. Sarah vom Opernblog Sagte:

    Ist ja lustig. ;) Ich hab’ nach dem Abi für drei Monate in Münster gelebt – und bin dort auch viel Fahrrad gefahren. Doch irgendwie habe ich es mir mit meinem Beginn des Studiums in Marburg abgewöhnt. Die Stadt dort ist einfach zu bergig – und außerdem gab’s dann ja auch ein Semesterticket für mich. Im Moment habe ich leider gar kein Fahrrad. Mein altes wurde mir geklaut und irgendwie bin ich (seit drei Jahren – hüstel) noch nicht dazu gekommen mir ein neues zuzulegen…..

  4. Esther Bartenschlager Sagte:

    Liebe Anita,
    ich kann mich deinem Lobesgesang nur anschließen – ich liebe mein Fahrrad! Ein Leben ohne Fahrrad kann ich mir nicht vorstellen. Es ist alles so viel einfacher, du bist schneller am Ziel, du sparst Geld und Zeit und hast obendrein noch Sport gemacht. Ich fahre so oft wie möglich mit dem Rad, ich habe mir das schon fast zur Lebensaufgabe gemacht. Und ich wünsche mir unbedingt Radfahrer freundliche Städte. Wenn jeder auf jeden Rücksicht nimmt, sollte auch Platz für jeden sein. Miteinander heißt das Zauberwort…

  5. Anita Sagte:

    Vielen lieben Dank für eure Meinungen! Ja, mir ist durchaus bewusst, das Radfahrer auch “gefährlich” oder “rücksichtslos” sein können, ehrlich gesagt hatte ich in Münster auch einmal die Situation, dass ich fast über den Haufen gefahren wurde, aber die Fahrradwege sind dort wirklich super ausgebaut – vielleicht täusche ich mich aber auch, ich war nur einen Tag dort (leider, aber im August werde ich dort nocheinmal hinfahren).
    Das mit Kopenhagen wusste ich gar nicht Dani, das muss ich gleich mal “nachgoogeln” ;-)

    xxx Anita

  6. Jenny Sagte:

    Liebe Anita,

    seit kurzem ist auch mein Rad in München und ich muss sagen, es macht tatsächlich Spaß, gemütlich in die Stadt zu radeln – bei mir ist es lediglich ein kleines Stück durch Schwabing und dann die Leopold hinunter.
    Konstanz ist übrigens auch ideal ausgelegt und übervoll mit Radfahrern – allerdings muss ich gestehen, dass mir als Autofahrer dort die Fahrradfahrer einige male kreuzgefährlich vor die Motorhaube geschossen sind, da sie sich nicht an ihre Spuren oder die Straßenverkehrsordnung gehalten haben…
    Es ist gewiss wie überall: des einen Freud’, des anderen Leid :)

    Liebe Grüße,
    Jenny

  7. Giulia Sagte:

    Ich wohne wie Dani in Würzburg und glaube, dass Würzburg zu den fahrrad-unfreundlichsten Städten gehört. Es gibt kaum Radwege, man muss meistens auf der Straße fahren und sehr aufpassen weil viele Autofahrer null Rücksicht nehmen. Manchmal habe ich das Gefühl das man als Radfahrer sogar noch absichtlich bedrängt wird, aber ich wage es trotzdem jeden morgen um zur Arbeit zu fahren. Ich zwinge mich dazu immer einen Helm zu tragen, obwohl das schon ein bisschen umständlich ist. Im Büro ist das ja okay, da kann ich den Helm in die Garderobe legen und meine Haare nochmal richten, aber wenn man in der Stadt unterwegs ist, ins Theater oder Museum geht, ist das ja nicht immer so einfach. Habt ihr Tipps wie man das ladylike hinbekommt?

    Vielen Dank und viele Grüße

    Julia

    P.S. Salzburg ist auch eine echte Fahrrad-Stadt, es gibt überall Radwege, ich hatte das Gefühlt mit dem Rad immer Vorfahrt zu haben und die Autofahrer sind sehr rücksichtsvoll. Nur in der Getreidegasse muss man absteigen, aber da sind ja auch immer viele Fußgänger unterwegs, dass das radeln nicht möglich ist.

  8. Sophia Sagte:

    Ich komme aus Münster und hier fährt wirklich jeder Fahrrad. Die Radfahrer sind hier wie schon gesagt rücksichtsloser, aber da gewöhnt man sich meiner Meinung nach schnell ran.
    Ich fahre ebenfalls überall mit dem Fahrrad hin und finde es deutlich praktischer als immer mit dem Auto oder dem Bus zu fahren. Ich liebe mein Fahrrad also auch :)
    Eine negative Seite hat Münster aber doch: Die Stadt liegt immer auf Platz eins, wenn es um Fahrraddiebstähle geht…

  9. Rilana Sagte:

    Hallo Anita,

    Fahrrad fahren ist etwas so Schönes! Ich liebe mein Fahrrad auch – auch wenn es von seiner aktuellen Qualität her alles andere als liebenswert ist. Aber sein nostalgischer Look und die Gemütlichkeit eines Hollandrades halten mich solange davon ab, ein anderes zu besorgen, bis es wahrlich auseinander fällt. Spätestens wenn die Sonne scheint und ich mir den Fahrtwind um die Nase wehen lasse, während ich schnell dorthin komme, wo ich möchte, habe ich kleine Oden an mein Fahrrad im Kopf :) In Göttingen, wo ich lebe, ist es allerdings auch unabdingbar eines zu besitzen. Hier hat kaum ein Student ein Auto, und wenn, dann ist es supernervig und fast unmöglich in nächster Nähe einen Parkplatz zu bekommen, der nicht vollkommen überteuert ist. Mit dem Bus fahren eher wenige, zumal die Strecken nicht weit, und auch nicht im Semesterticket inbegriffen sind. Allerdings muss man auch höllisch auf seinen Drahtesel aufpassen – Fahrraddiebstähle passieren hier leider immens oft. Göttingen ist auf jeden Fall auch eine Fahrradstadt. In Münster habe ich allerdings noch schönere Modelle gesehen! Das reinste Fahrradparadies dort :)

    Liebe Grüße
    Rilana

  10. M über Fahrradtouren in München Sagte:

    Hallo, da muss ich mich auch zu Wort melden! Auch ich bin in München auf’s Fahrrad umgestiegen. Kosten und Schnelligkeit haben die Anfangsmotivation gebildet, mittlerweile liebe ich die Fahrten. V.a. über die Maxibilianbrücke und den Hofgarten (wie oben).
    Ob München Fahrradfreundlich ist: Würde sagen ja. Ein Grund ist, es gibt kaum Blogs über das Fahrradfahren in München. Ganz anders als in Berlin. M.E. aber nicht, weil es hier keine Rolle spielt, sondern es den Radlern relativ gut geht. Trotz der vielen Kontrollen (100 Euro hab ich das letzte Mal gezahlt!!!) und den Schlaglöchern. Zur Fußgängerzone: Sicherlich wäre es klasse, die Wege mit dem Radl zurückzulegen. Aber möchte man das ernsthaft? Bei den Menschenmassen? Und dann v.a. die vielen Auswärtigen und Touristen?
    LG, Maria

    PS Münster ist doch in Deutschland eine der bekannten Ausnahmen, ähnlich wie Kopenhagen in Europa. Angeblich haben sie die Münchner Verantwortlichen dort informiert, wie man es noch besser machen könnte. Also immer positiv denken :-)!

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